Zweite Handball-Bundesliga HBW Balingen-Weilstetten mit Potenzial für den Wiederaufstieg

Balingens neuer Kapitän Felix Danner (Mi.) geht da hin, wo es weh tut – hier im Testspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen mit Juri Knorr (li.). Foto: Imago//Oliver Zimmermann

Dass die Rückkehr in die Handball-Bundesliga kein Selbstläufer wird, weiß beim HBW Balingen-Weilstetten jeder. Bei der schwierigen Mission Wiederaufstieg kommt Neuzugang Felix Danner eine Führungsrolle zu – er übernahm auf Anhieb das Kapitänsamt.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Wie die Chanen auf den direkten Wiederaufstieg in die Handball-Bundesliga (HBL) stehen? Wolfgang Strobel, der Geschäftsführer des HBW Balingen-Weilstetten, beginnt seine Antwort mit einem Blick in die Statistik: „Von den 26 Absteigern der vergangenen zehn Jahre sind gerade einmal sechs sofort wieder aufgestiegen.“

 

Was der ehemalige Kreisläufer damit sagen will: Die Rückkehr in die Beletage wird ein hartes Stück Arbeit – und schon gar kein Selbstläufer. Andererseits muss sich der HBW nach insgesamt 14 Bundesligajahren auch nicht kleiner machen, als er ist. Das weiß auch Strobel, der trotz der Konkurrenz sagt: „Natürlich wollen wir in der Spitzengruppe mitmischen, und unser Ziel ist auch die Rückkehr in die Bundesliga, aber eben nicht auf Biegen und Brechen.“

Große Hoffnungen setzt Trainer Jens Bürkle (seit 2017 im Amt) auf Neuzugang Felix Danner. Den 37-jährigen gebürtigen Freiburger zog es von Bundesligist HSG Wetzlar wieder näher an seine südbadische Heimat. Er soll die Abwehr zusammenhalten und vorne am Kreis Akzente setzen. Dass er auf Anhieb die Kapitänsrolle übernimmt, zeigt seinen Stellenwert als Führungspersönlichkeit.

Brasilianer für Halbrechts

Die größte Schwierigkeit dürfte es werden, Torjäger Vladan Lipovina (zur HSG Wetzlar) zu ersetzen. Der bereits im Winter verpflichtete serbische Junioren-Nationalspieler Uros Todorovic braucht nach seiner Meniskusverletzung noch vier Wochen Zeit, um endlich wieder zum Einsatz zu kommen, der zweite Linkshänder Guilherme Linhares de Souza (Neuzugang von Tatran Presov) kommt nach Schulterproblemen auch aus einer Verletzungszeit. Der 23-jährige brasilianische Nationalspieler hat aber beim slowakischen Topclub auch in der European League bereits seine Klasse gezeigt. Neu beim HBW ist zudem Spielmacher Filip Vistorop (23), der aus seiner Zeit bei HC PPD Zagreb sogar Champions-League-Erfahrung mitbringt.

Was Strobel positiv stimmt: Trotz des Abstiegs konnte das Sponsorenvolumen sogar leicht erhöht werden, der Etat liegt trotz des Wegfalls von gut 200 000 Euro an Fernsehgeldern weiter bei gut drei Millionen Euro. „Das zeigt, dass wir als regional verwurzelter Club wertgeschätzt werden – gerade bei den mittelständischen Firmen. Es gibt nur eben kein Unternehmen, das als Hauptsponsor bereit wäre, in der Bundesliga eine Größenordnung von einer Million Euro auf den Tisch zu legen.“

Start bei den Eulen

Doch erst einmal gilt es wieder dort hinzukommen. Los geht es am 3. September (19 Uhr) bei den Eulen Ludwigshafen. Den ehemaligen Erstligisten aus der Kurpfalz sieht Strobel in einem Kreis von acht Mannschaften, die um den Aufstieg mitspielen können. Ganz oben der Favoritenliste hat er den ThSV Eisenach und Absteiger TuS N-Lübbecke (mit dem Ex-Göppinger Michael Haaß als neuen Trainer).

Aber auch dem VfL Lübeck-Schwartau (mit dem Ex-Stuttgarter Dominik Weiß), dem HSC 2000 Coburg, der SG BBM Bietigheim und dem HC Elbflorenz Dresden traut der HBW-Geschäftsführer einiges zu.

Zweite Handball-Bundesliga

Der erste Spieltag
TuSEM Essen – HC Empor Rostock, VfL Eintracht Hagen – TuS N-Lübbecke (beide Freitag, 19.30 Uhr), VfL Lübeck-Schwartau – HC Motor Saporischschja, 1. VfL Potsdam - SG BBM Bietigheim, Eulen Ludwigshafen - HBW Balingen-Weilstetten (alle Samstag, 19 Uhr), TV 05/07 Hüttenberg – HSG Nordhorn-Lingen, TV Großwallstadt - ThSV Eisenach, HSC 2000 Coburg - HSG Konstanz (alle Samstag, 19.30), TSV Bayer Dormagen – Dessau-Rosslauer HV 06, HC Elbflorenz 2006 – Wölfe Würzburg (beide Sonntag, 17 Uhr).

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