Zwischenfall in Stuttgart Wer steckt hinter Schuss auf offener Straße?

Die Polizei sucht einen Pistolenschützen in Zuffenhausen (Symbolbild). Foto: dpa/Friso Gentsch

Aus einem Auto heraus wird in Stuttgart-Zuffenhausen auf eine Personengruppe geschossen. Es ist nicht der erste Vorfall in diesem Bereich.

Lokales: Wolf-Dieter Obst (wdo)

Wilder Westen im Norden Stuttgarts: Aus einem Auto heraus ist in Zuffenhausen auf eine Personengruppe geschossen worden. Eine offene Rechnung in einem Bandenkrieg? Ein Warnschuss nach einem Streit? Verletzt wurde zum Glück niemand. Der Fall gibt der Kripo Rätsel auf – auch weil es offenbar danach eine Verfolgungsjagd gegeben haben soll. Nach Informationen unserer Zeitung hat es in dieser Straße schon einmal einen Zwischenfall mit einer Schusswaffe gegeben.

 

Der Vorfall hat sich bereits am Mittwoch gegen 20.45 Uhr im Bereich der Burgunder- und Unterländer Straße vor einem Laden- und Geschäftsgebäude abgespielt. Eine Personengruppe hielt sich vor einer Ladenzeile mit einer Pizzeria auf, als ein größerer weißer BMW vorfuhr – und ein Schuss fiel. Der Fahrer des BMW gab Gas und bog auf die Unterländer Straße in Richtung Kelterplatz und damit ins Zentrum Zuffenhausens ab.

Ein Projektil steckt in der Glasscheibe

„Ein Zeuge hat den Vorfall beobachtet und die Polizei verständigt“, sagt der Polizeisprecher Stephan Widmann. Der weiße BMW, offenbar mit zwei Personen besetzt, war nicht allein mit hohem Tempo unterwegs. Ein schwarzer Mercedes verfolgte den Flüchtigen. Ob der Verfolger den BMW einholen konnte, ob er zu der gegnerischen Gruppe gehört – das ist unklar: „Die Fahndung verlief ohne Ergebnis“, sagt Widmann.

Immerhin ist bei dem Vorfall niemand verletzt worden. In der Glasscheibe der Eingangstür der Pizzeria steckte ein Projektil. Kriminaltechniker werden darüber Rückschlüsse auf die verwendete Schusswaffe ziehen können. „Es gibt aber keine Hinweise, dass der Vorfall etwas mit dem Lokal selbst zu tun hätte“, stellt der Polizeisprecher klar.

Schauplatz Burgunderstraße

Das für Tötungsdelikte zuständige Dezernat hält sich aus ermittlungstaktischen Gründen mit Details zurück. Auch über die betroffene Personengruppe. „Wir haben die Personalien festgestellt“, sagt Widmann nur. Das ist nicht unbedingt selbstverständlich: Bei einem ähnlichen Vorfall in der Vergangenheit hatten sich die Betroffenen noch aus dem Staub gemacht.

Die Burgunderstraße war am 23. Januar 2020 schon einmal Schauplatz eines Waffendelikts. Ein Polizeibeamter, der gegen 23 Uhr privat unterwegs war, entdeckte einen stehenden weißen Ford, aus dem ein Mann mit einer Pistole auf eine Personengruppe zielte. Der Beamte alarmierte seine Kollegen, die einen 26-Jährigen festnehmen konnten. Sie beschlagnahmten eine Luftdruckpistole – die allerdings nicht funktionierte. Eine erforderliche Erlaubnis für den Besitz der Waffe hatte der 26-Jährige gleichwohl nicht.

Kein Erfolg für Ermittlungsgruppe „Horn“

Die Hintergründe blieben unklar. Der Fall ging lediglich mit einer Anzeige wegen verbotenen Waffenbesitzes an die Staatsanwaltschaft. Ohnehin stößt die Kripo bei Schusswaffengebrauch eher auf Schweigen. So erging es etwa der sechsköpfigen Ermittlungsgruppe „Horn“, die am 22. Februar 2020 Schüsse auf eine Shisha-Bar an den Otto-Hirsch-Brücken in Hedelfingen aufzuklären versuchte. „Das Verfahren ist am Ende eingestellt worden“, sagt der Staatsanwaltssprecher Aniello Ambrosio, „die Täter konnten nicht ermittelt werden.“

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