Allianz MTV Stuttgart / Volleyball-Bundesliga Trainer Tore Aleksandersen: „Mit mir hat man keine Ruhe“

Viele Hände für den gemeinsamen Erfolg: Der  neue  Trainer  Tore Aleksandersen setzt auf Teamgeist und stellt hohe Ansprüche an die Bundesliga-Volleyballer Foto: Baumann
Viele Hände für den gemeinsamen Erfolg: Der neue Trainer Tore Aleksandersen setzt auf Teamgeist und stellt hohe Ansprüche an die Bundesliga-Volleyballer Foto: Baumann

Der Norweger Tore Aleksandersen spricht vor seinem Debüt als Trainer des Volleyball-Bundesligisten Allianz MTV Stuttgart über seine Erfahrungen im Ausland, sein Temperament, die Zielsetzung und seine Leidenschaft für den Fußball.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Stuttgart - Er hat Erfahrung, er kann Erfolge vorweisen, er ist hoch motiviert: Tore Aleksandersen, der neue Trainer der Bundesliga-Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart, fiebert seinem Debüt am 26. Dezember (16.15 Uhr) bei den Roten Raben Vilsbiburg entgegen. Der 52-Jährige über . . .

. . . seine ersten Tage in Stuttgart „Ich bin zwar erst gut eineinhalb Wochen hier, doch ich habe mich schon gut eingelebt, sowohl in meiner Wohnung als auch im Verein.“

. . . die Verhandlungen mit Allianz MTV „Seit Ende meines Engagement im vergangenen Sommer in der Türkei bei Nilüfer Belediyespor war ich ohne Verein. Über meine italienische Berateragentur nahm Stuttgart mit mir Kontakt auf, dann folgten die Gespräche mit Sportdirektorin Kim Renkema. Meine Familie gab ihr Okay, dann ging alles recht schnell. Die Entscheidung fiel mir leicht.“

. . . den Verein und Mannschaft „Stuttgart ist ein professioneller und ambitionierter Club mit einer tollen Halle. Die Mannschaft hat ein riesengroßes Potenzial. Zu was sie fähig ist, hat sie zum Beispiel in der Champions League bei dem Triumph über Dinamo Moskau gezeigt. Ich möchte dieses Team noch besser machen und dafür sorgen, dass es solch ein Niveau konstant abruft – auch im Bundesligaalltag, wenn der Druck durch die Favoritenrolle größer ist. Ein Minimum von 80 Prozent Leistungslevel muss immer vorhanden sein.“

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. . . seine Auslandserfahrung „Zunächst einmal habe ich durch meine Tätigkeit in Schwerin von 2003 bis 2008 und 2010/11 Deutschland sehr zu schätzen gelernt. Die Liga ist nicht die allerbeste in Europa, aber sehr seriös. Woanders kommt es schon mal vor, dass man mehrere Monate auf sein Gehalt warten muss. Die Fans in der Bundesliga sind sehr treu. In Polen etwa ist alles toll, wenn es läuft. Dann kommen 3000 Zuschauer, bei Misserfolgen plötzlich nur noch 600. Und in der Türkei kann es vorkommen, dass ein Spiel auch mal Mittwochs um 13 Uhr beginnt.“

. . . seine Fußball-Leidenschaft „Seit ich sechs Jahre alt bin, fiebere ich als glühender Fan mit Leeds United mit. Der englische Fußball ist in Norwegen hoch angesehen. Meine 19-jährige Tochter spielt in der norwegischen zweiten Liga, mein 13-jähriger Sohn ebenfalls in unserer Heimatstadt Molde, wo übrigens auch BVB-Star Erling Haaland von 2016 bis 2019 am Ball war. Aber jetzt bin ich natürlich auch Fan des VfB Stuttgart und der Stuttgarter Kickers.“

. . . die Ziele „Mein Ziel mit Allianz MTV ist ganz klar der Gewinn der deutschen Meisterschaft. Aber das war ja schon das Ziel, bevor ich nach Stuttgart gekommen bin. Es gibt einige Dinge, die man besser machen kann, aber die werde ich nicht verraten, um unseren Gegnern keinen Vorteil zu geben.“

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. . . sein Temperament „Mit mir hat man keine Ruhe. Von mir kommt immer ein Feedback. Sich zufrieden zurückzulehnen, das gibt es bei mir nicht. Ich hole die Spielerinnen mit viel Intensität aus ihrer Komfortzone. Das lebe ich mit Disziplin und Feuer vor – im Training und im Spiel.“

. . . seine Stärken „Neben der Motivation, denke ich, dass meine Stärke das große Wissen über Technik und Taktik ist. Ich tüftle an Kleinigkeiten und will die Mannschaft dadurch immer besser machen. Und ich entwickle gerne Talente.“

. . . seine Tätigkeit als Nationaltrainer „Seit zweieinhalb Jahren trainiere ich auch die norwegische Männer-Volleyball-Nationalmannschaft. Männer-Volleyball genießt in Norwegen einen sehr hohen Stellenwert, bei den Frauen gibt es dagegen kein Profiteam. Meine Teams profitieren von dieser Doppelrolle. In mein Frauenteam kann ich zum Beispiel Erkenntnisse aus dem Tempospiel der Männer einbringen oder wie sich ein Block bewegt, in meine Männermannschaft etwa die ausgeprägtere Technikschule bei den Frauen.“

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. . . seine Heimat „Ich vermisse die grandiose Landschaft, die Fjorde, den Wald. Es lässt sich wunderbar leben in Norwegen – aber am allermeisten fehlen mir natürlich meine Frau und meine drei Kinder.“

. . . seine Vertragslaufzeit: „Wir haben zunächst eine Vereinbarung bis Saisonende getroffen. Wir schauen mal, wie alles läuft und sich entwickelt. Ich kann mir schon vorstellen, länger in Stuttgart zu arbeiten.“

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