Alternative für Deutschland (AfD) Zulauf zu den Neulingen

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Am Montag will sich die AfD in Karlsruhe gründen – und nur wenige Tage später in Stuttgart die Landesliste zur Bundestagswahl aufstellen. Bisher stehen vor allem Bundesthemen im Vordergrund.

Nur Tage nach der  Gründungsversammlung im Bund folgt die in den Ländern Foto: dpa
Nur Tage nach der Gründungsversammlung im Bund folgt die in den Ländern Foto: dpa

Karlsruhe - Als Bundespartei gibt es die Alternative für Deutschland (AfD) erst seit gut einer Woche, nun soll am heutigen Montag in Karlsruhe der Landes­verband Baden-Württemberg gegründet und mit Spitzenpersonal ausgestattet werden. Wenn alle Mitglieder zu dem Event kommen, könnte es allerdings eng werden: Ende vergangener Woche zählte die junge Partei bereits 1350 Mitglieder im Land, so eine Sprecherin der AfD.

Am 4. Mai, zwei Wochen nach dem Gründungstreffen, wird in Stuttgart der erste Landesparteitag stattfinden, bei dem die Konservativ-Alternativen ihre Landesliste für die Bundestagswahl am 22. September aufstellen wollen. Der baden-württembergische Landesverband wäre der sechste – landesweite Untergliederungen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Hamburg und Bayern sind schon tätig. In Hessen und im Saarland steht die Gründung eines Landesverbandes bevor. Noch im Mai, so hat die Bundespartei als Ziel vorgegeben, sollen in allen Ländern eigene Verbände aus der Taufe gehoben sein.

Bereits eine stattliche Zahl an Mitgliedern

Eigene landespolitische Zielsetzungen hat man sich noch nicht vorgenommen. Zunächst geht es darum, mit der eurokritischen Politik bei der Bundestagswahl Punkte zu machen.

Der Zulauf in die neue Partei ist beachtlich. Piraten als bisher jüngste Neugründung haben ihren baden-württembergischen Landesverband seit 2008. Die Zahl der Mitglieder bewegt sich um 3500. Einige der anderen im Land aktiven Parteien sind auch nicht uneinholbar. Die Grünen haben knapp 9000 Parteigänger. Bei der FDP sind es knapp 7000. Die Linke ist mit 2800 schon kleiner als die Piratenpartei und könnte bald von der AfD eingeholt werden. Die CDU freilich hat mit 71 000 am meisten Mitglieder, gefolgt von der SPD mit knapp 37 000. Der Andrang bei der AfD ist groß, auch für die Spitzenpositionen. Allein neun Personen wollen Sprecher des Landesvorstandes werden, 23 Beisitzer im Führungsgremium.

Nur eine Frau will nach vorn

Zuerst muss der Parteitag aber bestimmen, wie viele Sprecher und Beisitzer es überhaupt geben soll. „Wir wollen bei der Gründungsveranstaltung in Karlsruhe mit einem relativ kleinen Vorstand starten“, heißt es bei der AfD. Bekannte Namen finden sich in der Bewerberschar für den Karlsruher Parteitag nicht. Die Interessenten sind überwiegend in der Praxis und an Hochschulen tätige Ökonomen, aber auch Mediziner und Freiberufler. Einer ist beim Landesrechnungshof in Karlsruhe Referatsleiter. Auffallend immerhin: unter den Bewerbern ist nur eine Frau.