Artenschutztag in Stuttgart Wie die Wilhelma beim Artenschutz im Kongo hilft

Von Armin Friedl 

Die Wilhelma finanziert Artenschutzprojekte und leistet so Basisarbeit. Doch dabei geht es nicht nur um bedrohte Tierarten, der Zoo ist auch Teil eines Austauschprogramms.

Infos zum Bluthunde-Projekt: Tierärztin Marlene Zähner (von li.),  Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin, Staatssekretärin Gisela Splett und Stefanie Reska, Leiterin Artenschutz in der Wilhelma. Foto: Lichtgut/Ferdinando Iannone
Infos zum Bluthunde-Projekt: Tierärztin Marlene Zähner (von li.), Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin, Staatssekretärin Gisela Splett und Stefanie Reska, Leiterin Artenschutz in der Wilhelma. Foto: Lichtgut/Ferdinando Iannone

Stuttgart - Pfingstmontag in der Wilhelma: Mit ihrem prächtigen gelb-roten Gefieder stechen die Pelikane glatt die Sonne in Sachen Glanz aus an diesem Feiertag, mit unendlicher Geduld posieren sie vor der Damaszenerhalle als Fotomotive für die unzähligen Hobbyfotografen. Auch die Elefanten zieht es alle raus ins Freie, allerdings nicht gerade im Sonntagsgewand, lieber genießen sie noch an sich die Spuren ihres letzten Sandbads.

Auch viele Menschen zieht es Vormittags in die Wilhelma. Kein Wunder bei diesem unentschiedenen Wetter, das nicht so recht weiß, ob es regnen oder die Sonne scheinen soll, warm genug ist es auf jeden Fall für einen längeren Aufenthalt im Freien.

Infostände auf dem weitläufigen Gelände

Die Wilhelma hat ja viel zu bieten für alle Zooliebhaber, draußen wie drinnen. Und an diesem Pfingstmontag, dem Artenschutztag, noch etwas mehr als sonst: An 17 Infoständen, verteilt auf das weitläufige Gelände, wird auf Projekte zum Erhalt der Artenvielfalt aufmerksam gemacht, auf Projekte hier im Land und auch viel im Ausland. Das machen sie mit Texttafeln und Bildern, aber auch mit etlichen spielerischen Aktionen.

Das ist auch der Staatssekretärin Gisela Splett aus dem Finanzministerium einen ausgedehnten Pfingstmontag-Spaziergang durch die Wilhelma wert. Dieses Ministerium unterstützt finanziell hier im Land etliche Ökoprojekte wie die Begrünung von Straßenrändern, als Träger der Wilhelma ist das Land auch naheliegend tätig etwa für den Schlossgarten oder den Rosensteinpark. Was Splett bewogen hat, diesen Vormittag im Stuttgarter Zoo zu verbringen, ist der Erfolg der Wilhelma beim Einsatz für den Artenschutz: Im Jahr 2018 sind 80 000 Euro an Spenden zusammengekommen, zusätzlich hat der Betrieb selbst ein Budget von 150 000 Euro geschaffen. Und seit dem 1. März gibt es den Artenschutz-Euro: Jeder Besucher kann zu seinem Eintritt noch zusätzlich spenden. Seitdem sind so 200 000 Euro zusammengekommen. „Etwa 85 Prozent der Kartenkäufer haben auch gespendet“, so Splett.

Die Wilhelma finanziert Ranger

Was mit diesem Geld ganz konkret geschieht, wird an diesem Pfingstmontag ganz konkret gezeigt von den Verantwortlichen der jeweiligen Projekte. Da gibt es etwa das Shipstern-Projekt in Belize, das mehrere Nationalparks umfasst. Mit dem Geld der Wilhelma-Besucher wird dort eine vierköpfige Rangertruppe finanziert, die den Bestand von bedrohten Tierarten überwachen. Im Kongo hat die Schweizer Tierärztin Marlene Zähner eine Staffel von St. Hubertushunden eingerichtet, auch bekannt als Bluthunde. Sie gehen mit ihren Menschen unter anderem auf Schmugglerjagd. Das ist jetzt wieder möglich, nachdem die Wilhelma einen Jeep finanziert hat. Save the rhino international setzt sich für das Sumatra-Nasshorn ein, von dem es nur noch ganz wenige Exemplare weltweit gibt.

Für Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin ist das weniger ein Engagement zum direkten Nutzen der Wilhelma, sondern Basisarbeit. Zum botanischen Garten gehören neben 6000 Quadratmetern Schau- noch 5000 Quadratmeter Anzuchtfläche. Damit bedrohte Pflanzenarten weiter leben können, ist die Wilhelma Teil eines Samenaustauschprogramms: Jährlich verlassen 2500 Samenpäckchen die Wilhelma, etwa 100 kommen nach Stuttgart.

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