Autobahn 8 bei Karlsbad Sechsspuriges Teilstück freigegeben

Von SIR/dpa 

Viele Autofahrer werden aufatmen: Das sechsspurige Teilstück der Autobahn 8 zwischen Pforzheim/West und Karlsbad ist eröffnet. Verkehrsminister Dobrindt kam zu spät - staubedingt.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (hinten) und sein Länderkollege Winfried Hermann bei der Freigabe der sechsspurigen A8 bei Pforzheim. Foto: dpa 3 Bilder
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (hinten) und sein Länderkollege Winfried Hermann bei der Freigabe der sechsspurigen A8 bei Pforzheim. Foto: dpa

Remchingen - Eine enge Stelle weniger: Am Freitag ist die sechsspurig ausgebaute Autobahn 8 zwischen Karlsbad und Pforzheim/West freigegeben worden. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und sein baden-württembergischer Amtskollege Winfried Hermann (Grüne) eröffneten die neun Kilometer lange Strecke. „Es geht um ein Verkehrsprojekt, das internationale Bedeutung hat - von Frankreich nach Österreich“, sagte Dobrindt an der Autobahn bei Remchingen (Enzkreis).

Dobrindt selbst war allerdings zur Eröffnung zu spät gekommen - er stand im Stau aus Richtung Stuttgart. Für den Abschnitt habe der Bund knapp 160 Millionen Euro investiert, sagte er. Die Straße zähle zu den meistbelasteten in ganz Deutschland: 2020 sollen dort rund 93.000 Fahrzeuge am Tag fahren, davon fast die Hälfte Lastwagen. „Es ist eine Strecke aus der Frühzeit des Autos“, sagte Minister Hermann. Für die Verkehrssicherheit und die Entlastung des Umlands sei der Ausbau nötig.

Ausbau für Enztalquerung und Albaufstieg geplant

Nun verbleiben nach Angaben des Landesverkehrsministeriums nur noch zwei vierspurige Abschnitte zwischen Karlsruhe und München: Die knapp fünf Kilometer lange Enztalquerung bei Pforzheim/Ost und der Albaufstieg bei Merklingen (Alb-Donau-Kreis). Für beide sei der Ausbau geplant.

Der „Staubilanz“ 2014 des ADAC zufolge ist der Ausbau bitter nötig - denn die Strecke zwischen Karlsruhe und Stuttgart belegt dort Platz eins der Staustrecken auf deutschen Autobahnen. „Das bessert sich jetzt“, sagte Volker Zahn vom ADAC Württemberg.

Dennoch sind die insgesamt nur rund 1000 Autobahnkilometer im Südwesten stark betroffen. Bei der Auswertung kommt das Land auf den dritten Platz hinter Nordrhein-Westfalen und Bayern mit einem Anteil von 14 Prozent an der gesamtdeutschen Staulänge; das entspricht rund 135.000 Kilometern im Jahr. Viel Berufs- und Wirtschaftsverkehr sowie ein Mangel an Ausweichstrecken tragen dazu bei, wie Zahn sagte.

Freigabe pünktlich zur Ferienzeit

Dazu kommen schon bald wieder die Ferien: Im Land starten sie zwar erst Ende Juli, aber schon nächste Woche ist mit ersten Urlaubsstaus zu rechnen, warnte der Automobil-Club von Europa (ACE) in Stuttgart. Dann zieht es die Nordrhein-Westfalen in den Süden - was neben der nun fast durchgängig dreispurigen A8 auch die A6 zwischen Mannheim und Nürnberg, die A81 zwischen Heilbronn und Singen sowie die A7 bei Ulm auf die Probe stellt. Die teils umfangreichen Baustellen dort könnten den Verkehr weiter behindern, heißt es vom ACE.

Im vergangenen Jahr hat der Verkehr auf allen Autobahnen in Baden-Württemberg zugenommen. Der Verkehrszählung des Ministeriums zufolge fuhren im Vergleich zu 2013 rund 2,2 Prozent mehr Fahrzeuge - der Schnitt liegt so bei je knapp 62.000 am Tag. Die Abschnitte mit der höchsten Belastung bleiben die A8 zwischen Leonberg und Kreuz Stuttgart mit rund 150.000 Fahrzeugen am Tag und die A5 nördlich von Karlsruhe mit rund 142.000 Fahrzeugen. Die Fernautobahnen mit dem prozentual höchstem Zuwachs sind allerdings A6 und A7.