Bademeister in Stuttgart Personeller Rettungsring für Schwimmbäder

Die Bäderbetriebe haben aus der Misere des vergangenen Jahres gelernt und Aushilfskräfte angeheuert. Damals musste der Freibadbetrieb eingeschränkt werden, weil fachkundiges Personal fehlte.

Stuttgarts Freibäder – hier Vaihingen – sind dieses Jahr ausreichend mit Bademeistern versorgt. Foto: Lichtgut/Piechowski
Stuttgarts Freibäder – hier Vaihingen – sind dieses Jahr ausreichend mit Bademeistern versorgt. Foto: Lichtgut/Piechowski

Stuttgart - Das Angebot ist kaum zu übersehen gewesen: Wer dieser Tage das Mineralbad Leuze betreten hat, lief beinahe gegen einen Plakataufsteller, mit dessen Hilfe für eine Arbeit am Beckenrand geworben wird. „Aufsichtskräfte für die Sommer-Saison dringend gesucht!“ lautet der Hilferuf der Bäderbetriebe Stuttgart, der sich an alle richtet, die mindestens 18 Jahre alt sind und einen Rettungsschwimmerschein oder eine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe vorweisen können. Die Rekrutierungsaktion hat eine Vorgeschichte, die sich im vergangenen Sommer ereignet hatte. Damals mussten die Bäderbetriebe die Öffnungszeiten im Inselbad Untertürkheim einschränken, weil es an qualifiziertem Personal fehlte.

Sport-Studenten und Absolventen der Sportschulen im Fokus

„Das passiert uns dieses Jahr nicht mehr. Die Aktion hat gut funktioniert“, sagt Svenja Latzel von den Bäderbetrieben. Zu den 300 regulären Mitarbeitern kommen in dieser Sommersaison 60 Aushilfskräfte dazu. „Wir hatten viele qualifizierte Bewerber“, erklärt Latzel. Besonders geworben haben die städtischen Badebetreiber um Sport-Studenten oder Absolventen einer der Sportschulen in der Stadt. Die verfügen bereits über den Rettungsschwimmerschein. Zusammen mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) habe man aber auch Kurse angeboten, an deren Ende die Lizenz steht, die zur Aufsicht am Beckenrand berechtigt. Aber nicht nur diese formale Voraussetzung war ausschlaggebend. „Wir haben Leute gesucht, die auf Menschen zugehen können und auch in kritischen Situationen kühlen Kopf bewahren.“ Nicht alle Besucher von Stuttgarts Bädern seien immer entspannt.

Tarifgehalt für die Aushilfen

Fünf Freibäder, acht Hallenbäder und zwei Mineralbäder hält die Stadt in dieser Sommersaison geöffnet. Dass das Berg wegen Umbaus geschlossen ist, hat die Personalsituation nicht entspannt. Den entsprechenden Überhang habe man schon im Winter abgeschmolzen, so Latzel. Die nun gewonnenen Aushilfskräfte seien – abgesehen von der Befristung ihres Vertrags – den regulären Kräften gleichgestellt. Sie be­ginnen in der Entgeltgruppe 4 des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes. „Das sind brutto gut 2200 Euro“, sagt Latzel. Das sei ein Stundenlohn von 14 Euro. Aushilfen, die bereits eine Ausbildung zum Fachangestellten oder zum Schwimmmeistergehilfen hinter sich haben, können sich auch Hoffnung auf eine Weiterbeschäftigung über die Sommersaison hinaus machen, heißt es in der Stellenausschreibung. Die Bäderbetriebe nehmen weiterhin Bewerbungen an. Die Arbeit dürfte nicht ausgehen. In der vergangenen Freibadsaison waren 650 000 Besucher gezählt worden.

Sieben neue Azubis bei den Bäderbetrieben

Dank der aktuellen Werbeaktion scheint ein akuter Personalengpass abgewendet, die Badesaison wird nicht ins Wasser fallen. Und dieses Jahr beginnen sieben Jugendliche bei den städtischen Bäderbetrieben ihre dreijährige Ausbildung zum Fachangestellten. Der aktuelle Jahrgang, der dieses Jahr fertig wird, besteht gerade mal aus drei Absolventen. Voraussetzungen sind ein sehr guter Hauptschul- oder ein Realschulabschluss und Stärken in den Fächern der Naturwissenschaften.

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