Ben Affleck, seit 15. August 50 Jahre alt, hatte einen Traumstart in Hollywood. Seine Karriere verlief allerdings holpriger als die seines damaligen Partners Matt Damon.

Kultur: Bernd Haasis (ha)

Hollywood produziert viele große Legenden produziert, und eine davon dreht sich um Ben Affleck und Matt Damon. Mitte der 90er Jahre boten die beiden ihr selbstverfasstes Drehbuch zum Coming-of-Age-Drama „Good Will Hunting“ (1997) den großen Studios an – unter der eigentlich unmöglichen Bedingung, die Hauptrollen selbst spielen zu dürfen. Beide waren damals nahezu unbekannt, und sie hatten Glück: Miramax riskierte das Wagnis, Gus van Sant übernahm die Regie, Robin Williams die Rolle eines Mentors. Damon und Affleck bekamen den Drehbuch-Oscar.

Sie waren dann gleich noch einmal nebeneinander zu sehen als gefallene Engel in der kontroversen Religions-Persiflage „Dogma“ (1999) des Kult-Independent-Regisseurs Kevin Smiths („Clerks“, 1994). Damon wurde dann zum Star in Steven Soderberghs „ Ocean’s“-Safeknacker-Trilogie (2001–2007) und in der „Bourne“-Reihe (2002–2016) als abtrünniger Agent mit gründlich gewaschenem Gehirn. Der Beau Affleck dagegen, in dessen Grinsen immer Hochmut und Schwermut gleichermaßen mitzuschwingen schienen, geriet in schweres Fahrwasser.

„Gigli“ gilt als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten

Die Hauptrolle als tapferer US-Offizier in Michael Bays propagandistisch aufgeblasenem Weltkriegsdrama „Pearl Harbor“ (2001) beschädigte seinen Ruf. Die Marvel-Comic-Verfilmung „Daredevil“ (2003) wurde gemischt aufgenommen, Affleck selbst mochte den Film nicht. Zum Karriere-Tiefpunkt wurde die verunglückte romantische Komödie „Gigli“ (2003) mit seiner damaligen Freundin und jetzigen Ehefrau Jennifer Lopez. Die Kritik war sich weitgehend einige: Während sie das unterirdische Drehbuch zu überspielen verstand, war Affleck dazu nicht in der Lage. 2015 listete das Branchen-Magazin „The Hollywood Reporter“ den Film auf Platz 25 der „50 schlechtesten Filme aller Zeiten.“

Affleck kämpfte sich mühsam zurück. Ein Auftritt im Film noir „Hollywoodland“ (2006) brachte ihm eine Golden Globe-Nominierung ein. Sein Regie-Debüt „Gone Baby Gone“ (2007), ein Krimir um ein entführtes Mädchen, nahmen Publikum wie Kritiker wohlwollend auf. Der Polit-Thriller „Argo“ (2012) brachte schließlich den lange ersehnten Triumph. Affleck führte selbst Regie und spielt einen mit allen Wassern gewaschenen CIA-Agenten, der nach dem Sturm der US-Botschaft in Teheran 1979 Amerikaner aus dem Iran rettet. Als Co-Produzent neben George Clooney und dessen langjährigem Partner Grant Heslov bekam Affleck einen Oscar für den besten Film.

Als Batman blieb Affleck blass

Kaum obenauf, ging es gleich wieder bergab: In „Batman vs. Superman: The Dawn of Justice“ (2016) schlüpfte Affleck in die Rolle des Fledermausrächers Batman, dem zuvor Christian Bale in Christopher Nolans „Dark Knight“-Reihe ein scharfes Profil gegeben hatte. Dagegen erschien Afflecks Darbietung blass. Das änderte sich nicht in Zack Sniders 2017 im Schnitt verunglücktem und 2021 als Director’s Cut neu veröffentlichtem Superheldenfilm „Justice League“.

Ben Affleck hat die dunklen Seiten Hollywoods intensiv durchlebt. Die Klatschpresse stürzte sich auf seine Alkoholsucht und diverse Aufenthalte in Entzugskliniken wie auf seine Beziehungen mit prominenten Kolleginnen. Ende der 90er war er mit Gwyneth Paltrow liiert, von 2002 bis 2004 mit Jennifer Lopez. 2005 heiratete er Jennifer Garner, mit der er drei Kinder hat. 2018 wurden sie geschieden. Im Juli 2022 ehelichte Affleck nun 20 Jahre später doch noch Jennifer Lopez, mit der er 2004 schon verlobt war. Wer möchte, kann sich ausmalen, was Spott und Häme in Folge des „Gigli“-Flops damals mit den beiden gemacht haben müssen.