4 Methoden für Zuhause Wachstücher selber machen (Anleitung)

Von Lukas Böhl  

In diesem Artikel stellen wir Ihnen 4 Methoden vor, mit denen sich Bienenwachstücher selber herstellen lassen.

Diese Tücher kann man auch selber machen. Foto: Elena Graham / shutterstock.com
Diese Tücher kann man auch selber machen. Foto: Elena Graham / shutterstock.com

Vorbereitung

Zunächst sollten Sie die benötigen Materialien vorbereiten. Für das Herstellen der Wachstücher brauchen Sie:
 

  • Bienenwachs als Granulat oder am Stück (Alternative: Japanwachs oder Carnaubawachs)
  • Stoffreste aus Naturmaterialien wie Baumwolle, Leinen oder Hanf, die Sie in die richtige Form schneiden. Am besten ungefärbte Stoffe verwenden, da nicht auszuschließen ist, dass sich die Farbe der Stoffe auf die Lebensmittel überträgt. Außerdem sollten die Stoffreste vor der Verwendung bei mindestens 60 °C gewaschen werden.

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Methode 1: Die einfache Art, Wachstücher herzustellen

Zusätzliche Materialien: 2 Töpfe, Küchenpinsel und Backpapier
 

  • Schmelzen Sie zunächst das Bienenwachs in einem der Töpfe, während Sie in dem anderen etwas Wasser aufkochen.
  • Stellen Sie dann den Topf mit dem Bienenwachs auf den Topf mit dem heißen Wasser darin, damit es flüssig bleibt. Alternativ können Sie ein Glas mit dem Bienenwachs darin in einen Topf mit Wasser stellen und es so zum Schmelzen bringen.
  • Breiten Sie auf einem Tisch nun ein Stück Backpapier aus und platzieren Sie einen Stofflappen darauf. Sie können zusätzlich einige Küchentücher oder ein altes Handtuch unterlegen, um den Tisch vor Wachsresten zu schützen.
  • Bestreichen Sie das Stofftuch nun gleichmäßig mit dem Wachs und legen Sie anschließend ein weiteres Stück Backpapier darauf.
  • Nun streichen Sie mit der Hand oder einem glatten Gegenstand darüber, sodass sich das Wachs gleichmäßig verteilt. Streichen Sie von innen nach außen.
  • Zum Schluss hängen Sie das Tuch zum Trocknen auf.

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Methode 2: Wachstücher mithilfe des Bügeleisens herstellen

Zusätzliche Materialien: Bügeleisen, Backpapier
 

  • Falls Sie kein Granulat haben, sollten Sie das Bienenwachs in kleine Stücke schneiden. Das geht am besten mit einer Vierkantreibe.
  • Legen Sie ein altes Handtuch auf den Tisch und platzieren Sie ein Stück Backpapier darauf.
  • Nun breiten Sie ein oder mehrere Stofftücher darauf aus und verteilen das Granulat gleichmäßig auf deren Oberflächen.
  • Decken Sie das Ganze mit einem weiteren Stück Backpapier ab. Falls Sie befürchten, das Wachs könnte durch das Backpapier aufs Bügeleisen gelangen, legen Sie noch ein paar zusätzliche Schichten darüber.
  • Jetzt bügeln Sie auf der heißesten Stufe über die Stofftücher, damit sich das schmelzende Wachs gleichmäßig verteilen kann. Bügeln Sie von innen nach außen.
  • Sobald Sie fertig sind, lassen Sie die Tücher kurz über dem Backpapier austropfen, bevor Sie sie zum Trocknen aufhängen.

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Methode 3: Wachstücher auf dem Backblech herstellen

Zusätzliche Materialien: Backblech
 

  • Legen Sie so viele Stofftücher wie möglich auf dem Backblech aus und bestreuen Sie sie großzügig mit dem Bienenwachs.
  • Geben Sie das Ganze nun für etwa 2 Minuten bei 150 Grad in den Ofen, bis das Wachs vollständig geschmolzen ist.
  • Lassen Sie das Wachs etwas abkühlen und entnehmen Sie die Tücher dann vorsichtig mit einer Zange. Durch leichtes Schwenken entfernen Sie überschüssiges Wachs.
  • Hängen Sie die Tücher nun zum Trocknen auf.
  • Um das Backblech zu reinigen, können Sie es erneut in den Backofen geben und das geschmolzene Wachs dann mit Küchentüchern aufnehmen. Danach gut abspülen.

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Methode 4: Bienenwachstücher einweichen
 

  • Bringen Sie das Bienenwachs entweder in einem Topf oder einem Wasserbad zum Schmelzen und weichen Sie dann die Stofftücher darin ein, sobald es ein wenig abgekühlt ist.
  • Entfernen Sie überschüssiges Wachs durch leichtes Wedeln und hängen Sie die Tücher dann zum Trocknen auf.

Was ist bei der Handhabe und Pflege zu beachten?

Die Tücher können bei guter Pflege bis zu einem Jahr verwendet werden. Dazu sollten Sie aber nach jedem Gebrauch mit kaltem Wasser und etwas mildem Spülmittel gereinigt werden. Außerdem dürfen Sie nicht zu großer Hitze ausgesetzt werden, weder durch zu warmes Wasser noch durch zu hohe Außentemperaturen im Auto. Wird das Wachs brüchig, können Sie die Tücher entweder mit etwas neuem Wachs ausbessern oder Sie verwenden sie als Grillanzünder im Sommer.

Ist Bienenwachs unbedenklich für Lebensmittel?

Laut einem Bericht der Stiftung Warentest kann sich das Bienenwachs von den Tüchern auf die darin gelagerten Lebensmittel übertragen. Gerade fettige Speisen sollen demnach besonders viel Wachs aufnehmen können. Theoretisch ist dies unbedenklich, da Bienenwachs in Deutschland als harmloser Zusatzstoff (E 901) in Lebensmitteln zugelassen ist, doch es könnte mit Schadstoffen aus der Landwirtschaft belastet sein. In der Regel wird das Bienenwachs jedoch auf Schadstoffe geprüft und bei der Produktion gereinigt, sodass keine kritischen Mengen darin zurückbleiben sollten. Verwenden Sie für die Herstellung der Wachstücher nur reines, auf Schadstoffe geprüftes Bienenwachs, das frei von Zusätzen wie Jojobaöl oder Ähnlichem ist. Denn auch diese könnten sich auf die Lebensmittel übertragen.

Ein weiterer Kritikpunkt von Stiftung Warentest lag in der Waschbarkeit der Tücher. Die Bakterien, die sich auf dem Tuch mit der Zeit absetzen, sollen laut BfR nicht ausreichend mit lauwarmem Spülwasser entfernt werden können. Es ist daher von der Lagerung von Fisch und Fleisch in den Tüchern abzuraten, da diese wiederum Keime übertragen könnten.

Zuletzt könnten auch Farbreste aus den verwendeten Stofftüchern auf die Lebensmittel übergehen. Verwenden Sie daher nur ungefärbte Naturmaterialien für die Herstellung der Wachstücher. Wer hier Bedenken wegen der Verträglichkeit hat, sollte die Bienenwachstücher lediglich zum Abdecken für Schüsseln und andere Behältnisse verwenden, wo sie keinen direkten Lebensmittelkontakt haben.

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