Die Zeugensuche im Fall der blutigen Auseinandersetzung am Freitag bei der Stadtbibliothek läuft laut der Polizei noch schleppend. Sie verfolgt derweil weitere Ermittlungsansätze.

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Die Ermittlungen im Fall der blutigen Auseinandersetzung am Freitagabend im Europaviertel bringt jede Menge Arbeit für die Kriminaltechnik-Experten der Polizei mit sich. „Wir haben viele Spuren, die ausgewertet werden müssen“, sagt ein Sprecher der Polizei. So sei an verschiedenen Orten Material gesichert worden, aus dem man eine DNA-Spur gewinnen kann. „Bei so einer Schlägerei verletzten sich ja auch die Täter“, erläutert der Polizeisprecher. So ist dann nicht nur Blut der Opfer, sondern auch der Angreifer auf den Kleidungsstücken der Personen, deren man habhaft wurde.

 

Am Freitagabend gerieten bei der Bibliothek im Europaviertel mindestens zwei Gruppen aneinander. Bei der gewalttätigen Auseinandersetzung waren laut der Polizei auch Schlagstöcke und Messer im Einsatz. Vier junge Männer wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Diese vier und zwölf weitere mutmaßliche Beteiligte kennt die Polizei bislang.

Zeugen hat die Polizei noch nicht gefunden. Das ist nach einer Schlägerei wie am Freitagabend nahe der Stadtbibliothek nicht ungewöhnlich: Die beteiligten der verfeindeten Gruppen wollen nichts mit der Polizei zu tun haben, und die Gruppen treffen sich auch gerne an Orten, wo nicht viele Passanten zugegen sind. Das war offenbar am Freitagabend auch so. Man befrage aber Personen aus dem Umfeld der Verletzten. Eventuell kann auch das Videomaterial aus den Stadtbahnen hilfreich sein. Ein paar Beteiligte wurden erwischt, weil sie in der Stadtbahn unterwegs waren. Ihr Verhalten kam anderen Passagieren seltsam vor, deswegen verständigten sie die Polizei. Einsatzkräfte erwarteten die Bahn an der Haltestelle Waldau.