Bürgermeisterwahl in Bietigheim-Bissingen Joachim Kölz bekommt Konkurrenz

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Am Dienstag, 4. April, wählt der Gemeinderat den Ersten Bürgermeister von Bietigheim-Bissingen. Der Amtsinhaber Joachim Kölz hat dabei ernst zu nehmende Konkurrenz.

Ein Amt, drei Kandidaten: Joachim Kölz, Inge Horn und Sebastian Reutter (von links) Foto: privat
Ein Amt, drei Kandidaten: Joachim Kölz, Inge Horn und Sebastian Reutter (von links) Foto: privat

Bietigheim-Bissingen - Seit acht Jahren ist Joachim Kölz der Erste Bürgermeister in Bietigheim-Bissingen und damit auch Stellvertreter von Oberbürgermeister Jürgen Kessing. An diesem Dienstag stellt er sich im Gemeinderat zur Wiederwahl. Was andernorts häufig eine reine Formalie ist – Amtsinhaber gelten als klare Favoriten bei einer Wahl – könnte durchaus spannend werden. Denn Kölz hat zwei ernst zu nehmende Konkurrenten.

Sebastian Reutter: „Unternehmerisches Denken und Verwaltungserfahrung“

Mit 36 Jahren ist Sebastian Reutter der jüngste Bewerber. Der gelernte Jurist arbeitet im Stab des Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) als leitender Beamter in der Wirtschaftsförderung und ist dort zuständig für Themen wie Leerstands- und Zwischennutzungsmanagement und die Kreativwirtschaft. Zudem war Reutter fünf Jahre lang Geschäftsführer einer Werbeagentur. Derzeit ist Reutter, der Mitglied der CDU ist, auch Geschäftsführer einer gemeinnützigen Organisation zur Förderung des nachhaltigen Bauens, der Sis-Stiftung (Stuttgart Institute of Sustainability). Als Vorzüge preist Reutter seine Verwaltungserfahrung sowie sein unternehmerisches Denken an. Sollte er gewählt werden, „möchte ich mich zusammen mit allen Beteiligten mit aller Kraft dafür einsetzen, dass Bietigheim-Bissingen so lebenswert bleibt, wie es ist“.

Auch Inge Horn geht mit einer Doppelqualifikation ins Rennen: Die 53-Jährige ist gelernte Diplom-Verwaltungswirtin und Diplom-Ingenieurin der Stadtplanung. Zwölf Jahre lang war sie Erste Bürgermeisterin in Leonberg und als Baudezernentin dort auch für das Thema Stadtplanung zuständig. Seit fünf Jahren ist sie geschäftsführende Gesellschafterin eines Architektur- und Planungsbüros, das „vom Stadtquartier bis zum Hotel“ so ziemlich alles plane, wie sie sagt. Wegen ihrer kommunalpolitischen Erfahrungen und ihrem Wissen in der freien Wirtschaft rechnet sich die parteilose Horn, ebenso wie Reutter, gute Chancen aus. Für den Fall ihrer Wahl möchte Horn „kostenbewusst und umsichtig, aber trotzdem nach vorne“ walten. Große Themen sieht sie in der Sicherstellung der Lebensqualität der Stadt, der Erhaltung der historischen Kerne der Stadtteile sowie in einer „transparenten wie dialogorientierten Verwaltung“.

Das Verhältnis Kölz-Kessing ist nicht immer klar

Der Amtsinhaber Joachim Kölz sitzt seit acht Jahren fest im Sattel und leistet solide Arbeit, auch wenn es unter vorgehaltener Hand im Rathaus heißt, dass Kessing und Kölz nicht immer die besten Freunde seien. Seit Anfang des Jahres hat Kölz auch das Baurechtsamt und das Stadtentwicklungsamt unter sich – eine Zusatzaufgabe, die sich der parteilose Diplom-Verwaltungswirt auch zutraut. „Bisher funktioniert es gut“, sagt er. Der 53-Jährige ist dem Landkreis seit vielen Jahren verbunden. Vor Bietigheim-Bissingen war er Amtsleiter im Landratsamt, zuständig für den Bereich Revision und Prüfung, davor arbeitete er bei der Stadt Heilbronn.

Die großen Aufgaben der Stadt sieht Kölz im Schaffen von Wohnraum, vor allem für Familien und in der Entwicklung des DLW-Areals. „Das ist eine Riesenchance für die Stadtentwicklung.“ Auch der Verkehr, die Schulen und Kitas sind für ihn große Punkte. Und all das gehe nur, wenn die Kasse stimmt. „Was die Finanzen angeht, stehen wir gut da, aber das ist kein Selbstläufer.“




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