CDU im Landtag Wiedereinstiegsprämie für Erzieher?

Die CDU-Fraktion will die Personalnot in Kitas mit einer Wiedereinstiegsprämie für Erzieher lindern. Foto: dpa/Marijan Murat

Die CDU-Fraktion im Landtag will sich dem Erziehermangel annehmen – und spricht sich für ein verbindliches letztes Kitajahr aus.

Entscheider/Institutionen: Annika Grah (ang)

Die CDU-Fraktion im Landtag will die Personalnot in Kitas mit einer Wiedereinstiegsprämie für Erzieher lindern. „Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen für Eltern. Dazu zählen vor allem verlässliche Betreuungsangebote für unsere Kinder“, sagte die familienpolitische Sprecherin der CDU, Isabell Huber, unserer Zeitung. Die Fraktion hat bei ihrer Klausurtagung in Sigmaringen diese Woche ein Positionspapier zur Familienpolitik verabschiedet. Darin nehmen sich die Abgeordneten vor, sich für die Fachkräftegewinnung in der Kindertagesbetreuung einzusetzen. So sollen neben finanziellen Anreizen für Erzieher, die in den Beruf zurückkehren, auch die Qualifizierungsmöglichkeiten für Quereinsteiger verbessert werden. Außerdem soll der Berufszugang für ausländische Fachkräfte mit guten Deutschkenntnissen und die Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen erleichtert werden.

 

Schulpflicht vor der Einschulung?

Die CDU-Fraktion übernimmt in dem Papier Vorschläge, die der Landesvorstand bereits im Mai gemacht hat. Für Kinder mit Sprachdefiziten sollte die Schulpflicht ein Jahr vor dem regulären Schuleintritt beginnen. Darüber hinaus spricht sich die Fraktion nun für ein „verbindliches letztes Kindergartenjahr“ aus als eine Möglichkeit, „alle Kinder – unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund – auf einen erfolgreichen Übergang in die Grundschule vorzubereiten“. Außerdem fordern die Abgeordneten Sprachtests für Vierjährige, die mit verbindlicher Sprachförderung flankiert werden.

Die Landesregierung hat sich bereits vorgenommen, in die Sprachförderung von Kindern zu investieren. So sollen mit den Bundesmitteln die Sprachkitas in Baden-Württemberg weiter finanziert werden, in denen zusätzliche Fachkräfte die sprachliche Entwicklung der Kinder fördern. Darüber hinaus soll ein Screeningprogramm eingeführt werden, mit dem die Erzieherinnen prüfen können, wie gut ein Kind spricht.

Die Ausweitung der Schulpflicht in Baden-Württemberg nach dem Vorbild des Stadtstaats Hamburgs ist ebenso wie ein verbindliches letztes Kitajahr kein ganz einfaches Unterfangen. Allerdings lag die Betreuungsquote hierzulande laut Statistischem Bundesamt bei den 3- bis 6-Jährigen zuletzt ohnehin bei 92,2 Prozent. Die Landesregierung hatte aber schon im Frühjahr wohlwollend auf die Vorschläge reagiert. „Wir ziehen an einem Strang“, hatte Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) gesagt.

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