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Charmin’ Carmen Pfeif’ auf Experimente

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Die Indie-Urgesteine Charmin’ Carmen haben ein neues „Album“. So heißt es, und es ist wirklich eins: 15 Songs, 51 Minuten Spielzeit, ein Ritt durch die Stilrichtungen. Der Sound: ganz klassisch.

Die gute alte Zeit ist vorbei. Der gute alte Sound lebt bei Charmin’ Carmen weiter. Foto: Promo
Die gute alte Zeit ist vorbei. Der gute alte Sound lebt bei Charmin’ Carmen weiter. Foto: Promo

Stuttgart - 19 Jahre musst du als Band erst mal durchhalten. Charmin’ Carmen haben das getan und spielen damit zwar noch nicht in der Liga immer noch bestehender Punkbands wie Normahl, gehen aber doch als Indie-Veteranen durch. Zumal die Bandmitglieder früher zum Teil bei Mecolodics gespielt haben, falls sich an die noch jemand erinnert. Außerdem verteilen Charmin’ Carmen bei ihren Gigs gern mal einen Schnaps und bespielen auch sonst gern Bühnen, die sich durch Nähe zum Publikum auszeichnen.

Im Goldmark’s zum Beispiel. Da ist am Freitag Release-Party für das neue Album von Charmin’ Carmen, sinnigerweise „Album“ betitelt. Das ist es wirklich: 15 Songs, amtliches Booklet dazu mit hübschen Familienfotos, die sicher vor „1994“ entstanden sind. Fluffiger Übergang zur Besprechung mit Nennung des ersten Songtitels, so macht man das als Rezensent. Der Opener klingt für einen Opener ein bisschen sehr nach Schwelgen in alten Erinnerungen, es folgt ein arg klassischer Rocktrack („Tiles“) und darauf was Indie-Rock-mäßiges („Congratulations“), das im Vergleich dazu arg Lo-Fi klingt.

Man ist also schon drauf und dran, die CD wieder wegzulegen, als mit dem vierten Song „Happy“ endlich Schwung in die Kiiischde kommt: das treibt, vielleicht sollten Tune Circus da mal reinhören. Es folgen: Country-Anspielungen in „Little Boy Blue“, ein Hauch Ska („Save Our Souls“), ins Punkige drängender Power Pop („Cause a Collision“) und immer wieder die Akustikklampfe als Grundlage fast jedes Songs.

Nix Experiment

Charmin’ Carmen und ihre Winnender Tontechniker/Produzenten Wolfgang Schmidt und Nino Baldok pfeifen dabei auf neumodische Soundexperimente und legen einen hübschen Neunziger-Jahre-Rocksound hin. Was ganz im Sinne der Band ist: Die schreibt auf ihrer Website, „dass Rock’ n’ Roll dann am besten gelingt, wenn er seine eigenen Klischees aufrichtig und ehrerbietig bedient“. Also dann: ab ins Goldmark’s!

Die Release-Party für das „Album“ von Charmin’ Carmen findet am 22. Mai im Goldmark’s statt, Eintritt kostet 6 Euro, die neue CD ist im Preis inklusive.




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