Daimler-Angebot für Belegschaft Großer Andrang auf Corona-Impfungen beim Autobauer

Daimler will pro Tag mehr als 3000 Mitarbeiter impfen. Foto: Daimler AG
Daimler will pro Tag mehr als 3000 Mitarbeiter impfen. Foto: Daimler AG

Wilfried Porth, der Personalvorstand des Autobauers, kritisiert, dass es keine Transparenz darüber gibt, welche Beschäftigten vor Corona geschützt sind und welche nicht.

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Stuttgart - Viele Beschäftigte des Stuttgarter Autobauers Daimler wollen sich bei ihrem Arbeitgeber gegen Corona impfen lassen. „Das Interesse ist sehr groß“, sagte Wilfried Porth, der Personalvorstand von Daimler, unserer Zeitung. „Es haben sich bereits 58 000 Beschäftigte registrieren lassen. Das ist bereits mehr als die Hälfte derer, die wir angeschrieben haben“, so Porth.

Die Daimler-Beschäftigten können sich seit Ende April für einen Impftermin registrieren. Der Konzern kann starten, sobald er mit Impfstoff beliefert wird. „Das konkrete Startdatum kenne ich selbst noch nicht. Wir sind auf jeden Fall startklar. Wir haben an allen deutschen Standorten Impfstraßen aufgebaut und könnten sofort mehr als 3000 Beschäftigte pro Tag impfen.“ Die Bundesregierung hat als Starttermin der Impfungen durch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte den 7. Juni 2021 avisiert. „Um an diesem Termin festhalten zu können, sind jedoch in der Abstimmung zwischen dem Bund und den Ländern noch offene Fragen zu klären“, so ein Sprecher des baden-württembergischen Sozialministeriums.

Für die Betriebe, die ihre Belegschaft impfen wollen, ist beispielsweise noch unklar, woher sie den Impfstoff beziehen können und wie am Ende die Abrechnung erfolgt. „Uns ist jetzt in erster Linie wichtig, dass wir den Impfstoff bekommen und dass wir unseren Beschäftigten ein Angebot machen können. Erst dann schauen wir, wie das am Ende abgerechnet wird“, so Porth.

Tausende Daimler-Mitarbeiter wollen sich gegen Corona impfen lassen

Als problematisch empfindet er, dass es keine transparente Dokumentation des Impfstatus der Beschäftigten gibt. „In der betrieblichen Praxis kommt erschwerend hinzu, dass wir als Arbeitgeber aus Datenschutzgründen gar nicht dokumentieren dürfen, wer geimpft ist und wer nicht“, so Porth. „Wir haben keinerlei Kenntnisse darüber, ob diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die keinen Termin bei uns gemacht haben, außerhalb von Daimler geimpft wurden oder ob sie sich schlichtweg nicht impfen lassen können oder möchten. Auf dieser Grundlage ist es kaum möglich, Lockerungen bei den Hygienevorschriften zu planen.“

Daimler befindet sich in einem massiven Transformationsprozess. Der Autobauer wandelt sich von einem Konzern, der sein Geld mit Fahrzeugen mit Diesel- oder Benzinmotor verdient, zu einem Unternehmen, dessen Neufahrzeugflotte im Jahr 2039 CO2-neutral gestellt sein soll. Allerdings hängen viele Jobs an der klassischen Verbrenner-Technologie. Deshalb hat Daimler ein Umschulungsprogramm gestartet. „Allein in den vergangenen beiden Jahren haben wir in Deutschland rund 69 000 Beschäftigte zu Themen rund um die Elektromobilität qualifiziert“, so Porth. „Bis 2025 werden wir weitere rund 130 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu schulen. Insgesamt haben wir damit rund 200 000 Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen zur Elektromobilität – allein in unseren deutschen Werken.“ Zudem will der Konzern aber auch bis 2025 rund 20 000 Stellen sozialverträglich abbauen. Derzeit liege eine vierstellige Zahl an unterschriebenen Verträgen über Frühpensionierung, Altersteilzeit und freiwillige Ausscheidungen vor, heißt es.

Porth selbst scheidet im April 2022 als Personalvorstand aus. Er strebt aber an, seinen Sitz im VfB-Aufsichtsrat zu behalten, für den Fall, dass Claus Vogt nicht als Präsident wiedergewählt wird.

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