Darts-WM 2020/21 Eine Weltmeisterschaft mit Live-Zuschauern ist gefährlich

Kostüme sind bei der diesjährigen Darts-WM verboten. Foto: dpa/Adam Davy

Die diesjährige Darts-Weltmeisterschaft darf trotz der Coronavirus-Pandemie vor 1000 Live-Zuschauern stattfinden. Das ist nicht nur fahrlässig, sondern in diesem Rahmen vollkommen sinnlos, kommentiert unser Volontär Sebastian Xanke.

Esslingen: Sebastian Xanke (xan)

Stuttgart - Von Dienstag an findet die Darts-Weltmeisterschaft im Londoner Ally Pally vor 1000 Zuschauern statt. Gleichzeitig ist die Coronavirus-Lage in Großbritannien ernst. So ernst, dass dort die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus seit Ende September von rund 455 000 auf 1 754 911 angewachsen ist – Tendenz weiter stark steigend. Wie passt das zusammen? Die Antwort ist: gar nicht.

 

Zwar betonen die Veranstalter der WM, die aus ihrer Sicht strengen Hygiene-Auflagen noch strenger kontrollieren zu wollen. Doch eigentlich sollte klar sein, dass es derzeit schlichtweg gefährlich ist, so viele Menschen auf einem Haufen zu versammeln.

Keine Verhältnismäßigkeit erkennbar

Ein Vergleich: Mitte Oktober wurde in Sindelfingen der European Darts Grand Prix ausgetragen. Gesetzlich erlaubt waren 500 statt normalerweise 3000 Zuschauern. Täglich infizierten sich damals rund 9000 Menschen mit dem Coronavirus in Deutschland. In Großbritannien gibt es derzeit fast 17 000 Neuinfektionen pro Tag. Trotzdem findet ein Event mit 1000 statt normalerweise 3000 Zuschauern statt. Verhältnismäßigkeit sieht anders aus.

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Und noch eine Lehre lässt sich aus dem European Darts Grand Prix ziehen. Dort galten ähnlich strenge Hygiene-Regeln wie nun bei der WM. Die Stimmung unter den Fans war deshalb quasi non-existent. Aber eben diese ist doch der Grund, warum Fans so eine fantastische Sache sind. Außer halt in Zeiten wie diesen.

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