Die deutschen Turner fordern sich im Netz heraus Elisabeth Seitz freut sich aufs virtuelle Duell

Von Jürgen Kemmner 

Die deutschen Turner melden sich mit einer Battle im Netz zurück: Männer und Frauen des DTB treten an ihren Standorten in virtuellen Duellen gegeneinander an. Elisabeth Seitz vom MTV Stuttgart ist begeistert.

Elisabeth Seitz geht in der Turn-Battle für das Team Stuttgart auf dem Schwebebalken ins Rennen. Foto: dpa/Christoph Schmidt
Elisabeth Seitz geht in der Turn-Battle für das Team Stuttgart auf dem Schwebebalken ins Rennen. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Stuttgart - Challenges und Battles sind nichts Neues mehr. In den Social Media fordern sich Menschen seit Jahren zu allem Möglichen heraus, sich einen Eiskübel über den Kopf zu leeren ist da schon antik. Beim Deutschen Turner Bund (DTB) haben Leute die Köpfe zusammengesteckt und die Turn-Team-Battle erfunden. Die Frauen-Teams der drei Standorte Stuttgart, Bergisch-Gladbach und Chemnitz treten am Sonntag (19 Uhr/Livestream auf turn-deutschland.tv) gegeneinander an, die Männer der Standorte Berlin, Hannover und Halle kämpfen am Donnerstag (19 Uhr) gegeneinander.

Elisabeth Seitz vom MTV Stuttgart findet die Idee großartig. „Anderen Sportarten präsentieren sich ja auch im Netz“, sagt die Bronzemedaillen-Gewinnerin am Stufenbarren der WM 2018, „so können auch wir Turner zeigen: Uns gibt es noch!“ Für das Team Stuttgart geht die 26-Jährige auf den Schwebebalken, Kim Bui turnt am Stufenbarren, Emelie Petz präsentiert eine Boden-Übung und Carina Kröll eine auf dem Trampolin. Elisabeth Seitz gefällt die Mischung aus einer guten Portion Spaß sowie einer spürbaren Prise Ernst. „Es geht nicht darum, perfekt zu sein“, sagt sie, „aber die sportliche Herausforderung spornt uns schon gewaltig an – wir wollen gewinnen.“ Außerdem freut sich die gebürtige Heidelbergerin in der Abgeschiedenheit der Corona-Krise darauf, die Turn-Kollegen mal wieder aktiv zu sehen – wenn auch nur am Bildschirm. „Es ist ein bisschen“, sagt sie, „als würden wir uns endlich mal wieder treffen.“

Wichtig ist für die Vizeeuropameisterin im Mehrkampf von 2011 auch, dass sie ein Ziel hat, auf das sie hinarbeiten kann – nachdem das große Ziel Olympia in Tokio Corona zum Opfer gefallen ist. Zunächst ist es der spaßige Wettstreit mit den zwei anderen Standorten, dann jedoch blickt Elisabeth Seitz voraus auf die Turn-EM in Baku, die im Dezember stattfinden soll. „Ich hoffe“, sagt sie, „dass bei den Quali-Wettkämpfen und auch bei der EM dann Zuschauer auf den Rängen sitzen dürfen – ich brauche diese Atmosphäre.“ Bei der Battle am Sonntag wird Elisabeth Seitz nur den Beifall ihrer Kolleginnen in der Halle in Stuttgart hören.

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