Glemstalschule in Schwieberdingen Bürgermeister weisen Vorwürfe der Eltern zurück

Von und Stefanie Köhler 

Der Schulträger, die Kommunen Schwieberdingen und Hemmingen, drängt auf eine Lösung im Streit um die Erweiterung der Glemstalschule. Ihm rennt die Zeit davon. Trotzdem bleibt er in einem Punkt hart.

Die Gemeinschaftsschule soll modernisiert  und erweitert werden. Foto: factum/Weise
Die Gemeinschaftsschule soll modernisiert und erweitert werden. Foto: factum/Weise

Schwieberdingen/Hemmingen - Im Streit um die Glemstalschule signalisieren die Bürgermeister von Schwieberdingen und Hemmingen Gesprächsbereitschaft. „Wir brauchen eine Einheit von Schulträger und Schulgemeinschaft“, sagt der Schwieberdinger Bürgermeister Nico Lauxmann (CDU) mit Blick auf die geplante Sanierung und Erweiterung der Gemeinschaftsschule. Diese verantwortet die Gemeinde gemeinsam mit dem Nachbarn Hemmingen.

Schule ein Sicherheitsrisiko?

Damit versucht der Schulträger, auf die Schulgemeinschaft zuzugehen. Die Situation ist verfahren, der Elternbeirat macht dem Schulträger massive Vorwürfe. Zuletzt hielt er ihm vor, Mängel wie Stolperfallen auf dem Schulhof ausschließlich auf Druck der Öffentlichkeit zu beseitigen. Vor allem aber wirft die Beiratsvorsitzende den Rathauschefs vor, die Sicherheit der Schüler nicht zu gewährleisten. Dem widersprechen Lauxmann und sein Hemminger Amtskollege Thomas Schäfer (CDU) mit einiger Schärfe. „Die Vorwürfe, dass es Sicherheitsmängel an unserer Schule gibt, weisen wir weiter deutlich zurück“, sagt Lauxmann.

Das angekündigte Gespräch soll im Februar oder im März stattfinden. Es soll von einem externen Mediator moderiert werden. Damit wollen die Bürgermeister auch auf die aus ihrer Sicht mangelnde Kommunikation zwischen Schulträger und Schulgemeinschaft reagieren.

Träger will keine 30 Millionen ausgeben

Die Grundlage soll laut dem Schulträger eine neue Untersuchung des Stuttgarter Beratungsunternehmens Drees und Sommer werden. Das Ziel ist es, Einsparpotenzial bei Sanierung und Erweiterung aufzuzeigen. In der aktuellen Machbarkeitsstudie haben sich die Kosten von ursprünglich 15 auf rund 30 Millionen Euro verdoppelt. Maßgeblich für die Kostenexplosion waren die Planungen für das Bestandsgebäude.

Die beiden Rathauschefs hoffen, dass sowohl die Schulgemeinschaft als auch die Gemeinderäte den Kompromiss mittragen. Sie wollen noch vor der Kommunalwahl am 26. Mai Klarheit über das weitere Vorgehen haben. Gleichwohl verweisen die Bürgermeister darauf, dass die im Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossenen Gemeinden bereits 16 Millionen für die Sanierung und Erweiterung der Glemstalschule bereitgestellt haben. „Das ist ein deutliches Zeichen, dass wir investieren wollen“, sagt Lauxmann.

Immer mehr Schüler trotz Raumnot

So deutlich die Bürgermeister ihr Ja zu der Modernisierung und Erweiterung bekräftigen, so deutlich fällt ihre Kritik in diesem Kontext an der Landespolitik aus. Die Regierung verlagere zunehmend die Umsetzung auf die kommunale Ebene, jedoch „ohne präzise Vorgaben zu machen“. Vieles sei „gut gemeint, aber schlecht gemacht“. Als Beispiel führen Lauxmann und Schäfer ein Fall aus diesem Schuljahr an. Den Behörden sei die Raumnot im Schwieberdinger Schulzentrum bekannt. Und doch wurde der Träger dieses Schuljahr dazu verpflichtet, vier fünfte Klassen einzurichten – ein Schüler weniger, und drei Klassen hätten ausgereicht. Das ist nicht das erste Mal: Vor vielen Jahren habe das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart angeordnet, fünf fünfte Klassen einzurichten – „gegen unseren Willen“, so Lauxmann.

Dass die Glemstalschule mit einer gymnasialen Oberstufe zum Leuchtturmprojekt in der Region werden könnte, verhehlt Schäfer nicht. Doch zum jetzigen Zeitpunkt hätten zunächst Sanierung und Erweiterung Priorität.

Bürgermeister nennen Kern des Konflikts

Just in der gymnasialen Oberstufe sehen die Bürgermeister den Kern des Konflikts: „Die Eltern halten an einer Forderung fest, die sich nicht mit demokratischen Beschlüssen deckt.“ Die Gemeinderäte hatten dem Wunsch der Eltern nach einer gymnasialen Oberstufe eine Absage erteilt. Keine der 16 Gemeinschaftsschulen im Kreis Ludwigsburg bietet dies an. Eine Gemeinschaftsschule mit Sekundarstufe II gibt es selbst in der Region nicht – landesweit nur in Tübingen und Konstanz.

Zunächst hat nun aber der Gemeindeverwaltungsverband das Wort. Er tagt am 31. Januar. Erst in dieser öffentlichen Sitzung wollen die Bürgermeister auf die Vorwürfe des Elternbeirats eingehen.