Haushalt in Kornwestheim Noch geht es ohne Kredite

Im Rathaus wurde der Haushalt 2024 verabschiedet. Foto: Werner Kuhnle

Im Vergleich zur Einbringung des Zahlenwerks gestaltet sich das Budget Kornwestheims freundlicher. 2024 geht man nun statt von einem Minus, von einem Überschuss in Höhe von 3,1 Millionen Euro aus. Grund ist eine korrigierte Prognose bei der Gewerbesteuer.

Ludwigsburg: Frank Ruppert (rup)

Ein überarbeitetes Zahlenwerk präsentierte Bürgermeisterin Martina Koch-Haßdenteufel den Stadträtin Kornwestheims in der jüngsten Sitzung. Die Verabschiedung des Haushalts war nach ausführlichen Beratungen in den Ausschüssen nur Formsache. War man bei der Einbringung im Herbst noch von einem Defizit von 986 000 Euro für 2024 ausgegangen, konnte bei der Verabschiedung ein Plus von gut 3,1 Millionen Euro vermerkt werden. Insgesamt stehen in dem Hauhalt für das aktuelle Jahr nun Erträgen über 121,5 Millionen Euro, Aufwendungen über 118,4 Millionen Euro gegenüber.

 

Ein Grund sind die Aussichten auf größere Einnahmen bei der Gewerbesteuer. Mit fünf Millionen Euro mehr rechnet Koch-Haßdenteufel im Vergleich zum Ansatz, den man bei der Einbringung zugrunde legte. 2024 geht man statt von 30 Millionen nun von 35 Millionen Euro an Einnahmen aus. Ursache sind veränderte Prognosewerte. Kurz, die Stadt hat in ihrem Entwurf zu konservativ gerechnet, die Entwicklung bei den Unternehmen wird inzwischen als besser vorausgesagt. Zu den großen Investitionen in den kommenden Jahren gehören neben dem Schulcampus Ost, der mit mehr als 100 Millionen Euro zu Buche schlagen wird, der Neubau der Großen Pflugfelder Brücke, die 2024 mit 16 Millionen Euro zu Buche schlägt und die Stadt im Jahr darauf neun Millionen Euro kosten wird. Statt wie zuvor mit 24 Millionen Euro, geht man nun bei dem Projekt von Kosten von 42 Millionen Euro aus. Wie berichtet hat sich das Projekt seit Beginn der Planungen stetig verteuert.

Dennoch plant man im Rathaus 2024 und 2025 nicht mit Kreditaufnahmen. Das ändert sich aber wohl ab 2026. Dann seien nämlich, ebenso wie 2027 Kredite von je 20 Millionen Euro notwendig. 2028 plant die Stadt mit Krediten in Höhe von 30 Millionen Euro. Grund sind die Investitionen in der Stadt, so Koch-Haßdenteufel. Noch könne man die hohen Investitionen aus den Rücklagen stemmen, das gilt aber nur für die nächsten beiden Jahre. Die Pro-Kopf-Verschuldung soll Ende 2028 bei gut 2000 Euro je Einwohner liegen. „Das ist nicht wenig, aber damit liegen wir im Bereich vergleichbarer Städte“, sagte Koch-Haßdenteufel. Ob die Kreditaufnahme so kommt und welche Folgen das haben wird für die Bürger wird sich frühestens im nächsten Doppelhaushalt zeigen.

Kosten für Personal steigen

Neben Investitionen in Gebäude steigen auch die Personalaufwendungen immer weiter. 2024 gibt die Stadt 36,8 Millionen Euro, 2025 38,8 Millionen Euro für Bedienstete aus. 22,5 Vollzeitstellen werden geschaffen. 41 Prozent dieser Stellen muss die Stadt schaffen,um Vorgaben von Bund oder Land zu erfüllen. Nur 21 Prozent des Stellenzuwachses geht auf das Konto „Eigene Projekte /freiwillige Aufgaben“. Das soll verdeutlichen, dass die Stadtverwaltung selbst bei einem großen Kostenträger wie den Personalaufwendungen nur beschränkt die Möglichkeit hat, selbst einzuwirken.

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