Herzogin Meghan und Prinz Harry Schritt für Schritt dem Rückzug entgegen

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Wer Meghan und Harry in den vergangenen Monaten beobachtete, für den kommt ihr Rückzug nicht überraschend. Es war eher ein Abschied in Raten. Eine Chronologie.

Herzogin Meghan und Prinz Harry haben ihre Entscheidung getroffen: Die Windsors sollen künftig ohne sie klar kommen. Foto: dpa/Frank Augstein 7 Bilder
Herzogin Meghan und Prinz Harry haben ihre Entscheidung getroffen: Die Windsors sollen künftig ohne sie klar kommen. Foto: dpa/Frank Augstein

London - Überrascht? Wer sich mit Prinz Harry und Herzogin Meghan in den vergangenen Monaten beschäftigt hat, war vermutlich nicht völlig baff über die Ankündigung ihres Rückzugs. Erstaunt über das Vorgehen – offenbar ohne Absprache mit der Queen? Sicher. Aber über die Tatsache an sich? Nicht wirklich. Es hatte sich abgezeichnet, dass das Herzogpaar von Sussex mit seiner Rolle haderte, dass die beiden nach einem neuen, eigenen Weg suchten.

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Schaut man auf die zurückliegenden Monate, dann lässt sich eher ein Abschied auf Raten erkennen – der mit oder sogar noch vor der Geburt des kleinen Archie Harrison begann. Ein Blick zurück:

April: Die Sussex’ gehen auf Distanz zu den Cambridges – im Frühjahr trennen Prinz Harry und Herzogin Meghan ihre Auftritte in den sozialen Medien von denen seines Bruders William und dessen Frau Kate. Bereits Ende 2018 hatten Meghan und Harry verkündet, dass sie nach der Geburt ihres Kindes aus dem Kensington Palace ausziehen werden – dort lebten sie Tür an Tür mit William und Kate.

Mai: Pflichtschuldigst verkündete der Palast bei den Geburten von Prinz George und seinen Geschwistern den Moment, in dem Herzogin Kate sich zur Niederkunft auf den Weg ins Krankenhaus machte. Nicht so bei der Geburt von Archie Harrison Mountbatten-Windsor. Hier wird die Öffentlichkeit erst informiert, als der kleine Master bereits auf der Welt ist. Harry und Meghan schaffen es sogar, geheimzuhalten, wo ihr kleiner Sohn genau zur Welt kam. Bewusst verzichten Herzogin Meghan und Prinz Harry auch auf einen Titel für ihren Erstgeborenen – und lassen sich zwei Tage Zeit, bis sie Archie der Welt präsentieren.

Juli: Master Archie wird getauft – allerdings praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Fotografen sind bei der Zeremonie in der Kapelle von Schloss Windsor nicht erwünscht. Zwar teilen Harry und Meghan zwei Fotos auf ihrem Instagram-Account, behalten aber die Namen von Archies Taufpaten für sich. Die Briten sind enttäuscht und in den Medien wird erste Kritik laut, dass die Sussex’ zu viel Privatheit für sich in Anspruch nehmen. Die Taufe im kleinen Kreis sei ein Traditionsbruch, motzt zum Beispiel der „Daily Mirror“.

Juli: Bitte keine Fotos! Herzogin Meghan gibt sich beim traditionellen Tennisturnier von Wimbledon die Ehre, besteht aber offenbar darauf, dass andere Besucher keine Fotos von ihr schießen. Jetzt reagieren auch viele Briten zunehmend verschnupft, schließlich werden sie für die Renovierung des neuen Familiendomizils Frogmore Cottage zur Kasse gebeten – sollen die Sussex’ aber ansonsten ihrer Privatheit überlassen?

So reagieren die britischen Medien auf den Rückzug der Sussex’

Oktober: Eigentlich sollte ihre Afrikareise endlich wieder für positive Schlagzeilen sorgen. Doch dann lassen Harry und Meghan die Bombe platzen: In der TV-Dokumentation „An African Journey“ halten sie mit ihren Gefühlen nicht hinterm Berg. „Nicht viele Menschen haben gefragt, ob es mir gut geht“, klagt Meghan. Sie habe es versucht mit der „stiff upper lip“ der Briten, bekennt die Herzogin gegenüber dem Fernsehjournalisten Tom Bradby. Und offenbart dann – beinahe unter Tränen –, wie sehr sie unter der teils äußerst kritischen Berichterstattung der britischen „Yellow Press“ leidet.

Meghan und Harry wollen sich wehren und reichen Anzeigen gegen zwei britische Verlage ein. Der Druck fordert bei Meghan offenbar sein Tribut: „Es reicht nicht, etwas zu überleben. Es geht doch darum, glücklich zu sein.“ In der gleichen Dokumentation gewährt auch Harry einen Blick in sein Innerstes: Er und sein Bruder William befänden „sich momentan auf unterschiedlichen Pfaden, offenbart der Prinz und bekennt, wie sehr ihn der frühe Tod seiner Mutter Diana noch immer mitnimmt.

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Dezember: Der Palast reagiert – und räumt Prinz Harry und Herzogin Meghan mitsamt dem kleinen Archie eine sechswöchige Auszeit ein. Die Sussex’ verbringen Weihnachten nicht mit den anderen Windsors auf Sandringham, sondern in Kanada. Dort fällt das Paar offenbar seinen schwerwiegenden Entschluss, der in den Monaten davor gereift war.

Januar: Auf Instagram verkünden Herzogin Meghan und Prinz Harry eine Entscheidung, die ihr Leben verändern wird. Die Sussex’ wollen künftig keine „senior members“ der royalen Familie mehr sein – und auch finanziell auf eigenen Füßen stehen. In Zukunft wollen sie ihre Zeit zwischen Großbritannien und Meghans Heimat USA aufteilen. Royalexperten bohren ihre Quellen im Palast an und erfahren, dass offenbar weder die Queen noch Prinz Charles oder Prinz William in die Entscheidung eingebunden wurden.