Stuttgart - Die alte und neue Präsidentin der IHK-Region Stuttgart will die berufliche Aus- und Weiterbildung auch in ihrer neuen Amtsperiode zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit machen. „Am Erfolg der dualen Bildung hängt das Wohl der regionalen Wirtschaft“, erklärte Marjoke Breuning unserer Zeitung unmittelbar nach der Wahl. Die neue Amtsperiode von Breuning läuft bis zum Jahr 2025. Breuning kündigte an, im kommenden März auch als Vizepräsidentin des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zu kandidieren. Damit wolle sie ein Zeichen für mehr Einfluss von Frauen in der Kammerorganisation setzen.
Breuning verlangt Öffnungsstrategie
Neben der Aus- und Weiterbildung sieht die Präsidentin auch die Unterstützung der regionalen Unternehmen in der Coronakrise als einen Schwerpunkt ihrer Arbeit an. „Es kommt jetzt darauf an, insbesondere jene Unternehmen, die aufgrund der Pandemie in eine existenziell schwierige Lage gekommen sind, gut durch diese Krise und aus der Krise zu begleiten. Angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie müsse die Politik eine Öffnungsstrategie vorlegen.
Claus Paal neuer Stellvertreter
Auf Breuning entfielen 82,8 Prozent der Stimmen. Gegenkandidaturen hatte es nicht gegeben. Auch Wilfried Porth, Personalvorstand bei Daimler wurde in seinem Amt als Vizepräsident bestätigt. Neu als einer der beiden Stellvertreter wurde der Waiblinger Unternehmer Claus Paal gewählt. Paals Vorgänger Heinrich Baumann ist im September 2020 überraschend verstorben. Zuvor hatte der geschäftsführende Gesellschafter des Esslinger Autozulieferers Eberspächer bereits verkündet nicht mehr kandidieren zu wollen. Der 1967 geborene Paal ist geschäftsführender Gesellschafter der A+V Automation und Verpackungstechnik GmbH sowie der Claus Paal Unternehmensberatung. Bis zum Ende dieser Legislaturperiode ist der neue Vizepräsident noch Mitglied der CDU-Fraktion im baden-württembergischen Landtag und deren wirtschaftspolitischer Sprecher. Für die kommende Legislatur tritt er nicht mehr an.
Wie Breuning will sich auch Paal für die Weiterentwicklung der dualen Ausbildung einsetzen. „Ich möchte gerne mithelfen, unser erfolgreiches und lebenswertes Land in eine gute Zukunft zu führen“, sagte er unserer Zeitung als Motiv für seine Kandidatur für den Posten des Vizepräsidenten. Zehn der 21 neu gewählten Mitglieder des Präsidiums der Kammer Region Stuttgart sind Frauen. Damit hat sich deren Anteil im Vergleich zur letzen Präsidiumswahl ungefähr verdoppelt.
Zahl der Frauen im Präsidium verdoppelt
Schon bei der Wahl zur Vollversammlung im vergangenen Sommer war der Anteil der Unternehmerinnen um 30 Prozent gesteigert worden. Ein Viertel der 100 Mitglieder der Vollversammlung sind inzwischen Frauen. In einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ erklärte Breuning, es solle erreicht werden, dass in Zukunft die Hälfte aller Sitze in der Vollversammlung auf Frauen entfielen.
Bei einer erfolgreichen Kandidatur als Vizepräsidentin des Deutschen Industrie- und Handelskammertags wäre sie die erste Frau auf diesem Posten.
Kakteen kündigen Beschwerde an
Die kammerkritische Kakteengruppe hat angekündigt, beim baden-württembergischen Wirtschaftsministerium Beschwerde gegen die Wahl des Präsidiums einzulegen. Dieses ist die Aufsichtsbehörde für die Arbeit der Industrie- und Handelskammern. Insbesondere wird von den Kakteen kritisiert, dass Mitglieder des Präsidiums und die stellvertretenden Präsidenten in einem Durchgang gewählt worden seien. Zunächst hätte man die Präsidiumsmitglieder, dann aus deren Reihen die Vizepräsidenten wählen sollen, meinen die Kakteen. Diese stellen 14 Mitglieder der Vollversammlung.