Interview mit Cro „Ich will hier nicht weg. Noch.“

Digital Unit: Jan Georg Plavec (jgp)
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Auf deinem neuen Album machst du einige Anspielungen auf Stuttgart, die außerhalb Stuttgarts kein Mensch versteht. Ist Stuttgart dein Lebensmittelpunkt?
Ich wohne gerade mit meinem Bruder in einer Bude in Stuttgart, bin aber zum Musikmachen daheim, in der Nähe von Schwäbisch Gmünd. Da kann ich laut sein. Und weil ich das Album machen musste, bin ich ständig dorthin gefahren. Heimat ist von dort bis hier. Man ist ja in einer halben Stunde dort. Ich fahre oft schneller zu meinen Eltern als im Stau von Degerloch in die Stadt runter.

Die alternative Szene in Esslingen hat kürzlich einen Sampler herausgebracht: „Von Heimat kann man hier nicht sprechen“. Diese Szene grenzt sich von Stuttgart ab. Du rappst explizit positiv über Stuttgart.
Stuttgart ist geil. Ich bin ja hier aufgewachsen, schon in der Kindheit ständig hergekommen, Skateboard gefahren, abends dann hier bei Kumpels übernachtet. Ich kenne hier alle und alle kennen mich, ich will hier nicht mehr weg. Noch.

Ist Stuttgart besser geworden in den letzten Jahren?
Man wird älter, das macht das Leben schöner. Als Kind war es so: Man hat ein Skateboard und muss schauen, wann der Zug fährt. Jetzt hat man ein Auto und muss nicht mehr Mutti anrufen, ob man doch noch ein bisschen bleiben darf. Das macht das Leben einfach und das ist das Schöne daran.

Warum beschäftigen sich gerade so viele Stuttgarter mit Stuttgart?
Keine Ahnung. Was meinst du?

Ich glaube, Stuttgart ist nicht mehr so provinziell. Und man kann sagen: Wir haben Cro.
Ich denke da gerade zum ersten Mal darüber nach. Ja, es ist schon ein bisschen so, dass ich das Gesicht von Stuttgart bin. Und es ist ein sympathisches, frisches Gesicht, was Neues und steht für cool. Müsst ihr halt mal ne Umfrage machen!




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