Jugendfarm Möhringen-Vaihingen Das Eselchen Emil erfreut Kinderherzen

Seit Kurzem befreundet und schon unzertrennlich: Minou (rechts) und Emil. Foto: z
Seit Kurzem befreundet und schon unzertrennlich: Minou (rechts) und Emil. Foto: z

Nach dem Tod des Esels Garibaldi hat die Jugendfarm Möhringen nun einen neuen tierischen Bewohner.

Möhringen - Eine Bescherung der besonderen Art hat es für die Jugendfarm noch vor dem Heiligen Abend gegeben. Der Möhringer Bezirksbeirat hat der Einrichtung mit rund 1700 Euro für den Kauf des Esels Emil unter die Arme gegriffen. „Das war für uns ein ganz tolles Weihnachtsgeschenk, denn wegen Corona haben wir viel weniger Einnahmen als sonst“, sagt Sandra Brede-Haße, hauptamtliche Mitarbeiterin der Jugendfarm.

Zu Weihnachten gehören Esel dazu, seit Maler sie quasi als Inventar von Bethlehems Stall darstellten. Auch in der Bibel genossen sie Wertschätzung, und laut dem Alten Testament waren sie sogar dazu auserkoren, den Messias zu tragen, und im Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ sagt der kluge Esel zum Hahn: „Etwas Besseres als den Tod findest Du überall.“ Auf der Jugendfarm Möhringen haben die Eselin Minou und der Esel Garibaldi die Herzen der Kinder und Jugendlichen, die mit den beiden spazieren gegangen sind, erfreut. „Im September ist unser Garibaldi im Alter von 25 Jahren gestorben. Er musste eingeschläfert werden, denn er litt unter schmerzhafter Hufrehe“, sagt Sandra Brede-Haße. Der Verlust ihres Gefährten habe vor allem die zwölfjährige Minou getroffen: „Nach Garibaldis Tod war sie mit unseren Ponys zusammen, aber weil die Kommunikation mit den lebhafteren Ponys anders ist, hat ihr Garibaldi sehr gefehlt“, sagt Sandra Brede-Haße.

Der kleine Esel ist sehr verschmust und will Aufmerksamkeit

Während Minou mit den Ponys mitgetrottet ist, haben sich die Verantwortlichen der Jugendfarm einen kinderlieben Nachfolger von Garibaldi gesucht. „Auf einer Tiervermittlungsseite im Internet haben wir eine Familie aus Bad Marienberg im Westerwald gefunden, die ihren amerikanischen Zwergesel Emil abgeben musste“, sagt Sandra Brede-Haße. Die Familie habe beruflich vor Corona viel mit Eseln und Ponys gearbeitet, aber wegen der Pandemie den Tierbereich aufgeben müssen: „Die Familie hat einen Platz für Emil gesucht, an dem er Kontakt mit Kindern hat, und wir haben ihr Videofilme von der Jugendfarm und den Ställen geschickt. Damit haben wir sie davon überzeugt, dass es Emil bei uns gut hat.“

Also holten Mitarbeiter der Jugendfarm den fünfjährigen Emil ab, und der habe sich gleich wohlgefühlt: „Er ist sehr neugierig, hat alles in Ruhe angeschaut und gleich seinen Platz gefunden. Minou und er mussten sich aneinander gewöhnen, aber jetzt sind sie unzertrennlich.“ Bei Spaziergängen sei Emil immer vorne, beim Fressen lasse er Minou den Vortritt. Kindern gegenüber sei er weniger störrisch als Minou: „Sie ist verfressen und geht ab und zu vom Weg auf die Wiese.“ Emil sei verschmust und wolle gekrault werden. Außerdem suche er Aufmerksamkeit. Wenn man sich mit den Ponys beschäftige, höre man seinen Ruf aus dem Stall. Damit signalisiere er: „Hallo, ich bin auch noch da!“

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