Kampf gegen das Coronavirus Schon 2800 statt 2200 Atemgeräte in Baden-Württemberg

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Schutzmasken, Atemgeräte, Testkits: Der Kampf um medizinische Ausrüstung gegen Corona ist mörderisch. Baden-Württemberg vermeldet erste Erfolge – aber es gibt auch Probleme.

Die künstliche Beatmung (hier an einer Dummypuppe) ist bei vielen Corona-Patienten lebenswichtig. Foto: dpa/Kay Nietfeld
Die künstliche Beatmung (hier an einer Dummypuppe) ist bei vielen Corona-Patienten lebenswichtig. Foto: dpa/Kay Nietfeld

Stuttgart - Baden-Württemberg rechnet in nächster Zeit mit einer Lieferung von mehr als 30 Millionen Schutzmasken aus China. Die erste Tranche der Masken für den professionellen Gebrauch von Ärzten und Pflegepersonal erwartet Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) bereits in wenigen Tagen, wie er am Dienstag ankündigte.

Die verbindlichen Verträge umfassen demnach eine Summe zwischen 50 Millionen und knapp 100 Millionen Euro. Ins Detail wollte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nicht gehen. „Genaue Zahlen zu nennen, ist in einer solchen Marktsituation nicht sinnvoll“, sagte Kretschmann. Lucha sprach gar von „Wildwest-Manier“ bei der Beschaffung der Instrumente und Ausrüstungen.

600 neue Beatmungsgeräte in den Kliniken

Nach wie vor wird im Land aber der Mangel verwaltet, auch wenn Lucha eine gewisse Besserung ausmacht. Bei der Verteilung hatte zum Beispiel die Altenhilfe Alarm geschlagen. Lucha betonte, 70 Prozent des Materials gehe an die Stadt- und Landkreise: „Alle Träger errechnen und gewichten den Bedarf gemeinsam. Die Systematik in der Verteilung stimmt.“

In der kommenden Woche sollen laut Lucha außerdem hundert Beatmungsgeräte ausgeliefert werden, der Vertrag über 400 weitere stehe vor dem Abschluss. Außerdem steht das Land mit Maschinenbauern und Automobilherstellern in Verhandlungen über die Produktion von Beatmungsgeräten. Die Anzahl der Beatmungsplätze in den Krankenhäusern des Landes sei bereits von 2200 auf 2800 erhöht worden, berichtete der Gesundheitsminister am Dienstag.

Bereits 2000 Bußgelder wegen Verstößen

Gekämpft wird demnach auch um Testkits. Rund 5000 Tests können derzeit am Tag im Südwesten gemacht werden. „Wir testen jetzt schon mehr als Südkorea“, sagte Manfred Lucha. Stand Ende März habe man wohl zwischen 150 000 und 200 000 Tests durchgeführt. Und es sollen noch mehr werden. Zielgerichtete Tests gelten als wichtige Maßnahme gegen die Verbreitung des Virus.

Als unverzichtbar stuft die Landesregierung außerdem die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen ein. Innenminister Thomas Strobl (CDU) berichtete allerdings von 2000 Fällen am Wochenende, in denen die Polizei drei und mehr Personen gemeinsam im öffentlichen Raum angetroffen habe. „Die Polizei wird auf die Einhaltung der Regeln achten“, warnte der Innenminister. Verstöße seien keine Kavaliersdelikte und würden mit hohen Bußgeldern geahndet. „Im Wiederholungsfall können das 25 000 Euro sein“, betonte Strobl. Er blickt bereits mit Sorge auf die bevorstehenden Osterfeiertage.

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