Kapitän der MHP Riesen Ludwigsburg feiert Jubiläum David McCray macht die 400 voll

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Im Heimspiel am Mittwoch (15 Uhr) gegen Bremerhaven absolviert Ludwigsburgs Basketball-Profi David McCray sein 400. Bundesligaspiel. Er ist nicht nur Kapitän, sondern auch Integrationsbeauftragter des Clubs.

David McCray feiert mit seinen Kindern – auch am Mittwoch? Foto: Baumann
David McCray feiert mit seinen Kindern – auch am Mittwoch? Foto: Baumann

Ludwigsburg - Um es vorwegzunehmen: Es ist kein Rekord für die Ewigkeit. Dafür ein ganz persönlicher, der sich sehen lassen kann. David McCray bestreitet an diesem Mittwoch (15 Uhr) gegen die Eisbären ­Bremerhaven sein 400. Spiel in der Basketball-Bundesliga. Etwas Besonderes? Bei ­dieser Frage bekommt der 31-Jährige große Augen wie eines seiner beiden Kinder, wenn sie nach dem Spielende in der MHP-Arena aufs Parkett dürfen, um dort mit dem Vater vor den Fans zu feiern. „Oh ja!“, sagt McCray also, „wenn mir das vor meinem ersten Spiel einer gesagt hätte, hätte ich sofort unterschrieben.“ Damals war das irgendwie ja ein Weihnachtsgeschenk, an diesem 26. Dezember 2004 im Trikot der BG Karlsruhe, für die der Teenager aus Speyer erstmals in der Bundesliga auflief.

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Und es lief gut, so gut jedenfalls, dass es jetzt zum Jubiläum reicht. Bei den MHP Riesen Ludwigsburg, bei denen er bereits seine neunte Saison spielt, nach Zwischenstationen bei den Telekom Baskets Bonn und Artland Dragons die vierte davon nacheinander. Ein kleines Novum im schnelllebigen Basketballgeschäft. Damit ist er einer der „Veteranen“ (neben Adam Waleskowski), wie der Trainer John Patrick gerne mal schmunzelnd sagt. Und der Kapitän. „Ich versuche, diese Rolle vorzuleben“, sagt er. Wie? Indem er den neuen Spielern zeigt, was es heißt, bei den Riesen zu spielen: intensiv und aggressiv vor allem in der Verteidigung. Das gilt auf dem Parkett, wo er der verlängerte Arm des Trainers ist, und außerhalb. Denn auch dort gibt es jede Menge zu tun – Jahr für Jahr.

Bindeglied zwischen Trainer und Team

In diesem Sommer war es wieder einmal besonders extrem. Denn David McCray ist die Identifikationsfigur, das Bindeglied im Verein, das allen Neuzugängen den Alltag in Deutschland und Ludwigsburg nahebringen soll. Eine Art Integrationsbeauftragter der Riesen. Patrick: „Er ist wichtig fürs Team und dessen Organisation.“ McCrays Vater ist US-Amerikaner, seine Mutter Deutsche, so kennt er beide Seiten, was Sprache und Mentalität angeht. Also lädt er mal zum Barbecue nach Hause ein oder zum Essen in die Stadt. „David ist das Herz der Mannschaft, er ist wie ein zweiter Teammanager“, hat der Ex-Kollege Johannes Thiemann (jetzt Alba Berlin) mal gesagt. Und Coach Patrick bezeichnet ihn in diesem Zusammenhang auch gerne als „Klebstoff des Teams“, der alle zusammenhält.

Auch jetzt zu Beginn der Saison, als es trotz des Sieges am Samstag gegen Frankfurt Verlierer gab: die beiden College-Boys Kelan Martin und Thomas Wilder etwa, die kein Bein aufs Feld bekamen und dementsprechend geknickt wirkten. „Ich werde vielleicht schon mal kurz mit den beiden sprechen“, sagte er hinterher, „aber ich glaube nicht, dass sie aufgebaut werden müssen. Sie wissen, was sie können, und sind selbstbewusst genug.“

Als Vermittler gefragt

Hoffentlich, denn die zwei Rookies wären nicht die Ersten, die es unter dem Disziplinfanatiker Patrick schwer hätten und vorzeitig gehen müssten. Das ist Basketball, das ist Profisport. Wer wüsste das besser als David McCray. Er gilt in der Liga als Leitfigur, als Defensivmonster, wenn man so sagen darf, der mit seinen 187 Zentimetern und 85 Kilo schon so manchen Gegenspieler zur Verzweiflung brachte und, wenn es sein muss, in der Offensive auch mal einen Dreier versenkt. Er ist mehr Kämpfer als Künstler.

Jetzt folgt also ein kleiner Meilenstein gegen die Eisbären. Gibt es was Schöneres, die 500er-Marke vielleicht? Wer weiß: „Ich fühle mich fit. Das wäre natürlich grandios, aber erst einmal kommen die 450“ – und am Mittwoch das Spiel gegen Bremerhaven. Vielleicht mit dem tollen Ritual zum Abschluss: einem Tänzchen zusammen mit den Kindern Jaden und Nova auf dem Parkett, als Lohn für den nächsten Sieg. Motivation genug gibt es für den Familienvater: „Mein Sohn ist immer sehr traurig, wenn wir verlieren“, sagt David McCray. Wobei 400 Spiele allein schon Grund zum Feiern sind.

Seinen Erfolg feierte McCray zusammen mit Familie und Freunden auf dem Cannstatter Wasen am Sonntag.