Regionaler einkaufen, weniger Müll produzieren und Energie sparen – an sieben Abenden bietet die Thomasgemeinde in Stuttgart-Kaltental Impulse für mehr Klimaschutz und Klimagerechtigkeit an.

Filderzeitung: Judith A. Sägesser (ana)

Kaltental - Wie viele Elektrogeräte helfen einem eigentlich in der Küche? Und wie viel Energie ziehen sie? Das sind Fragen, die Malte Sell den anderen stellen will, wenn er mit seinem Impuls-Abend an der Reihe ist. Sell ist Kirchengemeinderat in der evangelischen Thomasgemeinde in Stuttgart-Kaltental, und er ist Mitglied im Umweltausschuss der Gemeinde.

Das sind die Themen beim Klimafasten 2022

Für die Fastenzeit haben er und die anderen beschlossen, dieses Jahr beim Klimafasten der Evangelischen Landeskirche mitzumachen. Unter der Überschrift „Sieben Wochen ohne...“ versuchen Kirchengemeinden landauf, landab in der Zeit bis Ostern, dieses oder jenes wegzulassen – um zu schauen, ob und was dies bei den Menschen auslöst. Die Fastenzeit dauert dieses Jahr vom 2. März bis 17. April. Die Thomasgemeinde hat sich in diesem Zusammenhang eben fürs Klimafasten entschieden – für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit. An sieben Abenden soll es jeweils eine halbe Stunde Impulse aus dem Umweltausschuss geben, anschließend kommen die Teilnehmer bestenfalls ins Gespräch. Themen sind beispielsweise Verschwendung, Verpackung, regionale Lebensmittel und Energie.

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Dass sich Thomas Sell den Themenbereich Energiesparen im Haushalt herausgepickt hat, kommt nicht von ungefähr. Der 48-Jährige ist Energiewirtschaftler und arbeitet bei der EnBW. Er probiert selbst bei sich daheim mit seiner Familie schon einiges aus, um den Energiebedarf zu senken. Daran möchte er andere beim Klimafasten teilhaben lassen – und inspirieren.

Er will kein Umweltapostel sein

So rät Sell beispielsweise dazu, die Spülmaschine möglichst nachts laufen zu lassen, weil die erneuerbaren Energien dann, wenn die Industrie nicht arbeitet, in der Regel im Überfluss vorhanden sind. Oder er gibt den Anstoß, Tiefgefrorenes nicht in der Mikrowelle aufzutauen, im Wasserkocher nur so viel zu erhitzen, wie auch gebraucht wird, oder aber Wäsche lieber an die Leine zu hängen als in den Trockner zu stopfen. Wichtig ist ihm: Er will sich nicht als Umweltapostel verstanden wissen, sondern ein Gespräch mit anderen in Gang bringen. „Es ist ein Dialog-Format“, keine Vortragsreihe. Es gehe auch nicht ums Verzichten, sagt Sell. „Man soll das Thema sieben Wochen lang bewusst wahrnehmen, einen Prozess spüren“, sagt er. Aber eben auch Gewohnheiten hinterfragen.

Vom 1. März an trifft man sich jeweils dienstags von 19 Uhr an im Dietrich-Bonhoeffer-Saal der Thomaskirche in Kaltental. Einen Überblick über die Themen zum Klimafasten und wann sie jeweils an der Reihe sind, findet man online auf der Seite der Kirchengemeinde: www.thomasgemeinde-stuttgart.de. Weitere Infos gibt es zudem hier: www.klimafasten.de.