Kolumne Ludwigsburg Reisen mit Niveau

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Wer nichts weiß, muss alles glauben – deshalb werden in Ludwigsburg die Dinge hinterfragt. Sogar vom Polizeipräsidenten! Deshalb wird die Heuchelei in dieser Stadt niemals eine Chance haben.

Spitzwegs Bild von Engländern in der Campagna – womöglich stellt sich die grüne Stadträtin Elfriede Steinwand Reisen des Ludwigsburger Gemeinderats ähnlich niveauvoll vor. Foto: akg-images
Spitzwegs Bild von Engländern in der Campagna – womöglich stellt sich die grüne Stadträtin Elfriede Steinwand Reisen des Ludwigsburger Gemeinderats ähnlich niveauvoll vor. Foto: akg-images

Ludwigsburg - Von einem wunderbaren Leben darf sprechen, wer das Wundern nicht verlernt. Wer nach egal wie vielen Jahren auf dieser Erde, wie vielen Höhepunkten im Weltgeschehen und wie vielen Tiefpunkten noch immer staunen kann, der ist nicht abgestumpft, hat sich eine Offenheit bewahrt und ist damit automatisch fähig dazuzulernen. Wer ein solch wunderbares Leben dazuhin in Ludwigsburg verbringen darf, der hat es ganz besonders gut getroffen. In Ludwigsburg, ja, so ist das wirklich, lernt man niemals aus!

Neckarwyoming macht seinem Namen alle Ehre

In Ludwigsburg kann es zum Beispiel passieren, dass nach einem Faschingsumzug Chaos und Gewalt ausbrechen, die herbeieilenden Polizisten sich offenbar nicht allzu zimperlich an die Wiederherstellung der Ordnung machen – und dann mit der Klärung des Sachverhalts beauftragt werden. So geschehen in Neckarweihingen. Dort sollte der ortsansässige Polizeiposten klären, was am fraglichen Abend aus dem Ruder gelaufen war. Wahrscheinlich ist es nicht unwahrscheinlich, dass ein sehr dünner Abschlussbericht mit der Aufschrift „LB Confidential“ herausgekommen wäre – hätte, ja hätte sich der Polizeipräsident nicht gewundert. Vier Tage nach dem Chaosabend von, wie Kenner sagen, Neckarwyoming hat Frank Rebholz verfügt, eine flugs gegründete Ermittlungsgruppe möge den Fall klären.

Ergo: Wenn man meint, es geht nicht mehr, kommt ein blaues Lichtlein her!

Ein guter Lehrmeister ist auch der Oberbürgermeister Werner Spec. Mit großer Erleichterung ist daher seine Ankündigung zu bewerten, dass er für eine weitere, eine dritte Amtszeit kandidieren will. Werner Spec scheint sich seine Entscheidung nicht leicht gemacht zu haben. Ein anderes Leben, hatte der erste Mann der Stadt sinniert, habe bestimmt auch seinen Wert. Er meinte damit ein Leben mit „nur 40 oder 50 Arbeitsstunden“. Aber dann hat Werner Spec doch auf die andere innere Stimme gehört, die sinngemäß sagte: „Diese Stadt braucht dich!“ Der Rest ist Geschichte.

Bisher hieß es immer, zu viel arbeiten sei ungesund. Und dass, außerdem, sehr lange Arbeitszeiten nicht gleichbedeutend seien mit hoher Arbeitsproduktivität. Aber nun sind die Ludwigsbürger eines Besseren belehrt: Es ist eben doch schon mal ein Meister vom Himmel gefallen!

Eine Meisterin der Heuchelei

Und auch eine Meisterin. Eine Meisterin der Heuchelei. Elfriede Steinwand ist ihr Name, Chefin der Grünen im Gemeinderat ihre Funktion und der Schutz des Steuerzahlers ihr angebliches Begehr. Begeben sich Stadträte auf eine Bildungsreise, mögen sie, so Steinwand, einen Teil der Kosten selbst zahlen. Damit sie die Sache auch wirklich ernst nehmen. Die Wahrheit jedoch dürfte sein: Wenn die Reisen kostenpflichtig wären, könnten sie sich viele gar nicht leisten. Dann wiederum könnte Elfriede Steinwand ganz alleine mit dem Oberbürgermeister und anderen hoch- und vermögenden Persönlichkeiten die Welt erkunden. Das wäre doch gleich ein ganz anderes, ein angemessenes Niveau.

Aber ganz bestimmt wird der immer wache OB dieser wunderbaren Stadt auf diesen grünen Vorschlag nicht hereinfallen! Denn in Ludwigsburg ist nichts selbstverständlicher als das Wundern!




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