Co2-Ausgleich „Nicht fliegen statt kompensieren“

Von Melanie Maier 

Kompensationsdienstleister wie Atmosfair oder Klima-Kollekte bieten Urlaubern an, den CO2-Ausstoß ihrer Flugreise anderswo wieder gut zu machen. Nur: so funktioniert die Umwelt leider nicht, kommentiert Wissenschaftsredakteurin Melanie Maier.

Das Bild weckt Urlaubsfantasien – doch wer sich wegen des Klimawandels sorgt, sollte lieber  mit dem Zug oder dem Fernbus verreisen. Foto: dpa
Das Bild weckt Urlaubsfantasien – doch wer sich wegen des Klimawandels sorgt, sollte lieber mit dem Zug oder dem Fernbus verreisen. Foto: dpa

Stuttgart - So schön die Versprechungen von Klima-Kollekte, Primaklima und Atmosfair klingen: Die durch eine Flugreise entstandene Umweltbelastung kann nicht wieder rückgängig gemacht werden. Die Treibhausgase des Fliegers bleiben in der Luft – egal, ob man für ein Baumprojekt in Afrika spendet oder nicht.

Wer wirklich die Umwelt schonen möchte, sollte sich für ein möglichst nahe gelegenes Urlaubsziel entscheiden und mit Bus oder Bahn anreisen. Das gilt selbstverständlich auch für Geschäfts- und Kurzreisen innerhalb Deutschlands oder in eines unserer Nachbarländer. Rechnet man die Anfahrt zum Flughafen mit, spart man bei einer Kurzstrecke mit dem Flieger ohnehin kaum Zeit. Dafür pumpt man im Vergleich zu Bus und Bahn umso mehr Treibhausgase in die Luft: 160 Kilogramm CO2 pro Person fallen bei der Strecke Stuttgart–Hamburg im Flieger an, 25 sind es im ICE. Im Fernbus dürften es, je nach Auslastung, noch weniger sein. Zeit umzusteigen.