Kommentar zum Bundesverkehrswegeplan Sinn und Unsinn

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Der Bundesverkehrswegeplan berücksichtigt die wichtigsten Straßenbauprojekte in der Region Stuttgart. Doch er enthält auch manchen Planungsunsinn, meint unser Redakteur Thomas Durchdenwald.

Wie geht es weiter mit dem Nordostring – eine der offenen Fragen. Foto: Thomas Weingärtner
Wie geht es weiter mit dem Nordostring – eine der offenen Fragen. Foto: Thomas Weingärtner

Stuttgart - Die grundsätzliche Kritik am Bundesverkehrswegeplan, er steuere zu zaghaft in Richtung umweltfreundliche Mobilität, ist mehr als berechtigt. Mit Blick auf die Region Stuttgart muss aber auch festgehalten werden: Die Projekte, zumindest jene, deren Finanzierung bis 2030 als halbwegs gesichert gilt, sind Ausbauten von bestehenden und überlasteten Autobahnen und Bundesstraßen, die angesichts des täglichen Verkehrsinfarkts bitter nötig sind. Doch das enthebt nicht davon, endlich auch die Schwachstellen im Schienenverkehr zu beseitigen. Da grüßt im Bundesverkehrswegeplan – Beispiel Wendlinger Kurve als leistungsfähige Verbindung vom Neckartal zur neuen S-21-Trasse auf den Fildern – aber eine Leerstelle.

Wie positioniert sich Grün-Schwarz?

Vollends kurios ist jedoch, dass der Bund auf dem B-10-Ausbau im Neckartal beharrt, der wegen Platznot kaum zu realisieren sein wird, andererseits notwendige Maßnahmen wie den Weiterbau in Geislingen aber nach hinten schiebt. Auf die Spitze getrieben wird dieser Unsinn beim Nordostring, dessen Planung trotz der Uneinigkeit der Kommunen und ungewisser Finanzierung erneut aufgenommen werden soll. Es ist mehr als eine Vermutung, dass CDU-Bundestagsabgeordnete das politisch aufgeladene Projekt wiederaufleben ließen, weil es der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann von der Liste verbannt hatte. Das war, bevor Schwarz zu Grün ins warme Koalitionsbett kroch. Man kann also gespannt sein, wie sich die neue Landesregierung künftig zum Nordostring stellt.

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