Kultur und Architektur in Bad Cannstatt Aufblasbare Kunst läutet Festival ein
In der Altstadt beim ehemaligen Kaufhof-Areal beginnen die Vorbereitungen für das elftägige Current-Festival. Auftakt ist am 14. September.
In der Altstadt beim ehemaligen Kaufhof-Areal beginnen die Vorbereitungen für das elftägige Current-Festival. Auftakt ist am 14. September.
Erste sichtbare Zeichen gibt es jetzt auf dem ehemaligen Kaufhof-Areal in Bad Cannstatt für das Kunstfestival Current, das am 14. September beginnt. Eines der Highlights ist dieser Tage am Wilhelmsplatz zu finden: Der Stuttgarter Künstler Kestutis Svirnelis ist dabei, ein Kunstwerk aus Luft und Folie auf dem Schotterareal aufzubauen. Der gebürtige Litauer startete erst einmal Tests mit einem etwa 35 Meter langen Folienschlauch für sein pneumatisches Kunstwerk namens „Biotop“, das in den kommenden Tagen auf den 3500 Quadratmetern der Baugrube entstehen soll. Wie es genau aussehen wird, entscheidet er vor Ort. Klar ist, dass der Bildhauer 500 Kilogramm weiße Silofolie verarbeiten wird. „Es wird experimentell“, sagt Laura Bernhardt, die künstlerische Leiterin des Festivals. Alle sind gespannt. Auch die Programmleiterin Natalia Sartori.
bei dem Kunstwerk handelt es sich um eine kinetische und pneumatische Installation, die auf Wind und Wetter reagiert und aus mehreren, meterhohen zylinderförmigen Objekten besteht. Sie werden durch Luftströmungen in Bewegung gebracht, pulsieren und geben dem Cannstatter Hauptverkehrsknotenpunkt eine neue Dynamik, versprechen die Macherinnen des Festivals. Der Künstler selbst, der auch in New York, London und Miami ausstellt, entzieht sich einer bewussten Beschreibung seiner Werke.
Am 17. September wird Svirnelis um 10.30 Uhr einen Upcycling-Workshop für Kinder in Kooperation mit der Jugendkunstschule in der Schwabenbräu-Passage anbieten unter dem Namen „Windspiel“. „Die Kinder lernen dort mit Luft zu spielen“, sagt Sartori.
Insgesamt 80 Programmpunkte bietet das Festival, das bis zum 24. September in der Altstadt Bad Cannstatt stattfindet. Am 22. und 23. September wird es ein Symposium unter dem Titel „Unruhe bewahren! Kunst und Stadtentwicklung“ geben. Laura Bernhardt und Kulturamtsleiter Marc Gegenfurtner werden das Festival am Donnerstag, 14. September, um 19 Uhr im Foyer der Schwaben-Bräu-Passage eröffnen. Zum Angebotsreigen gehört auch ein Lieferdienst namens Comododo für immaterielle Güter, der ebenfalls am 14. September um 19.30 Uhr in der Wilhelmstraße 17 geöffnet wird. Das Projekt dreht das Konzept des Lieferservices um. „Man muss dortbleiben, um konsumieren zu können“, sagt Bernhardt.
Fünf Künstlerinnen und Künstler wurden eingeladen, Arbeiten zu schaffen. Noch ist nicht alles aufgebaut. Seit zwei Jahren wird das Festival vorbereitet, intensiv geplant wird seit vergangenen Oktober. Am 15. September lädt der Verein GeistundGeld Menschen aus Kunst & Kultur, der Kommunalpolitik, der Wirtschaft und des Sports ein, mit Bürgerinnen und Bürgern bei der ersten Cannstatter Tafelrunde am Thaddäus-Troll-Platz zu diskutieren. Dabei sind auch Kunstministerin Petra Olschowski (Grüne) und Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler. Sie tauschen sich zum Thema „Was bringt Kunst im öffentlichen Raum?“ aus. Bad Cannstatt bekommt ein Fischerdenkmal im Rahmen des Festivals. Gestaltet hat es der Künstler Andreas Mayer-Brennenstuhl, der sich in seinem Werk mit dem Neckar, dem Fließen und dem Begrifft „Current“ beschäftigt. Das Werk am Mühlsteg wird am 16. September ab 17.30 Uhr beim Begleitseminar „Fließen lernen“ eingeweiht.
„Es ist kein Festival, das sich auf Bad Cannstatt beschränkt“, erklärt Bernhardt. Doch es gebe viele Cannstatter Kooperationspartner, die Teil des Festivals seien. Der Stadtbezirk habe das Projektteam ausgesucht, weil sich hier gerade viel entwickle. Sie freut sich, „wenn viele Menschen zufällig auf Kunst stoßen, sich damit auseinandersetzen und Zugang zur Kunst bekommen.“ Stadtbezirke seien wichtig, um künstlerische Arbeiten zu platzieren, sagt Bernhardt.
Das gesamte Programm ist unter www.current-stuttgart.de zu finden, die gedruckte Ausgabe gibt es am Festivalkiosk in der Bahnhofstraße 14 bis 18.