InterviewMarcel Sökler, Torjäger des VfB Stuttgart II „Mein Körper musste sich an die Intensität gewöhnen“

Von Jürgen Frey 

Er kam als Oberliga-Torschützenkönig mit der Empfehlung von 32 Saisontreffern vom SGV Freiberg. Nach anfänglichen Problemen kommt Marcel Sökler beim VfB Stuttgart II immer besser in Schuss. Im Interview äußert sich der Stürmer über seine Ziele und die Titelchancen seines Teams.

Verletzungsbedingt konnte Marcel Sökler zu Saisonbeginn nur trainieren – jetzt ist der Torjäger topfit und kann dem VfB Stuttgart II helfen. Foto: Baumann
Verletzungsbedingt konnte Marcel Sökler zu Saisonbeginn nur trainieren – jetzt ist der Torjäger topfit und kann dem VfB Stuttgart II helfen. Foto: Baumann

Stuttgart - Mit einem Sieg an diesem Mittwoch (19 Uhr/Kreuzeiche-Stadion) im Nachholspiel beim SSV Reutlingen kann der VfB Stuttgart II in der Fußball-Oberliga auf den zweiten Platz klettern. „Wenn wir unsere Leistung vom Spiel gegen den SV Linx abrufen, gehe ich davon aus, dass wir gewinnen“, sagt Torjäger Marcel Sökler (28).

Herr Sökler, Sie haben drei Tore am vergangenen Sonntag beim 6:0-Sieg gegen den SV Linx erzielt. Sind Sie endgültig beim VfB II angekommen?

Ich hatte mir in der Vorbereitung einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen und kam deshalb schwer in die Gänge. Jetzt durfte ich gegen Linx erstmals in der Oberliga von Beginn an ran und freue mich natürlich über meinen Dreierpack. Aber wichtiger war der Erfolg der Mannschaft.

Sie kamen mit der Empfehlung von 32 Saisontoren als Oberliga-Torschützenkönig vom SGV Freiberg. Wie schwer war es für Sie, beim VfB II auf der Bank zu brummen?

Das war gar nicht schwer, da ich ja lange Zeit verletzt war.

Beim VfB II spielt zum Beispiel auch der tschechische A-Nationalspieler Jan Kliment. Der Konkurrenzkampf im Kader ist groß. Es dürfen auch nur drei Spieler über 23 Jahre spielen. Wie gehen Sie damit um?

Ich sehe das locker. Die Saison ist sehr lang. Wir werden alle Spieler brauchen.

Lesen Sie hier: 6:0 – Sökler schnürt den Dreierpack

Was war für Sie die größte Umstellung nach Ihrem Wechsel von Freiberg zum VfB?

Hier in Stuttgart haben wir jeden Tag Training, manchmal auch zweimal pro Tag. In Freiberg trainierten wir viermal in der Woche. Die größeren Umfänge, die höhere Intensität waren für mich die größte Umstellung. Ich kannte das zwar aus meinen Profistationen beim 1. FC Saarbrücken, Waldhof Mannheim und 1899 Hoffenheim, nur mein Körper musste sich erst wieder daran gewöhnen. Eine Zeitlang fühlte ich mich nach dem Training schlapper als in Freiberg.

In Freiberg hatte der damalige Trainer Ramon Gehrmann das Spielsystem auf sie zugeschnitten. Ist das beim VfB II genauso?

Als Stürmer muss man immer auch mit Vorlagen gefüttert werden. Nicht einmal Ronaldo oder Messi schnappen sich am eigenen Strafraum den Ball und starten ein Solo aufs Tor. Als Stürmer muss man zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle stehen und ich hoffe, dass ich dort noch oft in dieser Saison sein werde.

Am Mittwoch steht das Nachholspiel beim SSV Reutlingen auf dem Programm. Klappt es mit einem Sieg und dem Sprung auf Platz zwei?

Wenn wir unsere Leistung vom Spiel gegen den SV Linx abrufen, gehe ich davon aus, dass wir gewinnen.

Haben Sie Verbindungen zum SSV?

Mein Cousin Lukas Hartmann spielt beim SSV. Wir haben sporadisch Kontakt.

Lesen Sie hier: Warum der VfB II ins Rollen kommt

Rechnen Sie mit einem Zweikampf im Meisterschaftsrennen mit den Stuttgarter Kickers?

In dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Ich rechne mit einem engen Rennen bis zum letzten Spieltag. Ich glaube aber, dass auch Clubs wie mein Ex-Verein SGV Freiberg, der FSV 08 Bissingen oder der aktuelle Spitzenreiter 1. Göppinger Sportverein ein Wörtchen mitreden werden.

Haben Sie mit Ihren 28 Jahren den Sprung in die erste oder zweite Bundesliga schon abgeschrieben oder gibt es noch Hoffnung?

Man soll nie nie sagen, aber darüber mache ich mir aktuell keinen Kopf.

Sie haben jetzt vier Saisontore auf dem Konto. Sind Sie guter Dinge, dass Sie Ihre 32 Saisontore aus der vergangenen Saison wiederholen können?

(lacht) Ich hoffe, dass ich an diese Trefferzahl rankomme. Wenn es 31 werden oder auch nur zehn, und wir dennoch aufsteigen, dann unterschreibe ich das auch sofort.

Lesen Sie hier: Marcel Sökler – älter, reifer, besser

Damit Sie dann in der kommenden Saison auf Ihren Bruder Sven treffen, der beim FC 08 Homburg unter Vertrag steht.

Das wäre natürlich schon. Er trainiert zwar beim Homburger Regionalligateam mit, spielt aber meistens in der zweiten Mannschaft. Außerdem ist er als Verbindungsmann zwischen Verein und Schulen aktiv. Er ist im Saarland sesshaft geworden.