Möhringen/Vaihingen Pflästerchen gegen Stausymptome

Von Götz Schultheiss 

Der Synergiepark leidet unter dem Verkehr. Die Stadt versucht, das Problem zu lindern. Bessere Radwege, neue S- und Stadtbahnen und der Ausbau der Nord-Süd-Straße sollen helfen.

Auch Stadtbahnlinien sollen den Synergiepark  vom Verkehr entlasten. Foto: Thomas Krämer
Auch Stadtbahnlinien sollen den Synergiepark vom Verkehr entlasten. Foto: Thomas Krämer

Möhringen/Vaihingen - Die Bezirksbeiräte in Möhringen und Vaihingen haben jüngst erfahren, wie sich die Stadt Stuttgart das Verkehrskonzept für den Synergiepark vorstellt. Andreas Hemmerich, Experte im städtischen Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung, und Michael Hausiel von der Abteilung Städtebauliche Planung Filder, erläuterten die Ideen der Landeshauptstadt. Danach brauche man den Ausbau der Nord-Süd-Straße zwischen Autobahn und Synergiepark, den Ausbau der Anschlussstelle an die Autobahn A 8 und den Ausbau der Kapazitäten bei der S-Bahn und der Stadtbahn.

Besserer Anschluss an die Autobahn A8

Weiterhin entlastend, sagte Hemmerich, könnten eine Seilbahn und der Ausbau von Park-and-Ride wirken. Besonders wichtig seien kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Erhöhung der Kapazitäten. Der besondere Fokus liege hier auf der Erhöhung des Radverkehrs. Laut Darstellung der beiden Experten leben etwa 500 000 Einwohner in Stuttgart im Einzugsradius von zehn Kilometern. „Das Fahrrad kann in diesem Entfernungsbereich eine vollwertige Alternative zum öffentlichen Nahverkehr werden“, sagte Andreas Hemmerich. Die Voraussetzung dafür sei der beschleunigte Ausbau der Radinfrastruktur und die Förderung der Radnutzung durch die Betriebe.

Zu den langfristigen Maßnahmen zählt der Ausbau der Nord-Süd-Straße zwischen der A8 und der Breitwiesenstraße im Synergiepark. Die Vorbereitung der Planfeststellung soll Ende 2020 abgeschlossen sein. Bis Ende 2019 soll die Kreuzung an der Breitwiesenstraße ausgebaut werden. Für die Rampen von der A8 zur Nord-Süd-Straße ist der Baubeginn im Sommer 2019 vorgesehen.

Mehr Fahrspuren an den wichtigsten Kreuzungen der Nord-Süd-Straße

Die Kreuzungen der Nord-Süd-Straße mit der Heilbrunnenstraße, der Vaihinger Straße und der Zusestraße sollen im bestehenden Planrecht in den Jahren 2020 und 2021 optimiert werden. Dabei geht es um den besseren Anschluss des Südens und der Mitte Möhringens und des Step-Areals im Vaihinger Norden an die Industriestraße. Im Detail heißt dies: An der Heilbrunnenstraße wird eine zweite Fahrspur auf die Nord-Süd-Straße und den Synergiepark gebaut. Damit will man besser mit der Blechlawine in der morgendlichen Hauptverkehrszeit fertig werden. An der Kreuzung der Vaihinger Straße mit der Nord-Süd-Straße wird die zweite Linksabbiegespur zugunsten einer zweiten Fahrspur in Richtung Hengstäckertunnel aufgegeben. Die zweite Spur in Richtung Süden beginnt nach dem Tunnelportal vor der Einmündung zum Schulzentrum. Von der Nord-Südstraße aus führen schon zwei Fahrbahnen ins Step-Areal. Zur Entlastung soll eine dritte Spur gebaut werden.

Machbarkeitsstudien über Park-and-Ride und über eine Seilbahn

Bis Ende 2020 soll eine Machbarkeitsstudie für den weiteren Ausbau des Park-and-Ride-Angebots auf den Fildern abgeschlossen sein. Die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für eine Seilbahn, die das Eiermann-Areal mit dem Bahnhof Vaihingen, dem Synergiepark und dem Flughafen verbindet, sollen bereits Ende 2019 vorliegen. Für eine Stadtbahnlinie Vaihingen-West ist eine Machbarkeitsstudie mit den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) geplant. Unter Federführung des Verbands Region Stuttgart sollen die S-Bahnlinien S4 und S5 von der Schwabstraße bis Vaihingen verlängert und das Schnellbusnetz ausgebaut werden. Im Fahrplanjahr 2020 soll die Stadtbahnlinie U8 zwischen dem Vaihinger Bahnhof und Heumaden im Zehn-Minuten-Takt verkehren.

„Mittelfristig soll die Stadtbahnlinie U17 den Flughafen über das Freibad Möhringen und das SSB-Zentrum mit dem Bahnhof Vaihingen verbinden“, sagte Michael Hausiel. Die Züge sollten im 15- oder 20-Minuten-Takt fahren. Im Fahrplanjahr 2021 sei eine Übereckverbindung vom Rohrer Weg zum SSB-Zentrum vorgesehen.

Bei der Buslinie 80 wird es ab dem Fahrplanjahr 2020 eine Verschlechterung und eine Verbesserung geben. Bisher deckt die Linie das Rechteck der Industriestraße, Handwerkstraße, Schulze-Delitzsch-Straße, Heßbrühl- und Liebknechtstraße ab. Im Fahrplanjahr 2020 sollen die Streckenabschnitte Heßbrühlstraße und Liebknechtstraße entfallen. Die Linie läuft dann über den Wallgraben. Das war die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht: An der Industriestraße und am Wallgraben soll die Buslinie jeweils eine neue Haltestelle bekommen.

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