Nächster Schritt beim Projekt Stuttgart 21 Bahn vergibt Aufträge für Gleisbau

Von Konstantin Schwarz 

Ende 2025 sollen die neue Bahnstrecke nach Ulm und der neue Stuttgarter Hauptbahnhof in Betrieb gehen. Die Bahn hat jetzt die Aufträge zum Bau der Festen Fahrbahn von Stuttgart bis Wendlingen vergeben.

Auf der Baustelle des Tiefbahnhofs zeichnet sich nach und nach die Dachform ab. Die Gleise für den Bahnhof werden über den Feuerbacher Tunnel zur Baustelle gefahren werden. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Auf der Baustelle des Tiefbahnhofs zeichnet sich nach und nach die Dachform ab. Die Gleise für den Bahnhof werden über den Feuerbacher Tunnel zur Baustelle gefahren werden. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart. - Die Projektgesellschaft für Stuttgart 21 hat weitere wichtige Bauarbeiten für die rund 60 Kilometer neue Bahnstrecke zwischen Stuttgart-Feuerbach und Wendlingen vergeben. Die Rohbauarbeiten an freier Strecke und Tunneln seien so weit fortgeschritten, dass die nächste Phase in Angriff genommen werden könne, nämlich die des Gleisbaus. Dafür habe man Aufträge in Höhe von insgesamt 278 Millionen Euro vergeben.

Die Gleise bei Stuttgart 21 werden als so genannte Feste Fahrbahn eingebaut. Bei den Schnellfahrstrecken – bei Stuttgart 21 werden Geschwindigkeiten von 250 Kilometer pro Stunde erreicht – ist das inzwischen üblich. Statt Schotter verlaufen die Schienen auf Beton oder Asphalt, sie sind dadurch stabiler verankert und langlebiger, was auch Vorteile für die Fahrgäste bringt, denn die Züge werden weniger erschüttert. Und der Verschleiß sowohl am Zug als auch am Fahrweg gehe zurück, erläutert die Bahn AG. Die Lage der Gleise bleibe über Jahrzehnte stabil und verändere sich nicht, die Kosten für Wartung und Instandhaltung sinken im Vergleich zu Gleisen auf Schotter. Insgesamt sind bisher rund 1300 Gleiskilometer im Streckennetz mit dieser Fahrbahnart ausgerüstet.

Aufträge für mehrere Firmen

Den Auftrag für den Bau der kompletten Festen Fahrbahn des Projekts hat die Bahn auf mehrere Firmen verteilt. Der Zuschlag zur Ausrüstung der Tunnel vom Hauptbahnhof nach Feuerbach und Bad Cannstatt ging für 45 Millionen Euro an eine Bietergemeinschaft der Firmen Eiffage-Infra Bau SE und Wittfeld GmbH. Der Abschnitt des künftigen Hauptbahnhofs und der Filderbereich mit Flughafentunnel und Flughafenbahnhof sowie der Neubaustrecke zwischen Flughafen und Wendlingen wurden für 141 Millionen Euro an eine Arbeitsgemeinschaft der drei Unternehmen Ed. Züblin AG, DB Bahnbau Gruppe GmbH und Rhomberg Bahntechnik GmbH vergeben. Im Fildertunnel sowie im Tunnel Obertürkheim werde die Firma Porr für 92 Millionen Euro die Feste Fahrbahn einbauen, teilt die Projektgesellschaft mit.

Die Arbeiten für die Feste Fahrbahn sollen im nächsten Jahr beginnen. Auf der Stecke von Wendlingen nach Ulm sind die Gleisbauer schon seit mehr als einem Jahr an der Arbeit. Durch die Vergabe steigt die Summe der vertraglich gebundenen Leistungen beim Projekt Stuttgart 21 auf über 5,6 Milliarden Euro an. Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat 8,2 Milliarden Euro freigegeben.

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