Nahverkehr in der Region Stuttgart Die Polygo-Karte ist im VVS auf dem Vormarsch

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Die VVS-Wertmarke hat bald ausgedient. Bis Ende Juni hat der Verbund bereits 200 000 elektronische Polygo-Karten in Umlauf gebracht. Im Frühjahr 2017 sollen alle Stammkunden mit Jahresabo das Jahresticket im Scheckkartenformat erhalten.

Carolin Götz  hat die 200 000.  Polygo-Karte erhalten. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Carolin Götz hat die 200 000. Polygo-Karte erhalten. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Die Stuttgarterin Carolin Götz hat am Montag vor der VVS-Zentrale an der Rotebühlstraße eine besonders großes Nahverkehrsticket festhalten müssen. VVS-Geschäftsführer Horst Stammler und Matthias Leber, Leiter des DB-Abo-Centers, gratulierten der Besitzerin der 200 000. Polygo-Karte und überreichten ihr als Geschenk einen DB-Reisegutschein im Wert von 200 Euro sowie Freiminuten der Polygo-Partner Car2go und Nextbike.

Götz besitzt nun ein elektronisches Jahrestickets, das mehr als nur eine Fahrkarte für Bus und Bahn ist. Es kann auch für weitere Mobilitätsdienstleistungen sowie als Zugang zur Stadtbibliothek am Mailänder Platz genutzt werden. Die SSB bieten zudem eine begrenzte Menge an elektronischen Karten mit Kreditkartenfunktion an. Von Herbst an soll es auch Monats- und Wochenkarten im Polygo-Format geben.

„Dank der 200 000 bis jetzt in Umlauf gebrachten Karten sind wir über dem Berg“, erklärte VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. Der Verbund habe vor eineinhalb Jahren einen wichtigen Schritt in Richtung elektronisches Ticketing getan. Im Frühjahr 2015 habe man die Chipkarten in einem Feldversuch mit 300 Schülern aus Ludwigsburg getestet. Vor einem Jahr seien dann die ersten Chipkarten verschickt worden. Als erstes bekamen rund 65 000 Schüler mit Scool-Abo „unter großem Zeitdruck“ statt des bisherigen Verbundpasses mit Wertmarke eine Chipkarte. „Nach und nach wurden dann die anderen Fahrgäste mit der Polygo-Karte ausgestattet“, so Stammler. Die verbleibenden 60 000 elektronischen Tickets für Jahreskarteninhaber sollten bis zum Frühjahr 2017 verteilt werden. Das Projekt sei im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität von der Bundesregierung unterstützt worden. Die SSB, Bahn und der Verband Region Stuttgart (VRS) investieren insgesamt 1,2 Millionen Euro in das Vorhaben. Der Nutzer könne auswählen, welche Dienstleistungen er in Anspruch nehmen wolle und sich dann bei dem jeweiligen Unternehmen direkt anmelden. Zwischen den einzelnen Partnern der Karte finde kein Austausch von Kundendaten statt. ­Lediglich die letzten zehn Transaktionen würden ausschließlich auf dem Kartenchip gespeichert. „Der Datenschutz ist damit gewährleistet“, so Stammler. Auch der Abo-Preis bleibe unverändert.

Das Projekt sei im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität von der Bundesregierung und unterstützt worden. Die SSB, Bahn und der Verband Region Stuttgsrt (VRS) investieren insgesamt 1,2 Millionen Euro in das Vorhaben. Der Nutzer könne auswählen, welche Dienstleistungen er in Anspruch nehmen wolle und sich dann bei dem jeweiligen Unternehmen direkt anmelden, so Stammler. Zwischen den einzelnen Partnern der Polygo-Karte finde kein Austausch von Kundendaten statt. Lediglich die letzten zehn Transaktionen würden ausschließlich auf dem Kartenchip gespeichert. „Der Datenschutz ist gewährleistet.“Auch alle Konditionen und Preis des VVS-Abos blieben unverändert. -

Die Gewinnerin Götz nutzt ihr neues ­Ticket für die Fahrt zur Arbeit und in der Freizeit. Ein Auto hat die Cannstatterin nicht. „Ich bin seit der fünften Klasse treue VVS-Kundin. Bus und Bahn fahren ist viel weniger anstrengend, als mit dem Auto im Stau zu stehen“, erklärte sie bei der Übergabe am Montag. Die Polygo-Karte betrachtet sie hingegen als Verbesserung. „Als ich noch mit Monatskarten gefahren bin, musste ich mich immer am Schalter anstellen“, erzählt die studierte Sozialwirtin.

Der Nahverkehrsverbund befindet sich in der Region nach wie vor im Aufwind. „Für das erste Halbjahr 2016 rechnen wir mit einen erfreulichen Fahrgastzuwachs von rund drei Prozent“, erklärte Stammler. Der Umsatz werde voraussichtlich um fünf Prozent zulegen. Das Wachstum basiere vor allem auf dem ungebrochenen Trend zu Firmentickets und Jahreskarten. „Aber auch die Zeitkarten für Senioren sind stark gefragt.“ Außerdem komme das neue Azubi-Ticket für 59 Euro gut an.




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