Die Weißenhofsiedlung wird im Jahr 2027 100 Jahre alt. Nicht zuletzt wegen dieses Jubiläums ist die Internationale Bauausstellung (IBA) auf dasselbe Jahr terminiert. In unmittelbarer Nachbarschaft der Siedlung soll das IBA-Besucher- und Informationszentrums entstehen, „um die erwarteten Besucherinnen und Besucher aus aller Welt im Ausstellungsjahr der IBA 27 angemessen zu begrüßen“, heißt es bei der Stadt.
Ruf nach zusätzlicher Busverbindung
Diejenigen, die den Stuttgarter Norden nicht aus architektonischem Interesse besuchen, sondern dort leben, fragen sich, wie die zu erwartenden Besucherströme in geordnete Bahnen gelenkt werden können. Die Lokalpolitiker des Bezirksbeirats Nord holen deswegen eine schon mehrfach diskutierte Idee hervor. In einem interfraktionellen Antrag haben nun sie eine bessere Erschließung der Weißenhofsiedlung mit dem Nahverkehr gefordert.
Derzeit liegt die Endhaltestelle der Stadtbahnlinie U 5 im Untergrund des ehemaligen Messegeländes. An der Oberfläche hält auch der vom Pragsattel kommende Bus der Linie 43. Zur Weißenhofsiedlung ist es ein kurzer Spaziergang, der an der Kunstakademie und an der Brenzkirche vorbeiführt. Die Haltestelle Kunstakademie/Weißenhofsiedlung der Buslinie 44 hingegen liegt unmittelbar vor dem Areal, auf dem einmal das IBA-Besucherzentrum entstehen soll.
Haltestelle am Le-Corbusier-Haus?
Die Lokalpolitiker aus dem Stuttgarter Norden regen nun an, die bisher zwischen dem Burgholzhof und dem Pragsattel pendelnde Buslinie 57 so zu verlängern, dass sie am Einkaufszentrum Killesberghöhe hält und danach drei neue Haltestellen bedient. Die sollen am Weißenhof-Museum, das im Le-Corbusier-Haus untergebracht ist, und an der Wilhelm-Blos-Straße liegen. Die Mia-Seeger-Straße sollte die Endhaltestelle sein. Von dort gelangten Fahrgäste zu Fuß über die IGA-Brücken zum Nordbahnhof oder zur Stadtbahnhaltestelle Löwentorbrücke. „Mit einer Verlängerung der Buslinie 57 ergäben sich nicht nur für die Anwohner sondern auch für die zahlreich zu erwartenden Besucher der IBA 27 ganz neue Verkehrsanbindungen“, heißt es in dem Antrag. Eine ähnliche Forderung hatte der Bezirksbeirat bereits 2017 erhoben – allerdings ohne Erfolg.