Nahverkehr in Stuttgart S-Bahn hinkt weiter Fahrplan hinterher

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Acht Monate nach dem S-Bahn-Gipfel steht das Rückgrat des Nahverkehrs im Regionalparlament erneut auf dem Prüfstand. Von Erfolgen kann die Bahn den Regionalräten allerdings nur wenig berichten.

Dank  der Monitore können Zugführer  die Türen bei den neuen S-Bahnen zentral schließen. Das soll die Haltezeit verkürzen. Foto: Horst Rudel
Dank der Monitore können Zugführer die Türen bei den neuen S-Bahnen zentral schließen. Das soll die Haltezeit verkürzen. Foto: Horst Rudel

Stuttgart - Acht Monate nach dem S-Bahn-Gipfel im Herbst 2013 steht am Mittwoch das Rückgrat des Nahverkehrs im Regionalparlament erneut auf dem Prüfstand. Von spürbaren Verbesserungen des S-Bahn-Systems in der Region dürften die Verantwortlichen von der DB Regio, der DB Netz AG und dem S-Bahn-Hersteller Bombardier den Regionalräten am Nachmittag allerdings nur wenig berichten. Denn die Pünktlichkeit liegt trotz aller Gelübde beim Gipfel auf allen S-Bahn-Linien weiterhin weit unter den mit dem mit dem Verband Region Stuttgart (VRS) vertraglich vereinbarten Niveau.

VRS-Verkehrsdirektor Jürgen Wurmthaler erwartet „keine Wunder“. Die Bahn müsse aber aufzeigen, dass die beim Gipfel beschlossenen Maßnahmen Schritt für Schritt vorankämen: „Der immer noch völlig unbefriedigende Status quo muss verbessert werden.“

VCD-Chef liebt spricht von einer Luftnummer

Für Matthias Lieb, Landesvorsitzender des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland (VCD), haben sich die Versprechungen der Bahn beim S-Bahn-Gipfel des vergangenen Jahres weitgehend als Luftnummer erwiesen. Von den im Oktober 2013 angekündigten Maßnahmen für einen fahrplangerechten S-Bahn-Verkehr sei kaum etwas verwirklicht worden. „Von März bis Mai lagen die aktuellen Pünktlichkeitswerte unter den Werten der Jahre 2012 und 2013“, kritisiert Lieb. Vor allem auf der Linie S 1, die inzwischen mit den neuen Zügen vom Typ ET 430 bedient werde, sei die Quote noch tiefer in den Keller gegangen. Das Öffnen und Schließen der Türen dauere bei dieser neuen S-Bahn trotz zentraler Schließung immer noch viel zu lange. „Ausgerechnet die S-Bahn-Linie mit den höchsten Fahrgastzahlen ist am unpünktlichsten unterwegs“, stellt Lieb fest. In den Hauptverkehrszeiten sei ein Drittel aller S-1-Züge mehr als drei Minuten verspätet.

Die Umstellung auf die Züge vom Typ ET 430 hat sich nach Ansicht des Internetportals „S-Bahn-Chaos“ auf der Linie S 1 „definitiv negativ ausgewirkt“. Zudem habe es im Netz in diesem Jahr schon viele Verspätungen durch liegengebliebene Züge, Leitungsschäden, Stellwerk-, Signal- und Weichenstörungen gegeben.




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