Die bevorstehenden Nachzahlungen für Nebenkostenabrechnungen bereitet Verbrauchern Sorgen. 8 Tipps und Tricks, wie Sie Nebenkosten senken und Geld sparen können, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Durch die drastisch gestiegenen Energiepreise werden von nun an vor allem die Nebenkosten für Mieterinnen und Mieter in Deutschland zu einer Mehrbelastung. Bereits im vergangenen Jahr haben Verbraucher für Energiekosten deutlich mehr hinlegen müssen. Wie lange und wie hoch diese Kosten noch genau steigen werden, ist unklar (1). Auch wenn der Blick auf die globale Situation langfristig auf eine Entspannung der Energiekrise hoffen lässt (2), werden viele die tatsächliche Kostensteigerung erst mit der nächsten Nebenkostenabrechnung zu spüren bekommen. Um die Mehrbelastung durch die höheren Energiekosten abzufedern, müssen Verbraucher Nebenkosten einsparen.

Nebenkosten in der Wohnung einsparen

Die Nebenkosten lassen sich in den meisten Fällen vor allem durch eine Änderung der eigenen Gewohnheiten deutlich reduzieren. Den mit Abstand größten Teil machen die Heizkosten aus, weshalb hier das meiste Sparpotenzial in der Nebenkostenabrechnung besteht. Direkt danach kommt der Wasser- und Stromverbrauch.

1. Richtig heizen - Jedes Grad spart 6 %

Da jedes Grad weniger in der Wohnung den Verbrauch um circa 6 Prozent senkt (3), stellt sich als erstes die Frage, wie warm es in der Wohnung überhaupt sein muss. Denn gar nicht zu heizen ist leider keine Option, da sonst langfristig Schimmelbildung droht, wie wir bereits in diesem Beitrag erläutert haben. Um Kälteschäden zu vermeiden, sollte eine Wohnung je nach Bauart bzw. Gemäuer mindestens zwischen 15 und 20 Grad warm sein. Ein gute Faustregel ist dabei eine größtenteils konstante Mindesttemperatur von 17 Grad (4).

2. Heizung bei Abwesenheit herunterdrehen

Wenn man nicht zu Hause ist, muss man auch nicht unnötig heizen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, bei einer Abwesenheit von wenigen Tagen die Temperatur auf 15 Grad zu senken (5). Bei einer längeren Abwesenheit kann diese auch noch etwas niedriger eingestellt werden.

3. Heizung freistellen

Ebenfalls wichtig für ein effektives Heizen ist eine freie Heizung, da diese den Raum vorwiegend durch Konvektion (Luftströmung) erwärmt. Dabei erhitzt der Heizkörper die Raumluft, welche dadurch nach oben steigt und sich so im Raum verteilt. Stehen Möbel vor einem Heizkörper, ist dieser Kreislauf gestört.

4. Heizung entlüften

Eine weitere einfache Möglichkeit, effizienter zu heizen und so Nebenkosten zu sparen, ist das regelmäßige Entlüften der Heizkörper. Die meisten Heizungen werden mit warmem Wasser erwärmt, das durch die Heizkörper fließt. Mit der Zeit entsteht durch das Erhitzen des Wassers Luft, welche sich an der höchsten Stelle im Heizkörper sammelt. Je mehr Luft sich im Heizkörper befindet, desto mehr Energie wird benötigt, um diesen zu Heizen. Ein guter Zeitpunkt zum Entlüften ist der Beginn der Heizperiode. Das Entlüften der einzelnen Heizkörper ist in der Regel unkompliziert und kann von den Verbrauchern selbst vorgenommen werden. An Heizkörpern befinden sich für diesen Zweck Lüftungsventile, die mit einem Entlüftungsschlüssel (auf Amazon bestellen / ANZEIGE) geöffnet werden können. Gehen Sie beim Entlüften wie folgt vor:

  • Heizung voll aufdrehen
  • Warten, bis sich der Heizkörper vollständig erwärmt hat
  • Eine Tasse unter das Ventil halten
  • Lüftungsventil leicht öffnen
  • Sobald Wasser austritt, Lüftungsventil schließen

5. Heißes Wasser bewusst nutzen

Nach den Heizkosten ist der Warmwasserverbrauch meist der größte Posten auf der Nebenkostenabrechnung. Hier gilt es, dieses bewusst zu nutzen. Duschen verbraucht in der Regel halb so viel Wasser wie ein Vollbad. Ein Sparduschkopf hilft zusätzlich Kosten für Warmwasser zu sparen. Wasserhähne können günstig mit einem Perlator ausgestattet werden, falls noch nicht geschehen. Dieser fügt dem Leitungswasser Luft bei und senkt so die Wassermenge. Gänzlich auf warmes Wasser sollte man nicht verzichten, da sonst das Risiko für Keime und insbesondere Legionellen steigt (6).

6. Effizient lüften

Lüften ist vor allem bei niedrigen Temperaturen in der Wohnung wichtig, um langfristig das Risiko von Schimmel zu reduzieren. Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes fallen in einem Vierpersonenhaushalt täglich etwa 12 Liter Feuchtigkeit durch die Bewohner an. Um die Luftfeuchtigkeit und damit auch das Schimmelrisiko zu senken, muss gelüftet werden. Damit dabei die Wohnung nicht auskühlt und so unnötig viel geheizt wird, sollte vor allem stoß- statt auf kipp dauergelüftet werden. Ideal ist es etwa dreimal am Tag für ein paar Minuten stoß- bzw. querzulüften.

Lese-Tipp: Richtig lüften - Alle Infos auf einen Blick

7. Strom sparen

Strom ist zwar in den meisten Nebenkostenabrechnungen nicht enthalten, muss aber dennoch zusätzlich zur Miete gezahlt werden. Ein Zweipersonenhaushalt verbraucht etwa 2.000 bis 3.000 kWh im Jahr. Aktuell liegen die günstigsten Strompreise in Deutschland durchschnittlich bei etwa 38 Cent/kWh, was bei einem Zweipersonenhaushalt in einem günstigen Fall etwa 1.000 Euro jährlich und somit ebenfalls einen großen Teil der Wohnkosten ausmacht.

Strom lässt sich oft mit wenig Aufwand einsparen. Als Erstes sollten die größten Stromfresser in der Wohnung identifiziert werden. In der Regel sind das Wäschetrockner, Ofen bzw. Herd sowie PC- und Entertainmentgeräte.

  • Statt den Wäschetrockner zu nutzen, welcher pro Trocknung zwischen einem und zwei Euro kostet (7), kann die Wäsche kostenlos auf dem Wäscheständer getrocknet werden.
  • Die Waschmaschine spart am meisten Strom mit den Eco-Programmen und geringerer Waschtemperatur. 30 Grad reichen in der Regel für die meisten Textilien und Verschmutzungen aus.
  • Ebenfalls viel Strom verbrauchen Backofen und Herd. Nutzen Sie Restwärme und kochen Sie mit geschlossenen Töpfen.
  • PC- und Entertainmentgeräte sind im Standby-Modus oft ebenfalls ziemliche Stromfresser. Schalten Sie diese daher am besten komplett aus.
  • Auch das WLAN muss über Nacht, oder wenn Sie außer Haus sind, nicht angeschaltet sein.
  • Steckdosen mit Kippschaltern helfen, die angeschlossenen Geräte zusammen komplett auszuschalten.

8. Nebenkosten von der Steuer absetzen

Wer ein Haus oder eine Wohnung zur Miete bewohnt, kann je nach Art der angefallenen Kosten einen Teil der Nebenkosten von der Steuer absetzen (8). So können zum Beispiel haushaltsnahe Dienstleitungen und Handwerkerleistungen in der Steuererklärung eingetragen werden. Als haushaltsnahe Dienstleistungen gelten im Steuerrecht alle Arbeiten, welche man selbst erledigen könnte, aber stattdessen ein Dienstleister dafür beauftragt wurde. Das sind zum Beispiel Hausmeisterdienste, Winterdienste oder Reinigungsarbeiten. Dabei können 20 Prozent des Arbeitslohnes abgesetzt werden. Als Nachweis dafür ist die Nebenkostenabrechnung ausschlaggebend, wobei angefallene Arbeits- und Materialkosten separat ausgewiesen werden müssen, da diese sonst nicht abgesetzt werden können.