OB Nopper verteidigt sich Streit um die fehlende Regenbogen-Beflaggung in Stuttgart

Der Verzicht auf das Zeigen der Regenbogenfahne hat OB Frank Nopper (CDU) unter Druck gebracht. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Der Verzicht auf das Zeigen der Regenbogenfahne hat OB Frank Nopper (CDU) unter Druck gebracht. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Zum EM-Spiel Ungarn gegen Deutschland hat der Rathauschef das Hissen der Regenbogenfahne verweigert. Dafür gibt es erneut harsche Kritik vom Gemeinderat.

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Stuttgart - Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) hat am Mittwoch erneut scharfe Kritik wegen seiner Entscheidung gegen das Hissen der Regenbogen-Flagge zum EM-Spiel Deutschland-Ungarn (in München) am Rathaus kassiert. Bundesweit hatten Kommunen mit der Flagge gegen die gesetzliche Einschränkung der Informationsfreiheit über Homo- und Transsexualität in dem EU-Land protestiert. Der Ältestenrat hatte die Debatte auf die Tagesordnung des Verwaltungsausschusses gesetzt.

Nopper betonte, er setzte sich mit Nachdruck gegen Homophobie ein, er wollte aber nicht „spontanen Flaggenhissungen hinterherlaufen“ und so Symbolpolitik betrieben. Es sei „falsch, den Sport in dieser Weise zu politisierten“, als guter Gastgeber befördere man nicht Feindseligkeiten. Die Mehrheit des Gemeinderats bewertet den Verzicht auf die Flagge nach wie vor anders. Nur CDU-Fraktionschef Alexander Kotz sprang Nopper etwas bemüht bei. Kotz sagte, auch in die LSBTTIQ-Comunity hinein müsse ein Toleranzsignal gesendet werden, denn „auch in dieser Gruppe ist viel Intoleranz“.

SPD: Sport ist politisch

Der Vergleich des CDU-Chefs sei „schräg“, so Dejan Perc für die SPD. Der Sport sei politisch, „Schweigen auch ein Statement, das Akzeptanz oder Wegschauen impliziert“. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban habe das Gesetz bewusst zur Fußball-EM platziert. Grünen-Sprecher Andreas Winter sagte, es gebe Zeitpunkte, „wo es richtig ist zu zeigen, für welche Werte man steht“, zumal, wenn Menschen unterdrückt würden. „Ich bin enttäuscht, wir haben Solidarität erwartet“, sagte Laura Halding-Hoppenheit für das Linksbündnis. Matthias Oechsner (FDP) konstatierte eine „Fehleinschätzung“ des OB. Ina Schumann (Puls) sagte, sie könne Noppers Entscheidung „tolerieren, aber nicht akzeptieren“. Rose von Stein (FW) hielt die Debatte für überflüssig. Zum CSD-Empfang am Freitag im Rathaus sollen Regenbogenfahnen gehisst werden. Man habe sechs beschafft, so Nopper.




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