OB-Wahl in Stuttgart Am Samstag beginnt die Plakatschlacht

Der neue Chef oder die neue Chefin fürs Stuttgarter Rathaus wird gesucht. Vom Wochenende an dürfen die Kandidaten mit Plakaten für sich werben. Foto: Archiv
Der neue Chef oder die neue Chefin fürs Stuttgarter Rathaus wird gesucht. Vom Wochenende an dürfen die Kandidaten mit Plakaten für sich werben. Foto: Archiv

Im Vorfeld der Stuttgarter OB-Wahl wächst der Schilderwald: An etwa 12.000 Stellen werden die Porträts der Bewerber in der Stadt zu sehen sein. Ein Fairplay-Abkommen gibt es in diesem Wahlkampf allerdings nicht.

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Stuttgart - Von Samstag an erhält der OB-Wahlkampf auch eine optische Komponente. Von Mitternacht an ist es den Kandidaten und ihren Helfern gestattet, im öffentlichen Straßenraum Plakate aufzustellen. Nach Aussagen des Ordnungsamts werden sie davon kräftig Gebrauch machen. Mehr als 12 000 Standorte für ­DIN-A0-Plakate (ein Quadratmeter) sind bereits avisiert worden. Da teils an einer Stelle mehr als ein Plakat platziert wird, liegt die Zahl der Poster noch viel höher.

Als Antrag sei die Meldung nicht zu verstehen, sagt Ralf Maier-Geißer von der Ordnungsbehörde. Es gebe nur eine „Negativliste“, sprich: Kriterien, die ein Aufstellen im öffentlichen Raum verböten . Angemeldet werden müssen die Großplakate mit der Fläche von 16 kleinen Postern, um die genehmigten 416 Standorte gerecht unter den 16 Kandidaten (der Einzelbewerber Frank Möller hat zurückgezogen) verteilen zu können. Eine Rahmenvereinbarung, wie sie die Parteien bei Wahlkämpfen sonst schließen, um zu verhindern, dass ganze Straßenzüge von einer Partei bepflastert werden, gibt es bei der OB-Wahl wegen der Vielzahl von Kandidaten nicht.

Bis zu 4000 Plakate pro Bewerber

Die Kandidaten von Grünen, SPD und SÖS haben sich bereits in die Karten blicken lassen und ihre Werbebotschaften und -motive präsentiert, das Dreigespann CDU/FDP/Freie Wähler folgt mit Sebastian Turner am Freitag. 4000 kleine Plakate mit dem Konterfei von Fritz Kuhn werden von Samstag an zu sehen sein. Der Bundestagsabgeordnete strahlt krawattenfrei vom Poster und verspricht für Stuttgart zu bauen, nicht für Investoren. Er fordert bezahlbare Wohnungen, will sich für ein weltoffenes Stuttgart einsetzen und den Feinstaub „aus dem Verkehr ziehen“. Auch etwa 20 Großplakate mit der Fläche von ­16 A0-Plakaten wollen die Grünen aufstellen.

Bettina Wilhelm wird von der SPD in Schwarz-Weiß in Szene gesetzt. „Da lenkt keine Farbe ab“, sagt sie. „Nah, näher, am nächsten“, sei ihr „Hauptclaim“. Deshalb gibt es als Mitbringsel auch kleine Lupen. 2500 kleinere Plakate und etwa 50 Großflächen zu je rund 500 Euro sind vorerst geplant. Auch sie thematisiert die Probleme der Stadt: „In Stuttgart zählt jeder Quadratmeter. Aber nicht mehr als der Mensch“ oder „Damit Papa und Mama die Schule aussuchen. Nicht der Geldbeutel.“

Trotz kleinen Geldbeutels wird auch der S-21-Gegner Hannes Rockenbauch (SÖS) auf 2600 kleinen Plakaten werben. „Hannes kann es“, wird es heißen, „Bewahren, verändern“ oder „Immer ein Schritt voraus“, und das Orangerot leuchte wie die Haare des Bewerbers, sagt Rainer Benz von der Werbeagentur rbw.

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