Open Data in Baden-Württemberg Eine Landkarte für offene Daten

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Open Data war lange Zeit vor allem ein Modewort für Computerexperten und Netzaktivisten. So langsam kommt die Idee offener Verwaltungsdaten in der Praxis an, wie unser Überblick für Baden-Württemberg zeigt.

Open Data ist mittlerweile in der Fläche angekommen. In der Bildergalerie stellen wir einige treibende Akteure vor. Foto: StZN 8 Bilder
Open Data ist mittlerweile in der Fläche angekommen. In der Bildergalerie stellen wir einige treibende Akteure vor. Foto: StZN

Stuttgart - Die Verwaltung wird digital – zumindest hat sich die Landesregierung das vorgenommen. Mit der Digitalisierungsstrategie sollen nicht nur lästige Behördengänge am Computer erledigt werden können, sondern auch das Thema Open Data im Land vorangebracht werden.

Dahinter steckt die Idee, dass auf allen Verwaltungsebenen die gewaltigen Datenmengen, die beim Verwaltungshandeln anfallen, nicht mehr in den Behörden gehortet werden, sondern dass die Verwaltung sie kostenlos und proaktiv der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Wenn Bürger und Unternehmer mit diesen Daten arbeiten, so die Hoffnung der Befürworter, befördert das politische Debatten ebenso wie Unternehmensgründungen.

Unter Verwaltungsleuten und Hackern legendär ist die Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung aus dem Jahr 2016, der zufolge offene Verwaltungsdaten einen wirtschaftlichen Mehrwert von 43 Milliarden Euro pro Jahr und 20 000 Arbeitsplätze schaffen können. Sie ist auch im vergangenes Jahr verabschiedeten Open-Data-Gesetz der Bundesregierung zitiert, das Bundesbehörden aufgibt, die bei ihnen anfallenden Daten möglichst umfassend und ohne Verzögerung auf dem nationalen Datenportal Govdata zur Verfügung zu stellen. Baden-Württemberg folgt diesem Vorgehen; die Verpflichtung zum Öffnen des Datenschatzes soll im E-Government-Gesetz verankert werden.

Open Data war zunächst vor allem ein Anliegen von Hackern und Aktivisten. Stück für Stück öffnete sich die Verwaltung dafür. Außerdem zeigen Gruppen wie die lokalen OK Labs, wie offene Daten eingesetzt werden können. Das Feinstaubradar der Stuttgarter Zeitung etwa basiert auf solchen offenen Daten. Die Hoffnung ist, dass die Daten von Unternehmensgründern genutzt werden sowie die Bürger informierter über öffentliche Vorhaben mitdiskutieren . Das funktioniert vor allem auf Gemeindeebene. Jedoch tun sich gerade Kommunalverwaltungen oft schwer mit einer umfassenden Digitalisierung. Deshalb ist nach anfänglicher Open-Data-Euphorie etwas Ernüchterung eingekehrt.

Und doch tut sich was im Land, und zwar auch in der Fläche. Auf unserer Landkarte und in der Bildergalerie (siehe oben) stellen wir nicht alle, aber zumindest einige der treibenden Akteure vor.