Im Restaurant Ritzi tüfteln Köche und Lokalprominenz an einem passenden Menü für das Edelgetränk. Die Trautweins von der Möhringer Linde sind unter anderem dabei und der Stuttgarter DJ Cuebrick. Das Ziel: den Deutschen die Angst vor Champagner zu nehmen.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)

Für Ben Benasr war es „eine verrückte Idee“: Der Stuttgarter Sterne-Koch sollte seine Küche mit 15 Kollegen und ein paar Vertreter der lokalen Prominenz teilen – um den Champagner in aller Munde zu bringen. Ein Vier-Gang-Menü wurde im Ritzi für geladene Gäste ausgetüftelt. „Wir wollen den Deutschen die Angst vor Champagner nehmen“, erklärte Nina Bertin, die internationale Markenmanagerin von Nicolas Feuillatte, die die Party sponsorte. Denn das Unternehmen ist zwar schon gut im Geschäft und bei den Verkaufszahlen Nummer eins in Frankreich und Nummer drei weltweit. Aber im deutschsprachigen Raum setzen die Kunden offenbar noch auf altbekannte Marken wie Moet & Chandon oder Veuve Cliquot.

Champagner auch mal zur Maultasche

Mit Hilfe von Botschaftern soll das Defizit aufgeholt werden. Neben Ben Benasr zählen dazu in Stuttgart auch die Gebrüder Trautwein vom Restaurant Zur Linde in Möhringen. Sie kredenzen das Blubberwasser auch gerne zur Maultasche. „Es muss nicht immer Kaviar sein“, sagte Ferdinand Trautwein. Bei der Party im Ritzi war er im Team für den Zwischengang, für den der Stuttgarter DJ Cuebrick das Rezept lieferte. Den ganzen Nachmittag tüftelten vier Köche am konfierten Lachs mit Rettich und Buttersoße. Der Radiomoderator, der im echten Leben Rouven Hager heißt, zeigte sich beeindruckt „vom krassen Know-how“ der Küchenchefs und auch Ferdinand Trautwein nimmt „viele positive Eindrücke“ mit.

Alexandra Donath vom neuen Stand Vhy Gold in der Markthalle, an dem nur vegane Produkte verkauft werden, wünschte sich einen Caesar’s Salad ganz ohne tierische Produkte. Salatherzen wurden dafür angebraten und knusprig überbacken. „Es war eine supercoole Erfahrung“ schwärmte sie über die Zusammenarbeit in der Küche. Ein Stelldichein im Ritzi gaben sich unter anderem auch der Schweizer Fernsehkoch David Geissen, Egor Hopp vom Setzkasten in Düsseldorf und Hermann Poll vom Weißen Rössl am Wolfgangsee. Weil Nicolas Feuillatte eine Genossenschaft von vielen Winzern ist, sollten die kochenden Botschafter ebenfalls den lockeren Austausch pflegen. „Die Jungs haben Gas gegeben“, sagte Ben Benasr über die Kollegen in seiner Küche.

Demokratisierung des Edelgetränks

Auch wenn in einem Sterne-Restaurant und in geschlossener Gesellschaft gefeiert wurde, legt Nina Bertin Wert darauf, „die steifen Codes der Champagner-Industrie zu brechen“. Im Ritzi gelang es ihr problemlos, das Ziel umzusetzen, die Flaschen wurden reihenweise geleert. Das Edel-Getränk mache Spaß und glücklich und könne zu jeder Gelegenheit genossen werden, findet die Markenmanagerin des Unternehmens, die sogar noch eine politische Note in die Party bringt: „Wir demokratisieren den Champagner.“