Pferdemarkt in Leonberg Wie vegetarisch ist eigentlich der Vergnügungspark?

Auch wenn vegane Alternativen immer mal nachgefragt werden, die Klassiker bleiben bei Peter Ahrend die Kassenschlager. Foto: Simon Granville

In Vergnügungsparks werden vegetarische Alternativen häufiger nachgefragt. Bei Wurst bleiben aber die Klassiker mit Fleisch am beliebtesten. Wie sieht es beim Leonberger Pferdemarkt aus?

Erst Karussell fahren, dann durch die Geisterbahn und zum Schluss noch eine leckere Bratwurst und einen Schokoapfel: Der Besuch am Grill- und Süßigkeitenstand auf einem Vergnügungspark, wie er anlässlich des Pferdemarkts gerade auf dem Leonberger Festplatz Station macht, ist für viele ein Stück Kindheit. Inzwischen hat sich so manches verändert: Das Geld sitzt nicht mehr so locker, gleichzeitig suchen mehr Menschen nach fleischlosen Alternativen oder allgemein nach mehr Abwechslung. Macht sich das auch auf dem Rummelplatz bemerkbar?

 

„Wir sind auch auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt, da ist es schon extrem geworden“, sagt Viktoria Stockmar, die den Langos-Stand in Leonberg betreibt. „Dass die Leute fragen, ob das Essen vegan ist, aber auch, wo die Zutaten herkommen, das war früher noch nicht so.“ Bei solchen Nachfragen kann sie punkten: Das Mehl kommt von einer Mühle aus Großbottwar, und die Langos sind, je nach Belag, vegetarisch oder vegan. Zwar wird das ungarische Gericht traditionell in Schweinefett frittiert. „Das entwickelt sich aber alles weiter, ich arbeite heute nur noch mit Pflanzenöl.“

„Der einzelne Artikel hat nicht wirklich eine Chance“

Von diesen Nachfragen kann Peter Ahrend von „Ahrends Vesperhaus“, einem klassischen Wurststand, ein Lied singen. Vegetarische oder vegane Alternativen sind immer wieder ein Thema. Dennoch: „Der einzelne Artikel hat nicht wirklich eine Chance.“ Denn für jede neue Wurst, die er ins Sortiment nehmen würde, müsste er eine andere von der Karte streichen. „Und dafür lohnt es sich nicht, die traditionellen Würste bringen letztlich deutlich mehr Geld ein.“ Wenn er den entsprechenden Platz zur Verfügung habe, zum Beispiel mit zusätzlichem Grill, habe er auch mal vegetarische Gerichte im Sortiment. „Aber hier ist der Platz sehr begrenzt, da geht das leider nicht.“

Dass sich das Kauf- und Essverhalten doch nicht ganz so stark gewandelt hat, zeigt ein Blick auf eine Bude, die seit jeher fleischlos ist: den Maisstand. „Die gibt es schon seit Mitte der 90er“, erzählt Mark Roschmann, Organisator des Vergnügungsparks, der zugleich die Maisbude am Festplatz betreibt. „Damals wie heute gibt es dafür nicht die Riesennachfrage. Aber wir wollen das trotzdem anbieten, weil ein Volksfest ein Fest für alle sein soll, auf dem jeder etwas für sich findet.“

„Menschen geben gerne ihr Geld auf dem Rummel aus“

Dass Essensbestellungen insgesamt zurückgehen würden, weil Menschen weniger Geld ausgeben, kann niemand bestätigen. Ob also vegan, mit Fleisch, süß oder deftig: Der Gang zum Vesperstand gehört für die meisten immer noch dazu. Und das, obwohl die Waren teurer sind als früher. „Nach meiner Erfahrung geben die Leute ihr Geld immer noch gerne auf dem Rummel aus, egal ob bei den Fahrgeschäften oder zum Essen, zum Teil sogar mehr als früher“, sagt Mark Roschmann. „Vielleicht, weil sie statt der großen Ausgaben das kleine Glück im Alltag suchen. Dafür legen sie aber auch Wert darauf, dass sie etwas bekommen für ihr Geld.“

Für ihre Langos benutzt Viktoria Stockmar schon lange kein Schweinefett mehr. Foto: Simon Granville

Entsprechend suchen die Anbieter immer wieder nach Neuigkeiten für ihr Sortiment, um für Abwechslung zu sorgen – sei es das Schnitzelbrötchen oder die reine Rindswurst an der Würstchenbude oder Nutella-Mandeln und „Rothenburger Schneeballen“ beim Süßigkeitenstand von Melanie Weeber. „Den Anspruch haben wir auch an uns selbst, immer wieder etwas Neues anzubieten“, sagt sie. „Etwas am Aussterben sind die Klassiker von früher wie die Kräuterbonbons. Aber auch dafür gibt es noch Liebhaber, deshalb bieten wir sie immer noch gerne an.“

Die Maiskolbenstände sind seit jeher vegetarisch – und haben eine lange Tradition. Foto: Simon Granville

Der Vergnügungspark auf dem Festplatz an der Steinstraße öffnet an diesem Samstag um 14 Uhr, am Sonntag um 11 Uhr, am Montag um 13 Uhr und am Pferdemarktdienstag schon um 9 Uhr. Ende ist jeweils um 20 Uhr.

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