Planungen für das Stuttgarter Rosensteinquartier Stadträte kritisieren Zögern des OB

Von Thomas Braun 

Bis Ende 2018 will die Stadt in einem Strukturplan die planerischen Grundzüge für das neue Rosensteinquartier festklopfen. Vielen Stadträten geht das nicht schnell genug, und auch die Bahn macht Druck auf die Rathausspitze.

Wann das geplante Rosensteinquartier auf dem heutigen Gleisvorfeld Realität wird, steht derzeit noch in den Sternen. Foto: Screenshot StZ
Wann das geplante Rosensteinquartier auf dem heutigen Gleisvorfeld Realität wird, steht derzeit noch in den Sternen. Foto: Screenshot StZ

Stuttgart - Zehn Monate nach Abschluss der Bürgerbeteiligung zum geplanten Rosensteinquartier hat OB Fritz Kuhn (Grüne) ein Papier zum weiteren Vorgehen in Sachen Planung und Beteiligung vorgelegt. Bei den Ratsfraktionen stieß die Vorlage, die auch einen groben Zeitplan beinhaltet, allerdings auf Missmut. Zu unkonkret, inhaltsleer oder, wie es der CDU-Fraktionschef Alexander Kotz formulierte, „viel Blabla“, so der Tenor am Dienstag im Technikausschuss.

Klar wurde bei der Darstellung des Rahmenzeitplans jedenfalls eines: Die Stadt geht unter Berufung auf Angaben der Deutschen Bahn davon aus, dass der Stuttgarter Tiefbahnhof mindestens ein Jahr später fertig wird als geplant, also frühestens Ende 2022. So steht es in dem Papier, das der Ausschuss diskutiert hat. Gleichwohl, so Baubürgermeister Peter Pätzold, mache die Bahn Druck auf die Stadt etwa in der Frage, was mit den historischen Überwerfungsbauwerken auf dem Gleisvorfeld passieren soll. Der Hintergrund: Der Schienenkonzern will 2018 das Planfeststellungsverfahren für den Rückbau der Gleisanlagen einleiten und bis dahin wissen, was er abräumen kann und was eventuell stehen bleibt.

Stadt will das Rosensteinquartier zu einer Marke entwickeln

Die Stadtverwaltung will nun in den nächsten Monaten das geplante Quartier zu einer „Marke“ entwickeln, mit der die Identität des neuen Quartiers geschärft werden soll. Außerdem soll bis Ende 2018 ein Strukturplan aufgestellt werden – eine Art Programm für die Anforderungen an den neuen Stadtteil, anknüpfend an die Resultate der Bürgerbeteiligung.

Er habe den Eindruck, dass man an der Rathausspitze immer noch hoffe, das S 21 vielleicht niemals realisiert werde, so CDU-Fraktionschef Kotz mit Blick auf den Zeithorizont. Er forderte rasche Zielvorgaben für den städtebaulichen Wettbewerb für das Quartier. Martin Körner (SPD) verlangte, die Planungen in die Hände einer zu gründenden Entwicklungsgesellschaft zu geben. Die Stadtverwaltung sei personell nicht in der Lage, die Weiterentwicklung zu stemmen. Er erwarte baldige Klarheit darüber, was insbesondere auf der A-3-Fläche am Bahnhof passieren solle. Dort sind unter anderem ein Neubau für das Linden-Museum oder eine Konzerthalle im Gespräch. Auch Jürgen Zeeb (Freie Wähler) kritisierte das „Herumwurschteln“ der Verwaltung. Luigi Pantisano (SÖS/Linke-plus) nahm die Rathausspitze dagegen in Schutz: Sie könne keine klaren Aussagen vorlegen, weil bis heute niemand wisse, wann Stuttgart 21 fertig werde. Auch Grünen-Stadträtin Gabriele Munk sprach von „nicht nachvollziehbarer Nervosität“ und rief dazu auf, keine Schnellschüsse“ zu produzieren. Ganz anders FDP-Stadtrat Michael Conz: „Wenn Stuttgart 21 doch früher fertig wird, haben wir ein dickes Problem.“

Baubürgermeister Pätzold sagte zu, nach der Sommerpause mit konkreten Vorschlägen für den Wettbewerb und das weitere Vorgehen aufzuwarten.

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