Polizeieinsatz in Stuttgart Auf offener Straße vor Polizistin entblößt

Von Wolf-Dieter Obst 

Am Stuttgarter Marienplatz gibt es immer wieder ungewöhnliche Ereignisse. Selbst ein Verkehrsunfall kann da so manches Nachspiel haben.

Der polizeiliche Alltag kann überraschende Wendungen nehmen – wie jetzt am Marienplatz. Foto: dpa
Der polizeiliche Alltag kann überraschende Wendungen nehmen – wie jetzt am Marienplatz. Foto: dpa

Stuttgart - Ein Mann lässt vor einer 26-jährigen Polizistin die Hose runter und manipuliert an seinem Geschlechtsteil: Der polizeiliche Alltag kann überraschende Wendungen nehmen, auch wenn alles wie vermeintliche Routine beginnt. Der Marienplatz im Stuttgarter Süden ist wieder einmal Schauplatz eines ungewöhnlichen Vorfalls geworden – der diesmal mit einem Verkehrsunfall beginnt.

Ein 35-jähriger Autofahrer, der in der Böheimstraße in Richtung Heslacher Tunnel unterwegs ist, will am Montag gegen 17.50 Uhr nach links in die Straße Marienplatz abbiegen. Zwar hat er Grün, dennoch muss er auf den Gegenverkehr achten. Allerdings übersieht er dabei die Vorfahrt eines entgegenkommenden 23-Jährigen – und es kracht auf der Einmündung. An einem Range Rover und einem 1er BMW entstehen durch die Kollision 10 000 Euro Blechschaden. Die Unfallbeteiligten bleiben unverletzt.

Und dann kommentiert ein Unbeteiligter die Szene

Routine für die Polizei: Die Unfallstelle wird abgesperrt und abgesichert, ein Polizeibeamter regelt den Verkehr und lotst die Autofahrer weiter. Der Unfall lockt Schaulustige herbei – unter anderem einen Mann, der gegen 18.20 Uhr nahe der Unfallstelle eine Fußgängerfurt passiert. „Dabei hat er ohne erkennbaren Grund dem verkehrsregelnden Beamten den Mittelfinger gezeigt“, sagt Polizeisprecher Stephan Widmann.

Andere Beamte verfolgen den Mann, um ihn zur Rede zu stellen und die Personalien zu kontrollieren. Der hat allerdings sichtlich kein Interesse daran: Er stellt sich vor eine 26-jährige Polizeibeamtin und entblößt sich. Seine letzte Amtshandlung an diesem Tag: Der 29-Jährige, der zur Wohnsitzlosenszene zählt, wird in Gewahrsam genommen. „Ein Alkomattest hat mehr als zwei Promille ergeben“, sagt Widmann.

Der Marienplatz als Problemzone

Auf dem Marienplatz hat es die Polizei immer wieder mit einem problematischen Klientel zu tun. Als die Beamten vor Wochen einen 20-jährigen Fahrraddieb festnahmen, mussten sie ihm unter vielfältigen Beleidigungen eine Schreckschusswaffe abnehmen. Aufsehen erregend war auch ein Einsatz im April während eines Corona-Einsatzes, als eine Gruppe aus dem Sozialgeschädigtenmilieu Widerstand leistetet und ein 33-Jähriger die Beamten attackierte. Ungeklärt ist ein Fall im Dezember 2019 geblieben, als eine 54-jährige Frau im Aufzug zur unterirdischen Stadtbahnhaltestelle von einem Mann ohne erkennbaren Grund geschlagen wurde.

Eine besonders dreiste Unfall-Folgegeschichte am Marienplatz spielte sich im Juni 2017 ab: Damals war eine Motorroller-Fahrerin bei einem Auffahrunfall schwer verletzt worden. Während sich Ersthelfer und Rettungskräfte um die Verunglückte kümmerten, griff aus dem Kreis der Schaulustigen ein Mann mit Bierflasche in die Handtasche des Unfallopfers und ließ ihren Geldbeutel mitgehen. Der 39-Jährige wurde einen Monat später bei einem Einbruch ermittelt.




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