S-Bahn in Stuttgart Sechs Mal Ärger bis zum Nachmittag

Von SIR 

Seit Donnerstagabend kommt es im Stuttgarter S-Bahn-Verkehr immer wieder zu Störungen - am Freitagnachmittag nun der ärgerliche Höhepunkt: Ein Kabelschaden am Hauptbahnhof bringt den Verkehr auf sämtlichen Linien ins Stocken. Der Schaden wurde inzwischen provisorisch behoben, die Verspätungen dauern an.

Am Freitag brauchen S-Bahn-Reisende in Stuttgart eine gehörige Portion Geduld. Foto: dpa/Symbolbild
Am Freitag brauchen S-Bahn-Reisende in Stuttgart eine gehörige Portion Geduld. Foto: dpa/Symbolbild

Stuttgart - Am Freitagnachmittag ist es am Stuttgarter Hauptbahnhof zu einem Kabelschaden gekommen. Am Abend konnte der Schaden nach Auskunft eines Bahnsprechers zwar provisorisch behoben werden, dennoch müssen Pendler und Reisende auf allen S-Bahn-Linien weiter mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen.

Wie der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart mitteilt, trat die Störung gegen 14.30 Uhr auf. Laut eines Sprechers der Deutschen Bahn ist ein Kabel beschädigt worden. Wie es dazu kam, könne man aber derzeit nicht sagen. Wegen des beschädigten Kabels kam es zu einer sogenannten Rotausleuchtung eines Teilabschnitts der S-Bahn-Röhre vor dem Hauptbahnhof. Dem Fahrdienstleiter wurde der Streckenabschnitt als belegt angezeigt.

Deutsche Bahn-Mitarbeiter mussten die auf Gleis 101 einfahrenden Züge zunächst mittels eines sogenannten Rückmeldeverfahrens dirigieren. Später wurden sie auch auf die oberirdischen Gleise verteilt.

Auf allen Stuttgarter S-Bahn-Linien müssen Reisende bis in die Abendstunden mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. Nachdem es bereits im Vorfeld zu mehreren Störungen gekommen war, waren einzelne Linien mit bis zu 30 Minuten verspätet. Es ist bereits das sechste Mal seit Donnerstagabend, dass der Schienenverkehr in der Landeshauptstadt aus dem Takt geraten ist.

Erster Vorfall in der Nacht

Bereits in der Nacht zum Donnerstag war es zu einer Weichenstörung, später dann zwischen Grunbach und Endersbach zu einem Problem mit einem Gleis gekommen. Das hatte zur Folge, dass die S-Bahnen dort nur langsam passieren konnten. Schließlich bestand von 6.20 Uhr bis 8.20 Uhr an der Signalanlage am Bahnhof in Stuttgart-Vaihingen ebenfalls eine Störung. In der Folge kam es auf den S-Bahn-Linien S1, S2 und S3 zu teilweise massiven Verspätungen, die sich bis in den Nachmittag hinzogen.

Witterung bereitet Probleme

Laut einem Bahn-Sprecher gibt es derzeit noch ein zusätzliches Problem: "Die Witterung kommt uns an diesem Tag auch nicht entgegen", sagte er. "Wir haben jetzt doch einige schlüpfrige Schienen. Da müssen die Lokführer früher und umsichtiger bremsen. Auch das bringt leichte Verzögerungen, wenn auch nur im Sekundenbereich, mit sich."

Gegen 12.40 Uhr musste zwischen Marbach (Neckar) und Kirchberg (Murr) die Strecke der S4 gesperrt werden. Ein Lokführer hatte eine schlechte Gleislage gemeldet. "Die Strecke kann erst wieder freigegeben werden, wenn ein Techniker die Lage unter die Lupe genommen hat", so der Sprecher. „Das ist aber ein ganz normales Prozedere". In der Zwischenzeit fuhr die S4 nur zwischen Schwabstraße und Marbach sowie zwischen Backnang und Kirchberg. Dazwischen ist ein Busersatzverkehr eingerichtet worden. Gegen 15.30 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben.

Chaos am Nachmitttag

Gegen 14 Uhr kam es in Waiblingen zu einer Signalstörung, die auf der S-Bahn-Linie S3 zu Verspätungen führte. Und schließlich trat gegen 14.30 Uhr am Stuttgarter Hauptbahnhof der Kabelschaden auf, der Auswirkungen auf alle Stuttgarter S-Bahn-Linien hat. Reisende müssen noch bis in den Abend mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. 

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