Saugroboter im Test Betreutes Saugen

Saugroboter im Einsatz:  Im Optimalfall erspart er  jede Menge Zeit und Arbeit – und der Hund ist auch beschäftigt. Foto: Imago/Westend61
Saugroboter im Einsatz: Im Optimalfall erspart er jede Menge Zeit und Arbeit – und der Hund ist auch beschäftigt. Foto: Imago/Westend61

Vier Saugroboter und acht Kombigeräte hat die Stiftung Warentest geprüft. Das Ergebnis ist besser als gedacht.

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Stuttgart - „Es bläst und saugt der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann.“ Seit Loriots Sketch „Weihnachten bei Hoppenstedts“ feierte, hat sich einiges geändert: Herrenwitze sind nicht mehr en vogue, statt Mutti übernimmt heute ein Roboter das Staubsaugen – und statt blasen und saugen, soll das Gerät nun saugen und wischen. Nur was taugen die kleinen Haushaltshilfen tatsächlich?

In ihrer aktuellen Ausgabe hat die Stiftung Warentest vier Saugroboter und acht Saug- und Wischroboter unter die Lupe genommen. Das erfreuliche Fazit: „Erstmals schneiden zwei Saug-Wisch-Kombigeräte gut ab“. Der Rowenta X-Plorer Serie 95 für 760 Euro und der Roborock S6 MaxV für etwas günstigere 500 Euro. Ihre Stärken haben sie auf Hartböden wie Laminat, Parkett oder Dielen, auf Teppich kassierten sie nur ein „befriedigend“.

Am Teppich scheitern die meisten

Bei den reinen Saugrobotern fiel der iRobot Roomba i3+ positiv auf, Kostenpunkt hier: 630 Euro. Wobei auch er auf dem Teppich über ein „befriedigend“ nicht hinauskommt. Zwar entfernten die meisten Geräte groben Schmutz wie Cornflakes und Popcorn vom Teppich, das Prädikat „gut“ vergaben die Prüfer in dieser Kategorie dennoch nur an den Saugroboter AEG RX9-2-4ANM, der als einziger selbst Fasern und Katzenhaare aufsaugte.

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Vier Kombigeräte erhielten beim Wischen die Note „gut“, drei meisterten auch die Punktreinigung, bei der die Roboter gezielt zu einzelnen stark verschmutzten Punkten geschickt werden, um dort ganz besonders sorgfältig zu putzen.

Das Schlusslicht putzt nur ein Drittel

In Sachen Lautstärke schnitten die meisten Geräte ordentlich ab, einzig den Rowenta empfanden die Tester als zu laut, auch registrierten sie eine Art Heulen. Die Abdeckung des Testraums fiel recht unterschiedlich aus: Verfehlte Testsieger Roborock nur ein Sechstel des Testraums, war es bei Schlusslicht Zaco mehr als ein Drittel.

„Beim Wischen erwischen die Kombis deutlich mehr Fläche, auch weil die eingespannten Tücher breiter sind als die Saugmünder der Geräte“, stellten die Tester fest. Beim Zeitaufwand überzeugten mit 21 Minuten für 20 Quadratmeter vor allem die beiden Geräte von Rowenta und Roborock.

Mit Vollgas zum Weinglas

Drei der Roboter können nach Angaben der Hersteller Hindernisse umfahren, im Test stellten sie sich dabei aber nicht sonderlich geschickt an. Ein halb volles Weinglas erkannte kein einziger, alle drei Geräte fuhren ungebremst darauf zu und verschoben es. Anders bei einem klobigen Kaffeebecher, der umrundet wurde – bei zwei der drei Geräte aber nur, wenn er frontal angefahren wurde. Immerhin: Weder der Becher noch das Weinglas fielen um. Mit Blick auf die ersten Generationen der Haushaltshilfen anscheinend keine Selbstverständlichkeit.

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Doch bei aller Begeisterung, die Sache hat einen Haken. „So gründlich wie handbetriebene Staubsauger können die kleinen Roboter nicht arbeiten“, heißt es im Fazit der Stiftung Warentest. „Ihre meist runde Form ist für Ecken und Kanten zudem nicht ideal“. Die meisten taugten fürs oberflächliche Reinigen, aber eben nur sehr bedingt für Teppichböden.

Betreutes Saugen statt Zeitersparnis

Auch ist die Zeitersparnis nicht so groß wie erhofft, müssen vor Einsatz der Roboter doch der Boden freigeräumt und Grenzen definiert werden, um Treppenstürze zu vermeiden, denn „die Geräte schätzen aufgeräumte Zimmer und klare Grenzen“. In vielen Saugern verhedderten sich sonst lange Haare, die dann von Hand aus der Bürste entfernt werden müssten.

„Zum Wischen verlangen die Geräte regelmäßig frisches Wasser. In ihre Staubbehälter passt oft nicht mehr hinein als in eine Cola-Dose.“ Dementsprechend oft müsse der Behälter geleert werden. Wer sich dies ersparen möchte, greift zu Geräten, bei denen die Ladestation zugleich als Absaugstation fungiert.

Ohne den Handstaubsauger geht es nicht

Auch erweisen sich dunkle Oberflächen teilweise als Problem, weil sie nicht als zu reinigende Oberfläche, sondern als Loch erkannt werden. Slogans wie „Macht im Alleingang sauber“ sind also nur die halbe Wahrheit. Sprich: „Wenn es unter dem Sofa tipptopp sein soll, müssen Hempels hin und wieder mit dem Handstaubsauger ran.“ Es muss ja nicht der Heinzelmann sein.

Eine kurze Geschichte des Staubsaugens

Prototypen
 Wer den Staubsauger erfunden hat, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Die ersten Prototypen entstehen zwischen 1860 und 1876. Allerdings sind die Geräte damals recht unhandlich und so groß, dass sie auf einer Kutsche transportiert werden müssen. Auch wird der Staub noch weggeblasen, statt eingesaugt.

Entwicklung
  Als Vater des heutigen Staubsaugers kann am ehesten der Engländer Hubert Cecil Booth gelten, der 1901 das erste motorbetriebene Gerät entwickelt, das den Staub tatsächlich einsaugt. Sein „Puffing Billy“ findet allerdings nur wenig Anklang, was daran liegen könnte, dass man immer noch eine Kutsche für den Transport braucht.

Durchbruch
Den ersten handlichen Staubsauger entwickelt James Murray Spangler aus Ohio – indem er statt eines großen Benzinmotors einen Elektromotor einbaut. Sein Patent verkauft er 1907 an seinen Cousin William Hoover, der ein Staubsauger-Imperium aufbaut, das dem Akt den Namen gibt. To hoover heißt heute staubsaugen.




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