Schilderwald am Stuttgarter Neckartor Was steckt hinter den vielen Tempo-40-Schildern?

Von Tom Hörner 

Als singuläre Erscheinung zeigt ein Verkehrsschild Autofahrern, wo’s langgeht. In Massen aufgestellt, wirkt es geradezu inspirierend, wie man am Stuttgarter Neckartor sieht.

Schilderwald am Neckartor: Darf’s noch ein Schild mehr sein? Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat
Schilderwald am Neckartor: Darf’s noch ein Schild mehr sein? Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Stuttgart - Kurze Frage, um Ihren Motor auf Betriebstemperatur zu bringen: Wie viele Tempo-40-Schilder sehen Sie auf dem Bild? Die richtige Antwort lautet: sechs. Sollten Sie zwölf Schilder sehen, ziehen Sie einen Besuch beim Augenarzt in Erwägung oder überprüfen Sie Ihre Trinkgewohnheiten.

Eine Antwort pro Schild

Das Neckartor, Stuttgarts Tor zur Welt, da es in Sachen Feinstaubbelastung Mexico City in den Schatten stellt, gibt mal wieder Rätsel auf. Was, so fragt sich der gemeine Autofahrer, soll ihm der Wald identischer Verkehrsschilder sagen? Wir liefern mögliche Antworten, pro Schild eine.

Werk eines Stotterers?

1.) Hinter der Aktion steckt der Einzelhandel, der der automobilen Kundschaft signalisieren will: Wo Tempo-40-Schilder im Angebot sind, da winken auch noch andere Schnäppchen.

2.) Eindrücklich soll die Bevölkerung daran erinnert werden, dass der Schwabe erst ab Tempo 40 gscheit wird.

3.) Der Menschen, der die Schilder ­bestellte, hat bei der Auftragsvergabe gestottert.

Zustände wie beim Metzger

4.) Leicht verspätete PR-Aktion für die US-Komödie „Immer Ärger mit 40“ aus dem Jahr 2012.

5.) Der Straßenabschnitt ist neuerdings Teststrecke für die in vielen Neuwagen installierte automatische Schildererkennung. Fahrzeuge, die sich in die Irre führen lassen, indem sie die angezeigten Geschwindigkeiten addieren und Tempo 240 errechnen, werden aus dem Verkehr gezogen.

6.) Beim Verkauf von Verkehrsschildern geht es mittlerweile zu wie beim Metzger. Egal, was man ordert, stets heißt es: „Darf’s ein bissle mehr sein?“

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