Schulen in Stuttgart Warten auf die Schulsanierung

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Abriss? Sanierung? Zusammenlegung? Am maroden Neuen Gymnasium in Feuerbach fordern die Eltern, dass endlich etwas passiert.

An der Fassade des Neuen Gymnasium Feuerbach rosten die Metallstützen Foto: Steffen Honzera
An der Fassade des Neuen Gymnasium Feuerbach rosten die Metallstützen Foto: Steffen Honzera

Stuttgart - Die Metallstützen an den rissigen Außenwänden des Neuen Gymnasiums haben bereits Rost angesetzt. Sie wurden vor fünf Jahren montiert, um die Hülle des 1956 erstellten Gebäudes statisch abzusichern. Seit mehr als einem Jahr fehlen in den Foyers die Decken. Sie wurden auf Hinweis von Lehrern entfernt, weil die Bauteile herunterzustürzen drohten. Seither ist die nackte Betonrippendecke offen. Probleme bereiten auch die Fenster. Beim Öffnen fielen sie den Lehrern mehrfach entgegen, weil die Scharniere defekt sind. Doch anders als vor einem Jahr im Hölderlin-Gymnasium, als ein herunterstürzendes Fenster zwei Schüler verletzt hatte, gab es im Neuen Gymnasium bisher keine Verletzten. Die Stadt reagierte auf die Vorfälle: Der Hausmeister nagelte die Fenster zu. Seither lassen sich in den Klassenzimmern nur zwei von acht Fenstern öffnen. „Aber richtig durchlüften können wir nicht“, berichtet die Schulleiterin Susanne Heß. Dieses Problem stellt sich im Eingangsbereich nicht. Trotz geschlossener Türen kann frische Luft durch den einen Zentimeter breiten Spalt strömen.

Maroder Zustand empört die Eltern

Die Eltern sind empört, denn der marode Zustand dauert schon lange. „Man kann den Schülern doch nicht so eine Bruchbude zumuten“, sagt die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Evelyn Koch und verweist auch auf die Toiletten, die sich in traurigem Zustand befinden, sowie auf Fachräume, die sich nicht mehr verdunkeln lassen und somit naturwissenschaftliche Versuche nur begrenzt zulassen. Doch es sieht so aus, als ob sich an alldem so rasch nichts ändert. Die Schäden sind zwar bei der Stadt dokumentiert. Die Schule gehört zu den acht dringlichsten Vorhaben unter den 48 priorisierten Sanierungen auf der Liste, die das Büro Drees und Sommer im Auftrag der Stadt erstellt hat. Die Kommune hat jahrzehntelang die Bauunterhaltung vernachlässigt und steht nun mit dem Rücken zur Wand.

Bei der Analyse der 465 Schulgebäude ergaben sich 2000 Mängel. Das verschärfte den Druck auf Gemeinderat und Stadtverwaltung. Bis Ende 2016, so wurde es in den Haushaltsberatungen beschlossen, sollen die Schäden beseitigt sein. Dafür werden von 2012 bis 2016 insgesamt 254,8 Millionen Euro investiert.

Zusammenlegung in Erwägung gebracht

Doch es gibt noch ein weiteres Problem. Die Stadt sieht sich aufgrund der veränderten Schülerströme gezwungen, die Schulstandorte insgesamt so umzugestalten, dass sieben zusätzliche Gymnasialzüge und fünf zusätzliche Realschulzüge dabei herausspringen. Dabei soll unter anderem auch eine Zusammenlegung des Neuen Gymnasiums mit dem unmittelbar benachbarten Leibniz-Gymnasium geprüft werden – welches ebenfalls sanierungsbedürftig ist. Erwogen wird ein gemeinsamer Schulcampus. Da ist es wenig sinnvoll, vorher mit den Sanierungen anzufangen.

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