Smart präsentiert sich rundum erneuert: Das erste Modell des chinesisch-deutschen Gemeinschaftsunternehmens von Mercedes-Benz und Geely feiert Premiere.

Fast 25 Jahre nach der Premiere des ersten Smart auf der Frankfurter Automesse IAA hat am Donnerstagabend in einem ehemaligen Berliner Postbahnhof, der heute als rustikale Event-Location dient, ein weiteres Modell Premiere gefeiert. Außer dem Markenzeichen ist alles neu: das Marktsegment, das Geschäftsmodell, die Vertriebsstrukturen. Handelte es sich beim ersten Smart um einen kleinen Zweisitzer, so präsentiert sich das 4,27 Meter lange neue Elektroauto mit der Modellbezeichnung Smart #1 als kompakter fünfsitziger SUV, der mit einem klassischen Geländewagen aber eher wenig zu tun hat.

Entwicklung und Produktion erfolgen bei Geely in China

Es ist die erste Neuschöpfung des Gemeinschaftsunternehmens von Mercedes-Benz und dem chinesischen Großaktionär und Partner Geely. Die Zentrale der Smart Automobile Co. Ltd. ist in Hangzhou beheimatet, das etwa eine Stunde Fahrt mit dem Schnellzug von Shanghai entfernt ist.

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Dirk Adelmann, der Chef der europäischen Tochter Smart Europe in Leinfelden-Echterdingen, sieht das Gemeinschaftsprojekt nach dem kompletten Neustart jedoch nicht als chinesische Marke. „Wir sind in zwei Regionen beheimatet und sind wie unsere Anteilseigner in zwei Welten zu Hause“, sagt Adelmann, der auf mehr als 20 Jahre Karriere bei Daimler zurückblicken kann.

Der Smart steht im gleichen Showroom wie die Mercedes-Modelle

Im Geely-Netzwerk, so Adelmann, finden Entwicklung und Produktion statt, bei Mercedes-Benz entstand das Design des neuen Wagens. Und auch der Vertrieb läuft hierzulande über 95 Mercedes-Handelsbetriebe, die bisher schon den Smart im Angebot hatten. Weil die Autos in den gleichen Showrooms wie die Modelle mit dem Stern stehen, „haben wir auch einen gewissen Premium-anspruch“, sagt der Europa-Chef. Nach den Vorstellungen von Adelmann könnte der neue Smart beispielsweise als Zweitwagen für Mercedes-Kunden interessant sein, die das Auto dann in ihre gewohnte Werkstatt bringen können.

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Zielgruppen sind auch Familien oder kleine Firmen, die das Auto teilen wollen. Carsharing ist bei dem neuen Modell besonders einfach, weil man keinen Autoschlüssel aus Metall mehr braucht. Als digitaler Schlüssel dient eine App auf dem Handy. Angenehmer Nebeneffekt: Anders als herkömmliche Schlüssel können Apps nicht verloren gehen.

Der Zweisitzer Smart Fortwo wird zunächst einmal weiter verkauft

Von der Navigation über die Klimatisierung bis zum Musikprogramm kann ein Großteil der Funktionen des Elektroautos eingestellt werden, indem man mit dem Finger auf einen Bildschirm tippt, die Reichweite einer Batterieladung wird mit 420 bis 440 Kilometern angegeben. Weil die Rohstoffpreise stark gestiegen und die Wechselkurse volatil sind, soll die Preisliste erst im September veröffentlicht werden, wenn auch die ersten Bestellungen hierzulande angenommen werden. Die ersten Kunden sollen im Dezember ihren Wagen erhalten.

Während der Verkauf des bisherigen Viersitzers Smart Forfour bereits eingestellt wurde, soll der Zweisitzer Smart Fortwo zunächst einmal weiter in den Showrooms stehen. In Deutschland gebe es für dieses Modell derzeit Wartezeiten von mehr als einem Jahr, berichtet Adelmann. Dennoch ist der Fortwo ein Auslaufmodell. „Wir machen uns aktuell Gedanken über einen möglichen Zweisitzer – dann auf einer vollelektrischen Plattform aus dem Hause Geely“, so der Europa-Chef von Smart.