Stromspeicherfirma Senec Chefwechsel bei kriselnder EnBW-Tochter

Verlässt Senec nach drei Jahren: Aurélie Alemany Foto: Senec

Probleme mit Stromspeichern belasten die EnBW-Tochterfirma Senec massiv. Nun geht die Chefin – und ein Sanierer soll das Leipziger Unternehmen wieder auf Kurs bringen.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Andreas Müller (mül)

Paukenschlag bei der EnBW-Tochterfirma Senec in Leipzig, einem der großen Anbieter von Stromspeichern für Photovoltaikanlagen: Angesichts von Problemen mit Zehntausenden von Geräten und einer angekündigten großen Austauschaktion gibt es dort nun auch einen Führungswechsel. Die bisherige Sprecherin der Geschäftsführung, die von der EnBW eingesetzte Managerin Aurélie Alemany (48), wird das Unternehmen schon bald verlassen. An ihre Stelle rückt ein externer Sanierungsexperte, der zunächst für ein Jahr den Tausch von Batteriemodulen und die Entwicklung neuer Produkte steuern soll.

 

Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte eine EnBW-Sprecherin auf Anfrage. Danach beendet die 48-jährige Französin Alemany ihre Tätigkeit in Leipzig nach mehr als drei Jahren bis Ende Januar „auf eigenen Wunsch, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen“. Dies hatte die Chefin, die zuvor in leitenden Positionen für die EnBW-Tochterfirma Yello Strom tätig war, am Dienstag bereits der Belegschaft mitgeteilt.

Experte für Restrukturierung wird Interimschef

Die zuständige Vertriebsvorständin Colette Rückert-Hennen bedauerte laut EnBW die Entscheidung von Alemany und dankte ihr für ihr „außerordentliches Engagement“. Sie habe Senec erfolgreich unter den drei größten deutschen Anbietern von Heimspeichern etabliert und damit „wesentliche Weichen für die Transformation gestellt“. Für ihren weiteren Werdegang wünsche man ihr alles Gute; Näheres ist darüber noch nicht bekannt. Erst vor zwei Jahren war die Managerin nach lokalen Medienberichten mit ihrer Familie nach Leipzig gezogen, wo sie offenbar länger bleiben wollte.

Interimschef wird nach EnBW-Angaben nun Johann Georg von Hülsen, der von der Beratungsgesellschaft Haselhorst Associates aus Starnberg kommt. Der Experte für Restrukturierung soll Senec in den nächsten zwölf Monaten begleiten. Dabei geht es besonders um ein vor kurzem angekündigtes Mammutprojekt: Bei mehreren zehntausend Heimspeichern will das Unternehmen vom Sommer 2024 an die Batteriemodule austauschen; die Geräte sollen auf eine neue, moderne Zelltechnologie umgerüstet werden.

EnBW will Senec wieder auf Kurs bringen

Damit zieht man die Konsequenzen aus einzelnen Bränden und Explosionen, als deren Folge der Betrieb bestimmter Speicherlinien vorsorglich gedrosselt wurde. Dies betraf Zehntausende von Geräten und hatte unter den Kunden zu zunehmendem Unmut geführt. Bei der EnBW entstehen durch die Probleme bei Senec Kosten von mehreren hundert Millionen Euro. Die Tauschaktion und nun der Wechsel an der Spitze gelten als Signal, dass der Mutterkonzern zu dem Unternehmen steht und es wieder auf Kurs bringen möchte.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Stromspeicher Probleme EnBW Leipzig