Studieren in Stuttgart Raumfahrt boomt, Lehramt wächst

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Die Studienplätze in Stuttgart sind weiterhin begehrt. Das zeigt die Nachfrage bei den Hochschulen in der Landeshauptstadt. Auffällig: die Lehramtsstudiengänge legen wieder deutlich zu.

Nach wie vor streben viele junge Leute ein Studium in Stuttgart an. Foto: dpa/Uli Deck
Nach wie vor streben viele junge Leute ein Studium in Stuttgart an. Foto: dpa/Uli Deck

Stuttgart - Die befürchtete Delle bei den Studierendenzahlen zeichnet sich in Stuttgart nicht ab. Zum Beginn des Wintersemesters vermelden die Universität Stuttgart, die Hochschule der Medien und die Hochschule für Technik sogar einen Zuwachs bei den Erstsemestern. An der Uni Hohenheim haben insgesamt weniger junge Menschen ein Studium begonnen. Die Einschreibungsfrist für Masterstudiengänge endet allerdings erst am 15. November.

Universität Stuttgart

Zum 14. Oktober haben an der Uni Stuttgart mit ihren insgesamt 150 Studiengängen 3933 junge Leute ein Bachelorstudium angefangen – das entspricht 109 Prozent der Einschreibungen im Vergleich zum Vorjahr. Dies sei nach den Rekordjahren 2013 bis 2016 und den Rückgängen in den vergangenen zwei Jahren „sehr erfreulich“, so die Uni. Im Detail stellt sie allerdings unterschiedliche Tendenzen fest. Spitzenreiter bei den Bachelorstudiengängen sind Luft- und Raumfahrt (351 Anfänger/114 Prozent des Vorjahres), Architektur und Stadtplanung (206 Anfänger/124 Prozent), Technisch orientierte BWL (181/123 Prozent) und Informatik (144/109 Prozent). Deutliche Zuwächse gibt es in Fahrzeug- und Motorentechnik (118/131 Prozent), Mathematik (72/131 Prozent), Erneuerbaren Energien (77/164 Prozent) sowie Mechatronik (49/129 Prozent). Ebenfalls viel stärker gefragt als im Vorjahr sind die Lehramtsstudiengänge (161 Prozent) sowie Technische Biologie (167 Prozent). Allerdings seien einzelne Mint-Studiengänge trotz guter beruflicher Perspektive für Absolventen weniger gefragt als in den Vorjahren – darunter Data Science, Softwaretechnik, Elektro- und Informationstechnik, Bauingenieurwesen und Chemie. Bei den Mastereinschreibungen läuft die Frist noch bis 15. November. Wegen der Visumsproblematik können sich internationale Studierende noch später einschreiben. Erst Ende November stehe die neue Gesamtzahl der Studierenden fest. Im Vorjahr waren es 26 000.

Universität Hohenheim

Auch in Hohenheim läuft das Nachrückverfahren noch, vor allem internationale Studierende schreiben sich verspätet ein. Dennoch sind sowohl Bewerber- als auch Einschreibungszahlen zum 14. Oktober rückläufig, vor allem bei den Bachelorstudiengängen. Dass die Bewerberzahlen von 10 721 auf 10 042 heruntergegangen sind, wertet die Uni als Indiz dafür, „dass sich Studieninteressierte nicht mehr breit, sondern gezielt, bewusst und passgenau für die Studiengänge bewerben“, erklärt Pressesprecherin Dorle Elsner. „Insofern sind sinkende Bewerberzahlen durchaus gewollt.“ Im Übrigen sagten die Bewerberzahlen nichts über die grundsätzliche Beliebtheit eines Studiengangs aus. Für auffällige Schwankungen bei einzelnen Studiengängen ließen sich meist keine besonderen Gründe ermitteln. Eingeschrieben sind bislang insgesamt 2403 Erstsemester – zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr waren es 2542. Die aktuellen Rückgänge beziehen sich auf alle drei Fakultäten. Besonders stark zeigt sich dies beim Bachelor Wirtschaftswissenschaften, wo „nur“ noch 553 Erstsemester eingeschrieben sind – im Vorjahr waren es 685. Zugelassen werden könnten aber bis zu 819. Beim Lehramt und bei den Masterstudiengängen gibt es Zuwächse. Dennoch ist der Bachelor Wirtschaftswissenschaften mit 1573 Bewerbern das gefragteste Fach, bei Kommunikationswissenschaft haben sich 1151 Bewerber auf 99 Plätze beworben. In den Agrarwissenschaften ist die Zahl der Studienanfänger hingegen sowohl bei den Bachelorstudiengängen als auch bei den Mastern rückläufig – insgesamt von 558 auf 510. In den Naturwissenschaften studieren weniger Erstsemester im Bachelor, beim Master gibt es eine leichte Zunahme. Insgesamt sank die Anfängerzahl von 594 auf 583.

Hochschule der Medien

An der HdM waren die 840 Anfängerplätze bereits zu Vorlesungsbeginn am 7. Oktober „in allen Bereichen voll besetzt“, so Mathias Hinkelmann, Prorektor Lehre. „Wir hatten auch dieses Mal wieder eine enorme Nachfrage.“ In Zahlen: 7233 Bewerber. Auf Platz eins in der Bewerbergunst findet sich wie stets der Studiengang Werbung und Marktkommunikation: 1189 Bewerber (Vorjahr 1521) interessierten sich für einen der 45 Anfängerplätze. Ähnlich begehrt sind Medienwirtschaft (842 Bewerber, Vorjahr 1041), Online-Medien-Management (753) sowie Audiovisuelle Medien ( 743). Zuwächse in der Nachfrage verzeichnen die Studiengänge Informationsdesign (610 Bewerber, Vorjahr 581) sowie die Informatikstudienangebote: Medieninformatik, Wirtschaftsinformatik, Digitale Medien sowie Mobile Medien. Weiterhin gefragt ist auch eines der jüngsten Studienangebote: Wirtschaftsingenieurwesen Medien (352 Bewerber auf 47 Plätze). Punkten konnte der deutsch-chinesische Studiengang Medien und Technologie (44 Bewerber/Vorjahr 33). Gleichbleibend stabil sei das Interesse an den Masterstudiengängen. Alle ausgebucht.

Hochschule für Technik

Die HFT vermeldet einen neuen Rekord bei Bewerbern und Einschreibungen. Insgesamt 6042 junge Leute (Vorjahr 5999) hatten sich beworben, 976 durften im Oktober starten, davon 725 in den 13 Bachelorstudiengängen. Besonders gefragt: Wirtschaftspsychologie, BWL, Architektur und Wirtschaftsinformatik. Unter den 16 Masterstudiengängen stießen Architektur, General Management sowie Umweltorientierte Logistik auf das größte Interesse. Auch der englischsprachige Master Photogrammetry and Geoinformatics sei in seinem 20. Jahr mit 150 Bewerbern aus der ganzen Welt sehr gefragt.

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